Hurricanes planen – Mankertz bleibt / Saisonstart Ende Oktober oder erst 2021

Alles ganz unverbindlich

Nur zu gerne würde Christian Greve wieder in der Halle stehen. Noch muss er warten. Fotos: Freese

Rotenburg/Scheeßel - Von Matthias Freese. Die Halle ist sein Arbeitsplatz. Doch seit fast elf Wochen darf Christian Greve, hauptamtlicher Coach der Avides Hurricanes, dort nicht rein. Und selbst, wenn die jeweiligen Träger der Sportstätten ein Indoor-Training unter strikten Auflagen nun wieder erlauben sollten – mit Basketball hat das noch nicht viel zu tun. Passen, Rebounden, Eins-gegen-eins – alles nicht erlaubt. Aktuell hockt Greve deshalb mehr am Schreibtisch und vor dem Rechner, um sich der Planung der nächsten Saison in der 2. Bundesliga zu widmen. Das ist kompliziert genug.

„Ich kann doch nicht zu erwachsenen Menschen sagen, sie sollen sich zu etwas verpflichten, von dem wir noch nicht wissen, ob es stattfindet“, verdeutlicht Greve das Problem. Immerhin: Ein Wunschdatum für den Re-Start nach dem Corona-Lockdown, den Beginn der neuen Spielserie, wurde bereits festgelegt. Es soll mit dem Pokalwettbewerb am 24./25. Oktober losgehen – falls ein Spielbetrieb in Kontaktsportarten dann gestattet ist. „Wenn das nicht klappt, will die Liga am 9. Januar beginnen – mit Hin- und Rückspielen, aber ohne oder nur mit einem verkürzten Pokalwettbewerb“, berichtet Utz Bührmann, Vorstandsmitglied der Hurricanes. Er betont: „Ich wäre schon froh, wenn wir eine reguläre Saison spielen.“ Zumal es ja auch darum geht, den Etat durch Sponsoringgelder abzudecken – und die dürften trotz bestehender Fixkosten wohl kaum fließen, sollte die nächste Spielzeit ausfallen. „Das trifft alle Vereine gleichermaßen“, meint Bührmann. Bisher habe übrigens noch kein Sponsor seinen Vertrag gekündigt.

Die Hurricanes haben aber auf die Corona-Krise reagiert, indem die hauptamtlichen Trainer – Greve und Helge Eggers – sich derzeit in Kurzarbeit befinden. Gedanken über seinen künftigen Kader macht sich Greve nichtsdestotrotz: Wer soll die Profi-Spots besetzen, wer bleibt aus dem bestehenden Kader erhalten, wer bietet sich aus dem Nachwuchs, wer von außerhalb an? „Für mich ist die ganze Planung noch unverbindlich“, sagt der Coach.

Die Schlüsselspielerin des Teams hat sich allerdings schon festgelegt: „Ja, ich werde auf jeden Fall nächste Saison noch spielen“, bestätigt Pia Mankertz. Mit einer kleinen Einschränkung: „Ich habe Ende des Jahres meine Prüfung im Referendariat, weshalb ich ein paar Wochen eventuell nur eingeschränkt zur Verfügung stehen werde. Ich halte mich aber auf jeden Fall fit und freue mich, wenn es wieder losgeht“, erzählt die Kapitänin.

Klar ist auch: Es sollen wieder zwei Importspielerinnen eingeflogen werden. Dabei bemühen sich die Hurricanes, Kama Griffitts eine dritte Saison bei ihnen schmackhaft zu machen. „Wir sind so verblieben, dass wir über den Sommer in Kontakt bleiben“, verrät Greve. Bei der US-Amerikanerin hängt vieles davon ab, ob ihr Lebensgefährte Braian Angola-Rodas (zuletzt Partizan Belgrad) weiter in Europa sein Geld mit dem Basketball verdient. Für die zweite Profi-Position – zuletzt von der Kanadierin Becky Nash besetzt – sucht der Verein definitiv eine neue Spielerin. „Ich gucke nach einer klassischen Fünf“, betont Greve und hat bereits die Statistiken vieler Ligen durchforstet und einige Angebote von Spieleragenten gesichtet. Und die sind momentan bemüht, ihre Klienten trotz Corona-Pandemie unterzubringen, was durchaus zu sinkenden Preisen führen könnte. „Davon gehe ich aus“, glaubt Greve. Auf eine weitere Problematik weist Bührmann hin: „Du kannst nicht sagen, wir holen uns die Profis, zahlen ab 1. August, aber dann geht die Saison erst im Januar los.“ Die Hurricanes möchten also Flexibilität, wenn es um den Vertragsbeginn geht. Und der Coach am liebsten eine Spielerin, die bereits in Europa gespielt hat: „Das gibt uns eine gewisse Sicherheit, die Erfahrung habe ich gemacht. Wir können nicht großartig rumtauschen, wenn es nicht klappt.“

Was seine weiteren deutschen Spielerinnen betrifft, gibt es noch einige Unklarheiten. Hannah Pakulat, die beste Rebounderin des Teams, geht ins Referendariat. „Da müssen wir abwarten, wo es sein wird“, sagt Greve. Auch bei Mirja Beckmann weiß der Coach nicht genau, wie es weitergeht. Vivien Stoll hatte schon in der abgebrochenen Saison wegen ihres Medizinstudiums kaum gespielt. Hinzu kommen einige der jungen Spielerinnen, bei denen das Abitur ansteht. Pia Mankertz ist jedoch optimistisch: „Ich denke, dass wir vom Kader her wieder ähnlich sein werden wie letzte Saison.“ Und da lagen die Hurricanes bei Abbruch schließlich auf Platz drei.

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