Hurricanes contra Freiburg – das Duell der Absteiger / Rahns letztes Spiel

Ein Abschied zwischen Wehmut und Frust

Abschied von der Basketball-Bundesliga, Abschied für Laura Rahn (2.v.r.) von den Avides Hurricanes – zum letzten Mal streift die 30-Jährige das Trikot der Spielgemeinschaft aus Rotenburg und Scheeßel über. - Foto: Freese

Scheeßel - Von Matthias Freese. Laura Rahn hat anlässlich ihres letzten Bundesliga-Spiels einen ganz speziellen Auftrag für DJane Eileen Wegner. „Ich wünsche mir Matthias Reim zum Warm-up“, verkündet der Routinier der Avides Hurricanes. Für die 30-Jährige ist das Ende vom Leistungssport gekommen, für ihre Mannschaft und auch den Gegner, die Eisvögel des USC Freiburg, der Abschied aus dem Oberhaus. Also ein trauriges Spiel, das da Sonnabend um 19 Uhr in Scheeßel steigt.

„Für Laura ist es ein sehr besonderes Spiel – und wir wollen, dass sie es auch maximal genießen kann“, meint Coach Mahir Solo. Rahn spielte in der Saison 2010/2011 in der zweiten sowie die letzten drei Jahre in der ersten Liga für die Hurricanes und gesteht: „Dass die Saison vorbei ist, ist erleichternd, weil es auch jetzt einfach nicht mehr passt. Es ist schwer, Bundesliga und Beruf miteinander zu verbinden. Dass es allerdings mein letztes Spiel in der Liga ist, ist schon sehr komisch. Ich bin fast so aufgeregt wie vor meinem ersten, als ich 15 war.“

Hätte sie aufhören müssen, als es am schönsten war, hätte sie es im April 2015 mit dem Gewinn der Bronzemedaille tun müssen. „Die Saison war der absolute Wahnsinn“, sagt Laura Rahn rückblickend. Damals wie jetzt ging es gegen Freiburg. Gehörten beide Clubs 2015 also noch zum Besten, was Deutschland zu bieten hatte, hat sich das innerhalb von nur zwei Spielzeiten komplett geändert.

„Freiburg ist ähnlich strukturiert wie wir. Beide Teams haben in der Vergangenheit ihren Weg über ausgezeichnete Nachwuchsarbeit gemacht, und auch der Abstieg hat durchaus etwas mit den veränderten Rahmenbedingungen in der ersten Liga zu tun. Das ist keine Nachwuchsförderung, die dort betrieben wird. Der Wegfall der Deutschenregelung war unglücklich“, sagt Utz Bührmann, Vorstand Finanzen der Hurricanes.

Der USC Freiburg ist da vor wenigen Tagen noch direkter geworden und kritisiert „eine Liga, die einen Weg geht, der nicht für Nachwuchsspielerinnen gemacht ist. Eine Liga, die seit eineinhalb Jahren, seit der Aufkündigung des Gentlemen’s Agreements dem eigenen Nachwuchs den Mittelfinger zeigt.“ Klingt nach Wehmut, aber auch nach Frust und Verbitterung. Freiburgs letzte zaghafte Hoffnung, doch noch mit einem Sieg in Scheeßel drin bleiben zu können, war am Donnerstag zerstört worden. Das Schiedsgericht bestätigte den vom Spielleiter ausgesprochenen Punktabzug wegen des unerlaubten Einsatzes einer vierten Nicht-EU-Ausländerin am 15. Spieltag, die Berufung der Eisvögel wurde abgeschmettert.

Auffällig ist jedenfalls, dass die beiden Teams, die neben dem ebenfalls im Keller steckenden SV Halle mit den meisten deutschen Spielerinnen in die Saison gegangen waren, am Ende ganz unten stehen. Wenngleich sich die Hurricanes mit fünf ausländischen Profis und den Nachverpflichtungen in dieser Saison ja auch selbst etwas untreu wurden. Das soll künftig wieder anders werden.

„Selbstverständlich werden wir alles daran setzen, unsere nicht optimal verlaufene Saison mit einem Sieg zu beenden. Dabei hoffe ich auf viel Einsatzzeit für unsere Kleinen“, betont Laura Rahn, damit die Zuschauer sehen, „wer zukünftig übers Parkett laufen wird“. Von den ganz jungen Spielerinnen sind allerdings gegen Freiburg nur Sina Friedrichs und Celine Schröder dabei. „Sie werden sicher ihre Chance bekommen“, sagt Coach Mahir Solo und erwartet von allen im Team „volles Engagement und einen Sieg“.

Damit die „goldene Ananas im Norden bleibt“, wie es Bührmann formuliert, und die Halle gut gefüllt ist, gewähren die Hurricanes den Zuschauern übrigens Rabatte. „Zum letzten Spiel werden die Eintrittspreise generell um zwei Euro gesenkt und sowohl alle Kinder als auch BG ’89-Mitglieder haben freien Eintritt. Wer eine Trommel, Rassel oder ein anderes lautes Instrument zum Anfeuern mitbringt, erhält einen weiteren Euro Nachlass. Zudem erhält jeder zahlende Besucher ein Freigetränk beim Catering“, zählt Bührmann auf. Und Kapitän Pia Mankertz ergänzt: „Wir wollen nach dem Spiel alle Fans noch auf ein Bier und Sekt einladen. Auch wenn die Saison mit einem Abstieg endet, wollen wir uns auf diese Weise trotzdem noch bei allen für die Unterstützung bedanken.“

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