RSV-Reserve verspielt 2:0-Führung

Ahrens ist das Ass im Ärmel – 2:2

Harte Zweikämpfe gehörten dazu: Hier wird Tobias Delventhal (l.) der Ball von Bothels Kevin Altmann weggespitzelt. - Foto: Freese

Bothel - Von Matthias Freese. Im Abstiegskampf der Fußball-Bezirksliga liegen die Nerven blank, da sitzt die Zunge locker, auch nach dem Abpfiff. Und weil Jewgenij Teichreb wohl die falschen Worte wählte, erhielt der mit der Kapitänsbinde aufgelaufene Verteidiger des Rotenburger SV II nach dem Keller-Derby beim TuS Bothel die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichterin Celina-Sophie Böhm (Eintracht Lüneburg). Es passte zu einer Partie, die spielerische Armut bot, aber reich an Emotionen war. Am Ende egalisierte Bothel dank der Einwechslung von Cedric Ahrens einen 0:2-Rückstand und war mit dem 2:2 (0:1) doch nicht recht glücklich.

„Das sind definitiv zwei Punkte zu wenig – auf eigenem Platz musst du gegen den Tabellenletzten gewinnen. Aber gerade in der ersten Halbzeit hat uns total die Kreativität und Ruhe gefehlt“, bekannte Bothels Spielertrainer Christoph Meinke, der mit seinen Mannen auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschte. Auch Rotenburgs Coach Bernd Santl wusste: „Der Punkt hilft Bothel nicht weiter und uns auch nicht.“ Die Gäste hatten zwar Karol Karpus, Mathis Wulff und Cedrik Sackmann aus dem Landesliga-Kader aufbieten können, waren aber dennoch arg dezimiert – insgesamt zehn Stammplatzanwärter fehlten aus diversen Gründen.

Schon frühzeitig wurde die Unparteiische immer wieder scharf kritisiert – Kandidaten für einen Benimm-Kursus gab es auf beiden Seiten, sodass auch RSV-Vorstandsmitglied Henning Schwardt seine Akteure eindringlich zu mehr Ruhe und Besonnenheit aufforderte. Neun Gelbe Karten (plus die Ampelkarte gegen Teichreb) zeigte Böhm insgesamt. Bemerkenswert: Nach dem Spiel entschuldigte sich Bothels Julian Prinz bei Santl für eine verbale Entgleisung während des Spiels.

Die guten Szenen in einer Partie auf Kreisliga-Niveau waren fast an einer Hand abzuzählen. Rotenburgs Tore resultierten beide aus Freistößen, jeweils getreten von Christopher Kiel, der als Sechser einer der wenigen Lichtblicke war. Zunächst verwertete Karpus seine Hereingabe (30.), nach der Pause erhöhte Tobias Delventhal in seinem ersten Spiel nach vierwöchiger Pause, indem er den Ball per Hinterkopf als Bogenlampe über Keeper Sascha Denell ins Tor beförderte (48.). Die Wümme-Elf wähnte sich auf dem Weg zum nächsten Dreier, doch nach einem Gestochere im Strafraum ging Prinz gegen Wulff zu Fall – per Strafstoß verkürzte Sebastian Wichern auf 1:2, wobei Torwart Tom Knaak mit den Händen dran war (56.). „Ein Witz-Elfmeter“, fand Christopher Kiel.

Meinke setzte in der Schlussphase alles auf eine Karte, brachte Ahrens als Ass, obwohl für den Torjäger die Saison aufgrund eines Knorpelschadens beendet schien, und anschließend auch Sven Beyer im Sturm. Nach einem Freistoß des Spielertrainers kam Ahrens ungedeckt zum Kopfball, netzte ein (83.) und ärgerte sich später trotzdem: „Das 3:2 hätte ich auch noch machen können“, dachte der 29-Jährige an die letzte Szene der Partie, um vom Anhang dennoch als „Fußball-Gott“ gefeiert zu werden.

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