Amazonen-Duo holt sich den Bahnpokal in Mulmshorn

Spätstarter Kröger siegt ohne Training

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Selten war ein Finale der Solisten so spannend: Matthias Kröger (r.) lieferte sich mit dem Tschechen Josef Franc ein Duell mit wechselnden Führungen.

Mulmshorn - Von Matthias Freese. Janina Würterle hatte nur ein Wort parat: „Wahnsinn!“, kommentierte die 23-jährige Allgäuerin ihren Triumph, den sie auf dem Wümmering des MSC Mulmshorn eingefahren hatte. Mit „Co-Pilotin“ Julia Starke hatte sie sich den deutschen Langbahn-Pokal der Seitenwagen in der B-Lizenz gesichert. Ein Novum in der Motorsport-Geschichte, denn das gelang keinem Amazonen-Gespann zuvor. Einen packenden Finalfight lieferte sich beim 41. Sandbahnrennen auch Matthias Kröger, Stammgast in Mulmshorn, bei den internationalen Solisten. Aufgrund seines Erfolges im letzten Rennen siegte er vor dem punktgleichen Tschechen Josef Franc (beide 22 Zähler).

Kröger war so etwas wie der Spätstarter, war er tags zuvor noch im walisischen Cardiff beim Speedway-Grand-Prix dabei gewesen, kam deshalb erst kurz vor Rennbeginn an und drehte keine Übungsrunde mehr auf der Bahn. „Ich habe 1986 mein erstes Sandbahnrennen in Mulmshorn bestritten, da bin ich schon genug Trainingseinheiten hier gefahren“, bemerkte er schmunzelnd. Von Lauf zu Lauf wurde es nach zwei zweiten Plätzen zum Auftakt denn auch immer besser. Dennoch ging der fünffache Langbahn-Teamweltmeister aus Bokel nur mit der drittbesten Ausbeute (17 Punkte) ins Finale. Franc (18) und vor allem der spätere Dritte Jörg Tebbe (19) waren im Vorteil. Kröger fuhr voll auf Sieg und lieferte sich mit Franc einen heißen Fight mit wechselnden Führungen. „Josef war verdammt gut, aber zum Schluss hat es gepasst und ich konnte vorbeiziehen“, resümierte Kröger, der zuletzt 2011 auf dem Wümmering gewonnen hatte.

Weniger gut lief es für Altmeister Bernd Diener. Der 56-jährige Schwarzwälder hatte recht kurzfristig einen Anruf von Brigitte Haltermann, der Vorsitzenden des MSC Mulmshorn, bekommen, nachdem Bernd Dinklage zur WM-Qualifikation nach Südfrankreich abkommandiert worden war. Diener stürzte allerdings in seinem zweiten Lauf. „Ich bin Matthias Kröger ausgewichen, sonst wäre ich ihm reingefahren. Dabei habe ich übersteuert“, berichtete er und blieb unverletzt: „Meine Airbag-Jacke hat das abgefedert.“ Die Maschine hatte schon was abbekommen und wurde deshalb nicht rechtzeitig zum dritten Lauf fertig – „aber lieber die Maschine als der Fahrer“, meinte er.

Nicht optimal lief es auch für Lokalmatadorin Sonja Dreyer, die sich für den Buchholzer Jens Voss in die Kurve legt. Dabei hatten sich beide schon als Sieger des dritten Vorlaufs gewähnt, ehe die böse Überraschung kam. Wegen übergroßer Härte gegenüber Janina Würterle und Julia Starke wurde ihnen der Laufsieg aberkannt. Den Bildern nach zu urteilen, könnten die Kontrahentinnen auch aufgrund eines Fahrfehlers ins Innenfeld gezogen sein. Nachvollziebar? „Nicht wirklich“, meinte Sonja Dreyer zur Entscheidung von Schiedsrichter Martin Stucke. „Aber da kannst du nix machen, das muss man wegstecken. Irgendwie perlt das auch an mir ab“, so die Waffensenerin. Ihren angepeilten Finaleinzug verbaute ihnen dann die Maschine, die im vierten Lauf kräftig zu qualmen begann – „da ist uns der Motor hochgegangen“, berichtete Dreyer als unmittelbare Zeugin. „Aber immerhin haben wir fünf Punkte mit nach Hause genommen – für die erste Saison war es ein guter Tag“, blies sie kein Trübsal.

Die Siegerinnen aus dem Allgäu sowieso nicht. Selbst im Finallauf, als ihnen Platz zwei zum Gewinn der Bahnpokals genügt hätte, attackierten sie die Führenden und späteren Zweitplatzierten Manuel Meier/Lydia Neuendorf und zogen in der dritten Runde vorbei.

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