Interview

Rotenburgerin Sophie Rothammel: „Das große Ziel ist die Jugend-WM“

Sophie Rothammel turnt eine Bodenübung.
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Wo andere Sportler sich etwas zerren würden, zeigt Sophie Rothammel, wie spielend leicht sie ihre Beine auseinanderstrecken kann. Und dabei lächelt die Aerobicturnerin des TuS Rotenburg auch noch.

Sophie Rothammel ist eines der größten Aerobic-Talente des TuS Rotenburg. Neuerdings gehört sie sogar dem deutschen Elite-Team an. Ihr großes Ziel: Die Jugend-WM.

Rotenburg – Mit der Wahl des neuen Technischen Komitees im Aerobicturnen wurde unter anderem die Kaderkonzeption überarbeitet und das Elite-Team ins Leben gerufen, um die besten Sportlerinnen Deutschlands zu bündeln und aus ihnen wiederum die Besten für die Europa- und Weltmeisterschaften zu nominieren. Elf Athletinnen im Senioren- und zehn im Juniorenbereich wurden nach einem langen Sichtungsverfahren in das Elite-Team berufen. Vom TuS Rotenburg schaffte es die 14-jährige Sophie Rothammel, die Verantwortlichen von sich zu überzeugen. Nach nur zwei Jahren Training im Leistungsteam an der Wümme gehört sie somit zu den zehn besten Aerobicturnerinnen in der Altersklasse der 15- bis 17- Jährigen in Deutschland. Wir trafen die Gymnasiastin zum Interview und wollten unter anderem wissen, wie sie sich im Moment der Nominierung fühlte.

Beschreiben Sie doch einmal den Moment, als Sie von der Nominierung erfahren haben.

Mein erster Gedanke war: „Wow!“ Ich war total glücklich und fühlte mich sehr geehrt, dass ich ausgewählt wurde. Aber andererseits war ich auch etwas verunsichert, was wohl nun alles auf mich zukommen wird.

Was ändert sich durch die Nominierung denn?

Im Heimtraining ändert sich erst mal nicht so viel. Ich trainiere weiterhin dreimal innerhalb der Woche zweieinhalb Stunden bei meinen Trainerinnen Maike Niederschulte und Alicia Koppe und zusätzlich an drei Wochenenden pro Monat. Davon ist nun ein Wochenende mit dem Elite-Team. Am Anreisetag trainieren wir meist zwei, samstags acht Stunden und sonntags noch mal fünf Stunden. Das Besondere ist, dass der Franzose Christophe Devillaine unsere neuen Choreografien erstellt und uns in der nächsten Saison begleiten wird. Er hat in den letzten Jahren bereits andere Nationalteams betreut und diese auch auf Weltmeisterschaften vorbereitet. Die Camps sind durch die hohe Trainingszeit sehr intensiv und anstrengend.

In welchen Teams werden Sie eingesetzt und bei welchen Wettkämpfen?

Für unser Elite-Jugend-Team wird eine Gruppe aus fünf und ein Dance-Team aus acht Sportlern aufgebaut. Aktuell lerne ich beide Choreografien. Auf welche internationalen Wettkämpfe wir fahren dürfen, steht wegen der Corona-Pandemie leider noch nicht fest. Das große Ziel ist aber die Jugend-Weltmeisterschaft, die, wenn die Pandemielage es zulässt, im Sommer stattfinden soll.

Im Gespann: Die Trainerinnen Alicia Koppe (l.) und Maike Niederschulte (r.) bringen ihr Talent Sophie Rothammel im Heimtraining im Rotenburger Leistungszentrum zu Höchstleistungen.

Haben Sie auch aktuell Einschränkungen durch coronabedingte Maßnahmen?

Zum Glück können wir momentan normal trainieren. Die Trainer müssen sich zwar vor jedem Training testen und auch wir Sportler müssen vor den Trainingscamps einen negativen PCR-Test vorweisen, aber das nehmen wir gerne in Kauf, damit wir zusammen trainieren dürfen.

Wann haben Sie mit dem Aerobicturnen begonnen?

Ich habe mit sechs Jahren in der Nachwuchsgruppe angefangen und habe meine ersten Wettkampferfahrungen im Level-zwei-Wettkampf gemacht. 2019 bin ich dann zu Alicia in das Leistungsteam gewechselt und starte seitdem im Level eins.

Was würden Sie als Ihren bisher größten Erfolg bezeichnen?

Dieses Jahr habe ich bei den Deutschen Meisterschaften zwei Bronzemedaillen und in Prag bei den Tschechischen Open in der Altersklasse 12 bis 14 Jahre im Dance-Team Gold gewonnen. Das war ein unglaublich tolles Gefühl.

Mit viel internationaler Erfahrung erstellt der französische Spitzentrainer Christophe Devillaine in den Trainingscamps die neuen Choreografien und kitzelt das Beste aus den Athleten wie Sophie Rothammel vom TuS Rotenburg heraus.

Bleibt neben der Schule und dem vielen Training überhaupt noch Zeit für etwas Anderes?

Ja, nicht viel, aber Zeit für meine Freunde finde ich immer. Das Klavierspielen musste ich über die Zeit aber aufgeben.

Was sagen Ihre Eltern zu dem ganzen Thema Aerobicturnen?

Zum Glück stehen sie komplett hinter mir und haben mich von Anfang an unterstützt. Mein Vater war früher selber Leistungsschwimmer und kennt daher alle Facetten. Ich bin sehr dankbar, dass meine Eltern mir das alles ermöglichen.

Von Nina Knodel

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