Goalgetter Airich schießt vier Tore

Ängste vertrieben: Rotenburger SV gewinnt 7:2 in Uelzen

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David Airich (beim Kopfball) war nie auszuschalten – hier versucht es Uelzens Robert Bruck vergeblich.

Uelzen - Von Matthias Freese. Als Andre Schmitz schon nicht mehr damit rechnete, schlug Henner Lohmann zu. Der Keeper des Rotenburger SV entleerte das Maxi-Weizenglas über dem Kopf des Trainers. „Ich hasse Bier“, entfuhr es dem bekennenden Gerstensaft-Verweigerer – dann schüttelte er sich und kehrte zur guten Laune zurück.

Ein Punkt beim SV Teutonia Uelzen hätte bereits zum Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga gereicht, am Ende stand ein höchst unterhaltsamer 7:2 (5:1)-Sieg im Sportpark Königsberg mit einem höchst effektiven David Airich. Vier Tore erzielte der 30-Jährige bis zur Pause.

Eine kalte Wasserdusche verpasste Jelle Röben (r.) nach dem Abpfiff Karol Karpus, dem Schützen zum 7:2.

Es war ja nicht so, als hätten sie Andre Schmitz nicht vorgewarnt. „Lauf’ du schon mal los“, rief der verletzt zuschauende Patrick Peter seinem Trainer einige Minuten vor dem Abpfiff zu, während er zusammen mit Tim Ebersbach das Glas befüllte. „Zieh’ dich schon mal aus, Andre“, ergänzte der künftige Coach. Noch vor dem Abpfiff versammelten sich dann alle Ersatzspieler und Trainer an der Seitenlinie, um Arm in Arm die Vereinshymne anzustimmen. Längst war die Partie entschieden, da half dem FC Verden 04 im Fernduell der 4:1-Sieg bei Komet Pennigbüttel nicht mehr – die Allerstädter steigen in die Bezirksliga ab.

David Airich hatte seiner Elf früh jegliche Abstiegsangst genommen. Gerade einmal 80 Sekunden dauerte es, da nutzte er einen Pass von Sercan Durmaz zur 1:0-Führung. In Schlitzohr-Manier erhöhte der Stürmer in der 21. Minute auf 2:0, als er einen Freistoß schnell ausführte – zu schnell für Uelzens Mauer und Keeper Ken Marko Venancio. „Ich habe den Schiedsrichter gefragt, ob ich schießen darf, habe gesehen, dass der Torwart in der Ecke stand – und die Spieler in der Mauer noch am parken waren. Leichter geht’s nicht“, schilderte Airich die Szene.

Außenverteidiger Alpha Fadiga bedankt sich bei seiner Auswechslung beim mitgereisten Rotenburger Anhang.

Nur eine kurze Phase der Verunsicherung gab es noch. Beim Gegentreffer von Tom Wilhelms wirkte die RSV-Defensive nicht ganz konzentrirert (33.). Doch Atilla Iscan nach Zuspiel von Toni Fahrner, Airich nach einem von Fahrner ergrätschten Ballgewinn sowie erneut Airich ließen mit der Antwort nicht lange auf sich warten – 5:1 (40./45./45.+1). „Uelzen spielt ja keinen schlechten Ball, aber wir sind gnadenlos effektiv“, stellte Schmitz schon zur Pause fest.

Einzig Fahrner, Airichs nimmermüder Sturmpartner belohnte sich für seinen Einsatz wieder nicht – was auch nach der Pause so blieb. Uelzen verkürzte zwar per Abstauber durch Dennis Maulhardt (51.), war am Ende mit sieben Gegentoren aber noch gut bedient. Die eingewechselten Alexander Garuba (79.) und Karol Karpus (87.) waren in der Schlussphase für den RSV erfolgreich. „Wir haben keinen großartigen Substanzverlust gehabt“, stellte Schmitz denn auch fest.

Für den Coach war es das letzte Spiel auf der Bank, er konzentriert sich jetzt verstärkt auf seine Rolle als sportlicher Leiter. „Natürlich war das alles auch anstrengend, aber die Jungs haben toll mitgezogen. Es hat Spaß gemacht, mit ihnen zu arbeiten“, betonte der „Retter“ nach dem Abpfiff. „Und ich freue mich, dass ich Tim Ebersbach die Mannschaft als Landesligist übergeben kann. Meine Mission ist erfüllt, jetzt gilt es, ihn nach allen Kräften zu unterstützen.“

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