Vor fünf Jahren startete die Karriere

Als HSV-Stürmer Bakery Jatta nach Bothel kam ...

Dieses war sein aktuellster „Streich“: Bakery Jatta trifft am Sonntag zum 3:1 gegen Regensburg
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Dieses war sein aktuellster „Streich“: Bakery Jatta trifft am Sonntag zum 3:1 gegen Regensburg .

Mittlerweile ist Bakery Jatta ein erfolgreicher Fußballprofi beim Hamburger SV. Doch als er 2016 in Bothel auftauchte, kannte den jungen Mann aus Gambia kaum einer.

  • 2016 spielte Bakery Jatta erstmals beim HSV vor.
  • Inzwischen hat der Stürmer 16 Spiele in der Bundesliga und 65 in der 2. Liga bestritten.
  • In Bothel stellte er sich der Presse.

Bothel – Am Sonntag erzielte Bakery Jatta sein zweites Saisontor für den Hamburger SV. Fast auf den Tag genau fünf Jahre, nachdem für den Mann aus Gambia ein Fußball-Märchen begonnen hatte. Woran sich die wenigsten erinnern: Auch Bothel spielte in dieser Geschichte eine kleine Rolle. Nicht, dass der Linksaußen hier den Fußballplatz betreten hätte, aber er war nach seiner Ankunft in der Akademie Lothar Kannenberg, einer Einrichtung, die sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmerte, gelandet – und die hatte ihren Hauptsitz in der Hauptstraße der Samtgemeinde. Während die Akademie 2017 Insolvenz anmeldete, nahm Jattas Karriere als Profi Fahrt auf.

In den ersten Januar-Tagen 2016 war Bakery Jatta aus der Bremer Zweigstelle der Akademie, in der er untergebracht war, nach Bothel rübergekommen, um von sich zu erzählen. Zusammen mit Einrichtungsleiter Kannenberg, Spielerberater Efe-Firat Aktas und Fadhel Souaifi, Sportkoordinator der Akademie, saß er in dem Büroraum. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Bakery seinen Weg gehen wird und bald als Profi im Oberhaus aufläuft“, verkündete Kannenberg und sollte recht behalten.

Fünf Jahre ist es her, dass Bakery Jatta in Bothel für ein Foto posierte.

Wenige Tage zuvor hatte Jatta ein zweitägiges Probetraining bei den Profis des HSV unter Trainer Bruno Labbadia absolviert – und überzeugt. „Plötzlich stand ich Ivica Olic gegenüber. Und Sven Schipplock spielte Doppelpässe mit mir. Ich kannte sie vorher ja nur aus dem Fernsehen“, erzählte Jatta gegenüber unserer Zeitung. Bei Werder Bremen hatte er vorher bereits in der U 19 und U 23 vorgespielt, allerdings machte ihm der Verein nur ein Angebot für die A-Jugend.

Jattas Problem: Er war damals erst 17, einen Profivertrag durfte er erst mit Erlangen der Volljährigkeit unterzeichnen. Also musste er sich bis zum Juni gedulden. Daraufhin klopfte auch der Rotenburger SV bei Kannenberg an und bot an, den Gambier bis zum Sommer bei sich im Landesliga-Kader aufzunehmen. Kannenberg sagte ab, „da der Hamburger SV jetzt extra einen Privattrainer für ihn abgestellt hat“.

Bakery Jatta 2019 in Rotenburg.

Von der Küste Afrikas war Jatta übrigens nach eigenen Angaben mit einem Boot übers Mittelmeer nach Europa gekommen und auf dem Landweg nach Bremen gelangt. Auch über seine ersten Ballkontakte sprach er: „Meine erste Erinnerung daran ist, wie ich als sehr kleiner Junge von der Sonne geblendet wurde, ans Fenster meines Zimmers ging und ein paar größere Jungs sah, wie sie auf dem Feld gegenüber meines Hauses Fußball spielten. Sie waren wirklich richtig gut. Ich rannte zu ihnen, habe mich aber nicht getraut zu fragen, ob ich mitspielen darf. Immer wenn der Ball ins Aus ging, rannte ich los und kickte den Ball zurück zu ihnen. Irgendwann durfte ich dabei sein.“

Sie waren wirklich richtig gut. Ich rannte zu ihnen, habe mich aber nicht getraut zu fragen, ob ich mitspielen darf. Immer wenn der Ball ins Aus ging, rannte ich los und kickte den Ball zurück zu ihnen. Irgendwann durfte ich dabei sein.“

Bakery Jatta über seine Anfänge im Fußball.

Dabei sein – wie beim HSV. Im Juni 2016 unterzeichnete er den Vertrag, spielte zunächst für die zweite Mannschaft in der Regionalliga und feierte unter Coach Markus Gisdol am 16. April 2017 gegen Werder Bremen (1:2) sein Bundesliga-Debüt. Immer wieder gab es auch den Verdacht, Jatta sei unter einer falschen Identität eingereist und hätte sich drei Jahre jünger gemacht, um als minderjähriger Flüchtling eine Duldung in Deutschland zu erhalten – der HSV stellte sich stets hinter ihn, auch als es zuletzt im Sommer 2020 zur Hausdurchsuchung kam.

Seitdem der Linksfuß für die Hamburger aufläuft, hat er 16 Erstliga- und 65 Zweitliga-Spiele absolviert und dabei zehn Treffer erzielt. Sein Marktwert liegt aktuell laut Portal transfermarkt.de bei 2,3 Millionen Euro.

Nach seinem Pressetermin in Bothel kehrte Jatta übrigens noch ein paar Mal in den Kreis Rotenburg zurück. Schließlich schlug der HSV zuletzt 2019 für sein Kurzzeittrainingslager im Ahe-Stadion auf.

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