Trinidad und Tobago wählt Wümmestadt

Vor 15 Jahren: Als Leo Beenhakker im Wachtelhof anruft und Rotenburg plötzlich WM-Quartier ist

Leo Beenhakker bei der Pressekonferenz – neben ihm Heiko Kehrstephan.
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Einige Wochen nach der Zusage bat Leo Beenhakker damals im Wachtelhof zur Pressekonferenz – links verfolgt von Heiko Kehrstephan.

Rückpass: Vor 15 Jahren entschied sich WM-Neuling Trinidad und Tobago für Rotenburg als WM-Quartier. Trainiert wurden die Karibik-Kicker damals vom Holländer Leo Beenhakker. Wachtelhof-Direktor Heiko Kehrstephan erinnert sich noch gut.

  • WM-Neuling Trinidad und Tobago wählte vor 15 Jahren Rotenburg als Quartier aus.
  • Leo Beenhakker war der damalige Trainer.
  • Hotel-Direktor Heiko Kehrstephan erzählt, warum der Wachtelhof sich so gute Chancen ausgerechnet hatte.

Rotenburg – Einen Tag vorher war die Schlagzeile noch mit einem Fragezeichen versehen gewesen: „Karibik-Flair im Wachtelhof dank Trinidad und Tobago?“, titelte unsere Zeitung. Dann folgte das endgültige „Ja-Wort“ – und die kleine Kreisstadt Rotenburg war plötzlich mitten drin im großen Zirkus der Fußball-WM 2006. Exakt 15 Jahre ist es her, dass der Überraschungsqualifikant mit seiner Zusage an der Wümme für Jubelschreie sorgen sollte. „Das war eine spannende Zeit“, denkt Heiko Kehrstephan, schon damals Hoteldirektor, gerne zurück.

Es begann quasi alles mit einem vorweihnachtlichen Anruf. Am anderen Ende der Leitung: Leo Beenhakker, erfolgreicher holländischer Fußball-Coach und zu der Zeit Trainer des WM-Neulings. „Es war an einem Sonntag, wir hatten da schon unseren Adventsbrunch“, erinnert sich Kehrstephan. Wenige Stunden später war Beenhakker vor Ort und fühlte sich bestätigt, im Landhaus Wachtelhof mit seinen 38 Zimmern das ideale WM-Quartier gefunden zu haben. „Er suchte ein Haus unserer Größe, ein Zuhause nur für seine Mannschaft und den engsten Kreis“, sagte Kehrstephan damals. Doch neben der Unterkunft war schließlich auch die Sportanlage ein wesentliches Kriterium. Also arrangierten Kehrstephan und Jörg Höhns, der damalige Hoteldirektor-Kollege, einen spontanen Besuch im Ahe-Stadion. „Bei unseren kurzen Wegen war das alles möglich“, erzählt Kehrstephan.

So ganz überraschend kam die Zusage eines WM-Teilnehmers übrigens nicht. Auch die Australier galten als heißer Interessent. „Es gab lose Anfragen“, bestätigt Kehrstephan: „Wir waren ja auch relativ früh gelistet, weil Bayern München uns empfohlen hatte. Deshalb waren wir in der Warteposition.“

Trinidad und Tobago reagierte letztlich am schnellsten – und so vermeldete der Weltverband Fifa am 7. Dezember 2005, dass die Mannschaft um Starstürmer Dwight Yorke das 14. Team sei, das die Suche erfolgreich abgeschlossen habe: „Der Verband der ,Soca Warriors‘ hat sich bereits für das Landhaus Wachtelhof in Rotenburg (Wümme) als WM-Hauptquartier entschieden.“ Zu dem Zeitpunkt überfuhr die Fifa mit ihrer Meldung allerdings Hotel und Verantwortliche ein wenig. „Die Verträge sind noch nicht unterschrieben“, erklärte seinerzeit Jörg Höhns. „Wir sind da noch sehr vorsichtig“, meinte auch Paul Metternich vom Rotenburger WM-Arbeitskreis. Als jedoch das deutsche WM-Organisationskomitee alles bestätigte, löste sich auch beim damaligen Bürgermeister Detlef Eichinger die Anspannung: „Das freut mich ungemein. Damit bekommen wir einen Riesen-Rummel nach Rotenburg“, wurde er in unserer Zeitung zitiert. Recht sollte er behalten, denn im Sommer 2006 erlebte die Wümmestadt ihr bisher größtes Fußball-Märchen – auch wenn die Karibik-Kicker letztlich nach der Vorrunde ausscheiden sollten.

Beenhakker, inzwischen 78 Jahre alt, beendete nach der WM seine Tätigkeit für Trinidad und Tobago und wurde polnischer Nationaltrainer. Für ihn folgten noch Stationen bei Feyernoord Rotterdam, Újpest Budapest und bis Sommer 2018 in verschiedenen Funktionen bei Sparta Rotterdam.

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