4:0 – RSV führt „atemlose“ Ottersberger im Wümme-Derby vor / Sammrey versinkt vor Scham

Alles klar nach Malendes Geniestreich

+
Rotenburgs Tim Ebersbach (Mitte) macht es vor: Mit vollem Einsatz geht er gegen Rafet-Emre Sarar zu Werke – allerdings kassierte er die fünfte Gelbe Karte und muss nun am Freitag in Drochtersen zuschauen. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseSchlager sind in! Helene Fischer erst recht. Auch beim Rotenburger SV. Völlig ausgelassen tanzten und sangen die Oberliga-Fußballer, als „Atemlos durch die Nacht“ aus den Lautsprechern dröhnte. Bis Abwehrchef Christoph Drewes den Derbysieger-Schlachtruf intonierte und seine Kollegen mit einstimmten. Im sportlichen Wümme-Schlager hatte der RSV den „atemlosen“ TSV Ottersberg zuvor mit 4:0 (1:0) im Ahe-Stadion vorgeführt. „So stellt man sich das als Trainer vor“, frohlockte Coach Benjamin Duray.

Es passte an diesem Samstag so ziemlich alles zusammen. Die Erfolgsserie wurde auf 19 Punkte aus den letzten acht Spielen ausgebaut, ausgerechnet gegen Ottersberg gelang der höchste Saisonsieg – und zudem die Revanche für die 0:4-Hinspielschlappe. Nur der VfL Oldenburg spielte nicht mit und verwehrte dem RSV aufgrund seines 2:1-Sieges bei Germania Egestorf/Langreder den Sprung auf den Nichtabstiegsplatz.

Der TSV Ottersberg, am 17. Spieltag noch Tabellendritter, ist hingegen nur noch ein Schatten seiner selbst. Er hat die Komfortzone längst verlassen, liegt nur zwei Punkte vor den Abstiegsrängen und dürfte die Liga in dieser Verfassung wohl verlassen. Kein Wunder, dass Trainer Axel Sammrey schon während der Partie gefühlsmäßig irgendwo zwischen grimmig und zynisch lag. „Lasst Euch am besten noch abschießen, 5:0 oder so – das ist gut fürs Torverhältnis“, rief er seinen Mannen beim 0:3-Rückstand zu. Ein Tor später wurde er noch deutlicher: „Ihr seid doch nicht ganz dicht!“ Nach dem Spiel ergänzte er: „Diese Vorstellung war die schlimmste, die ich je mitansehen muste. Ich versinke vor Scham. Ich hoffe, wenigstens ein paar meiner Spieler auch.“

Der RSV agierte 90 Minuten bissiger, stand in der Abwehr ausgesprochen sicher und war offensiv viel cleverer und gefährlicher. Schon in der neunten Minute nutzte Björn Mickelat eine Vorlage von Marcel Costly, der Syuleyman Shakirov den Ball abgeluchst hatte, mit einem Volltreffer in den Winkel zum 1:0. Auch die kritischste Phase überstand der RSV unbeschadet. Die, als Referee Nicolai Rühmann (FC Pfeil Broistedt) einen fragwürdigen Elfmeter pfiff. „Ich stand zwei Meter weg“, sprach auch Jelle Röben, der Benedetto Muzzicato gefoult haben soll, dem Strafstoß jede Berechtigung ab. Ömer Aktas scheiterte jedoch an RSV-Keeper Henner Lohmann (23.).

Röben musste zur Pause draußen bleiben, weil sein Coach über die linke Seite mehr Offensivdrang entfachen wollte und dafür Axel France ins Rennen schickte. Der hatte nach seiner Gelb-Sperre erstmals diese Saison seinen Startplatz verloren, meinte aber: „Da bin ich nicht böse drum. Ich hätte als Trainer auch so aufgestellt, wenn man beim Tabellenführer gewinnt.“ Kaum drin, leitete France mit Mickelat das 2:0 durch Costly ein (55.). Endgültig entschied Yannik Malende das Derby (66.). Nach einem langen Pass von Drewes zögerte er nicht lange und zog zur Überraschung aller (auch von Keeper Tim Eggert) aus rund 30 Metern ab – ein Geniestreich! Als Costly erfolgreich presste und Eggert auch noch ein Fehlpass unterlief, nutzte Malende diesen zu seinem zweiten Doppelpack in dieser Spielserie und seinem sechsten Saisontreffer (77.).

„Das war das Gegenteil vom Hinspiel. Ottersberg hatte zwar mehr Ballbesitz, aber wir konnten unsere Konter gut setzen und waren zwingender. Außerdem sind wir zurzeit einfach abschlussstark“, resümierte Duray. Einziges Ärgernis: Kapitän Tim Ebersbach muss nach seiner fünften Gelbe Karte am Freitag im Spiel bei der SV Drochtersen/Assel aussetzen.

BVB-Nachwuchs siegt im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern

BVB-Nachwuchs siegt im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern

Nach dem Bundesliga-Aufstieg: Heldt plant das neue 96-Team

Nach dem Bundesliga-Aufstieg: Heldt plant das neue 96-Team

Familientag beim TV-Jubiläum

Familientag beim TV-Jubiläum

Feuerwehr-Wettkämpfe in Rechtern

Feuerwehr-Wettkämpfe in Rechtern

Meistgelesene Artikel

Verlieren verboten!

Verlieren verboten!

1:0 im Festival der Fehlschüsse

1:0 im Festival der Fehlschüsse

Nur Ahrens trifft das Tor – 1:2 gegen Lilienthal

Nur Ahrens trifft das Tor – 1:2 gegen Lilienthal

Gruns Führung wird noch gekontert

Gruns Führung wird noch gekontert

Kommentare