Mit Abstand

„Achtet auf die zwei Meter“ - ein Besuch beim Training des TuS Bothel

Der Ball ist immer dabei. Auch beim Rundendrehen wahren Christoph Meinke (vorne) und Co. den Abstand.
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Der Ball ist immer dabei. Auch beim Rundendrehen wahren Christoph Meinke (vorne) und Co. den Abstand.

Bothel - Das Hinweisschild an der verschlossenen Eingangpforte ist unmissverständlich: „Die Sportanlage darf nur mit Zustimmung des Vorstandes des TuS Bothel betreten werden“, steht dort rot auf weiß – gleich neben den ausgehängten Verhaltensregeln, die der Niedersächsische Fußballverband herausgegeben hat. Die Rückkehr auf den Rasen ist für die Amateurkicker in der Zeit der Corona-Pandemie mit einigen Auflagen verbunden. Nichts ist, wie es wahr. Auch das Training nicht.

Für Kreisligist Bothel ist es die erste Einheit seit mehr als zwei Monaten. Sven Schumacher ist an diesem Dienstagabend ganz bewusst eher als seine Spieler da – um den Trainings-Parcours schon aufzubauen. Also schleppt er die Hütchen in der einen und die vier Spieler-Dummys in der anderen Hand zum hinteren Platz. Seine Schützlinge sollen sie nicht berühren – eine von vielen Hygienemaßnahmen. Abteilungsleiter Hans-Jürgen Schlifelner versieht derweil jeden Ball mit einer roten Nummer, damit es auch da nicht zu Verwechslungen kommt. Schon in den Tagen vorher hatte er eine Thekenspüle zum Waschbecken umfunktioniert und diese unter der Überdachung des geschlossenen Sporthauses aufgebaut. Auf die Pflastersteine hat er mit pinker Markierfarbe Linien gesprüht, als optische Abstandshalter. „Ich hoffe, dass die mit der Zeit wieder weggehen“, sagt er schmunzelnd.

Nach und nach trudeln 14 Feldspieler und zwei Keeper ein. Erstmals sehen sie sich in dieser Konstellation wieder. Routinier Torsten Hoops stellt gleich mal fest: „Bälle mitnehmen machen immer noch die Jüngsten – die Regel hat sich nicht geändert.“ Nico Schanowski und Lennart Henke schnappen sich ohne Murren den Ballkäfig.

Bothel ist der erste Kreisligist aus dem Altkreis, der wieder trainiert – obwohl es bis zu Punktspielen wohl noch lange dauern wird. „Ein Ziel hat man nicht. Aber Fakt ist, dass jeder Fußballer nach Wochen nur mit Laufschuhen und Yogamatte den Ball am Fuß haben will. Das ist für den Kopf wichtig. Die Jungs müssen raus“, meint Schumacher. Und doch weiß der A-Lizenz-Trainer um den „Riesenunterschied“: Zweikämpfe sind tabu. „Da fehlt natürlich der ganz wichtige Part, das Eins-gegen-eins.“ Was er seinen Jungs anbieten kann, bezeichnet Schumacher als „F-Jugend-Training“. Und dennoch wirkt es so, als würden selbst die einfachen Passübungen über eine Distanz von 12, 13 Metern den Spielern Freude bereiten. Wobei Schumacher seinen Mannen auch ins Gewissen redet: „Feldspieler berühren den Ball nur mit dem Fuß. Und wenn er in die Wicken geht, versucht ihr ihn, mit dem Fuß herauszuholen.“

Kurz darauf scheinen die Abstandsregeln kurz vergessen zu sein, als sich Torben Klinger bei seinen Kollegen in Erinnerung bringt: „Auseinander“, schreit er – mit Erfolg. „Da werden am Anfang noch Fehler passieren, das ist menschlich“, weiß Schumacher, der zwischendurch immer wieder an die Distanzvorschriften erinnert. „Achtet auf die zwei Meter!“ Eine Zweikampfübung der besonderen Art hat er dann aber doch vorbereitet. Vor dem Torschuss gilt es, am aufgestellten Dummy vorbeizukommen. Kein Problem – trotz der langen Pause.

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