RSV patzt bei Generalprobe gegen Landesligist Etelsen – 2:4 / Ebersbach gelingt Traumtor

Abwehr wackelt wie ein Milchzahn

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In dieser Szene setzt sich Ferdi Yilmaz (am Ball) gegen Etelsens Oliver Warnke durch und bereitet damit eine gute Chance vor – letztlich hatte die Gästeabwehr Rotenburgs Stürmer aber ganz gut im Griff. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseWie gut, dass Benjamin Duray auf Testspielergebnisse nicht allzu viel gibt. Sonst hätte der Coach der Rotenburger SV am Dienstagabend womöglich noch einen Nervenzusammenbruch erlitten. Sein Fußball-Oberligist unterlag auf eigener Anlage dem Landesligisten TSV Etelsen verdient mit 2:4 (2:1) – die Generalprobe für das erste Pflichtspiel nach der Winterpause, Sonnabend beim VfL Bückeburg, ging damit kräftig in die Hose.

„Wir schießen die Tore wieder alle selbst“, haderte Duray während des Spiels – und da waren die letzten beiden Etelser Treffer noch gar nicht gefallen. Festzuhalten bleibt, dass die Wümme-Elf drei Tage nach dem 5:1-Testspielsieg gegen den Landesliga-Zweiten Eintracht Cuxhaven im Vergleich mit dem klassentieferen Tabellensiebten aus Etelsen definitiv keine Leistung zeigte, die für die Oberliga taugt.

Ein Grund: Die Personalsituation ist derzeit fast schon dramatisch. Gerade einmal zwei Feldspieler hatte Duray nach den Ausfällen der verletzten Drilon Demaku, Kevin Klützke, Mert Gündar und Aziz Arnavutoglu noch auf der Bank, sodass er sogar selbst auf dem Spielberichtsbogen als Auswechselspieler stand. Co-Trainer Jan Fitchen ist längst wieder als Spieler voll eingeplant. Immerhin: Klützke bekommt nach seinem Nasenbeinbruch nun ein Carbon-Maske – spätestens Freitag soll sie da sein.

Etelsen hatte mehr Wechselmöglichkeiten, aber Coach Bernd Oberbörsch bemerkte auch „ganz leise, dass nur 16 von 26 Mann da waren – und es war nicht die Laufkundschaft, die gefehlt hat.“

Über weite Strecken war der RSV-Auftritt gegen bissige Etelser offensiv wie defensiv desolat. Duray nahm recht großzügig die Phase zwischen der 15. und 60. Minuten raus – „mit dem Rest kann man nicht zufrieden sein“, gestand er aber. Insbesondere die Abwehr wackelte wie ein Milchzahn, der kurz vorm Herausfallen ist. Selbst in der Luft hatte Etelsen einige Vorteile. „Yannik Malende hat mir da innen nicht gefallen“, übte Duray sogar offen Kritik.

Nicht von ungefähr fiel auch die Gästeführung bereits in der zweiten Minute nach einem unglaublichen 30-Meter-Volleyschuss in den rechten Winkel durch Sören Radeke. Auch in der Folgezeit blieb es beim Chancenplus der Etelser, wenngleich Axel France mit einem abgefälschten Schuss ausglich (36.) und Tim Ebersbach mit dem schönsten Tor des Abends – einem perfekt getroffenen Seitfallzieher in den linken Winkel (44.) – für die Rotenburger Pausenführung sorgten. Es war die beste Phase des RSV, der nach der Pause mit Ferdi Yilmaz einen frischen und neuen Stürmer brachte. Doch gegen die gut stehende Abwehr der Gäste kam auch er nur schwer durch.

Die Tore erzielten dafür die Gäste – mit freundlicher Unterstützung der RSV-Defensive. Vor allem beim 2:2, als Christoph Drewes sogar für Max Jäger auflegte (68.). Davut Kilinc (80.) und Mario Gloger (90.) legten zum durchaus verdienten 4:2 nach. „Wir machen uns schon selbst Angst. Wir spielen eine blitzsaubere Vorbereitung, hoffentlich endet die Serie nicht mit dem ersten Pflichtspiel“, so Etelsens Coach Oberbörsch.

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