HVN löst Liga nach kommender Saison auf

Abpfiff für die Landesklasse

Nach der Saison 2020/2021 ruht der Handball in der Landesklasse der Herren und Damen. Foto: Dpa
+
Nach der Saison 2020/2021 ruht der Handball in der Landesklasse der Herren und Damen.

Rotenburg - Von Jürgen Honebein. Schluss, Aus, Ende: Die Handball-Landesklasse ist nach der Saison 2020/2021 Geschichte. In der kommenden Spielzeit spielen die Damen- und Herrenteams ein letztes Mal nach fünf Jahren die Meisterschaft aus. Bereits nach dieser Saison endet zudem die Talentschulung auf Ebene der Kreisarbeitsgemeinschaft Bremer Umland (Krage). Mit der Auflösung der Krage durch das erweiterte Präsidium des Handballverbandes Niedersachsen (HVN) endet bei der Talentförderung ein langjähriges Erfolgsmodell.

„Eine Zwischenliga wie die Landesklasse sieht die Struktur des HVN zukünftig nicht mehr vor“, sagt Steffen Mundt. Er ist der Vorsitzende der Handballregion Mitte-Niedersachsen. Die Regionsoberliga soll künftig die oberste Spielklasse der Region sein. Am Ende der kommenden Saison gibt es in den Landesklassen der Männer und Frauen eine Übergangslösung. Der Meister steigt in die Landesliga auf. Der Vizemeister spielt mit den Meistern der Regionsoberliga Mitte-Niedersachsen, Elbe-Weser und der Bremen-Liga einen zweiten Aufsteiger aus. Wer den Sprung in die Landesliga nicht schafft, wird der entsprechenden Regionsoberliga zugeordnet. Bislang gehören Mannschaften aus den Landkreisen Verden, Diepholz und auch Rotenburg der Landesklasse an – sofern sind die erste Herren des TV Sottrum und die erste Damen des TuS Rotenburg direkt betroffen. Doch wie gehen die Mannschaften und ihre Trainer mit der neuen Liga-Einteilung um?

Jens Miesner, langjähriger Trainer der Rotenburger Handballerinnen, fürchtet aus Erfahrung, dass der Sprung von der Regionsoberliga in die Landesliga sehr groß ist: „Es wird enorm schwierig werden, den Klassenerhalt in der Landesliga zu schaffen“, glaubt er. Bernd Meyer, Handball-Abteilungsleiter des TuS Rotenburg, will dagegen erst einmal abwarten: „Wir wissen ja noch gar nicht, wie die neue Liga aussieht. Aufgrund der Corona-Krise gibt es im Moment keinerlei Versammlungen oder Sitzungen des HVN. Da besteht noch Klärungsbedarf“, sagt Meyer, der noch kein endgültiges Urteil fallen will.

Götz Siegmeyer, Coach des TV Sottrum, hat derweil ganz andere Sorgen. Er will erst einmal in dieser Saison, falls sie zu Ende gespielt wird, den Klassenerhalt sichern. „Ich finde, es ist eine interessante Klasse und schade, wenn sie gekappt wird. Vielleicht kann man ja die neue Regionsoberliga auf 14 Vereine aufstocken. Das würde die Klasse sicher interessanter und spannender machen“, sagt der Pädagoge. Sottrums Vereinslegende Eric Kruse sieht die neue Klasseneinteilung durchaus positiv, doch stören die zum Teil weiten Fahrten: „Es ist ein Problem, wenn du zum Beispiel am Sonntag um 12 Uhr in Twistringen spielen musst. Dann geht fast der ganze Tag drauf, und das machen unsere Freizeit-Handballer nicht alle mit. Da müsste in der Ansetzung mehr variiert werden, um alle bei der Stange zu halten.“ Für den Sportler seien die Landesliga und die neu zusammengestellte Regionsoberliga aber sicher interessanter, glaubt Kruse.

Sofern die laufende Saison zu Ende gespielt wird, scheint es so gut wie sicher, dass in der kommenden Spielzeit die zweite Herren des TuS Rotenburg noch einmal Landesklassen-Luft schnuppert. „Es wäre sportlich eine Farce, wenn unsere gute Saison mit zur Zeit 28:0 Punkten nicht mit dem Aufstieg belohnt werden würde“, kommentiert Trainerin Lana Caesar. Ihr ist bewusst: „Fallen in zwei Jahren die Landesklassen weg, wird der Sprung von der Regionsoberliga in die Landesliga sehr groß sein. Es wird spannend, wer das überhaupt schafft“, meint die 36-Jährige. Sie ist übrigens für das neue Auswahlwesen in der Region Mitte-Niedersachsen verantwortlich. Sie ist stellvertretende Vorsitzende im Bereich Bildung und Entwicklung in HVN. Die Handball-Region Mitte hat schon die Einladung für die neue Talentförderung verschickt. Bei den Jungen wird am 3. Mai der Jahrgang 2008 gesichtet. Die Mädchen des Jahrgangs 2009 werden zu vier Trainingseinheiten geladen – am 16., 30. Mai, 13. Juni und 4. Juli. „Wir werden sehen, ob die Termine aufgrund der Corona-Krise überhaupt einzuhalten sind. Wenn nicht, werden wir neue bekanntgeben“, betont Caesar.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Bürgerrechtler verklagen Trump - "Marsch auf Washington"

Bürgerrechtler verklagen Trump - "Marsch auf Washington"

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch wurde ein Testzentrum errichtet

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch wurde ein Testzentrum errichtet

Sonnenschutz im Auto nachrüsten

Sonnenschutz im Auto nachrüsten

Brettspiele für die ganze Familie

Brettspiele für die ganze Familie

Meistgelesene Artikel

Bernholz beendet Walsedes Suche

Bernholz beendet Walsedes Suche

„Vissel“ mit Teifel in die Bezirksliga

„Vissel“ mit Teifel in die Bezirksliga

RSV sucht Ersatz für Czimmeck

RSV sucht Ersatz für Czimmeck

Dolk verstärkt TuS Rotenburg

Dolk verstärkt TuS Rotenburg

Kommentare