„Der Zug ist abgefahren“

Im Gespräch: Ex-Profi Ivan Klasnic über das Freundschaftsspiel in Rotenburg

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Ex-Profi Ivan Klasnic wird Teil der Traditionself des SV Werder Bremen sein, die am 9. September gegen die Landesliga-Mannschaft des Rotenburger SV antritt. Gestern war er bereits an der Wümme, um die Werbetrommel zu rühren.

Rotenburg - Von Vincent Wuttke und Jan Claas Rosebrock. Ivan Klasnic ist pünktlich. Genau um 11 Uhr betritt der ehemalige Stürmer des Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen das Rotenburger Rathaus, um Werbung für das Spiel der Traditionself von Werder gegen den Landesligisten Rotenburger SV am 9. September um 15 Uhr im Ahe-Stadion zu machen. Der 38-Jährige trägt für den Termin eine lässige Jeans, ein kariertes Hemd, eine Lederjacke sowie eine Sonnenbrille und begrüßt alle Anwesenden per Handschlag in dem mit einer Fensterfront ausgestatteten Sitzungsraum. Ein Kamerateam der ARD begleitet ihn für einen Beitrag.

Herr Klasnic, haben Sie Verbindungen zu der Stadt Rotenburg?

Ivan Klasnic: Ich habe zwar schon einige Male mit Paul (Metternich, Marketingbeauftragter des Rotenburger SV, Anm. d. Red.) gesprochen. Einen direkten Bezug habe ich als Hamburger zur Stadt aber nicht. Paul Metternich: Ich dachte, wir wären schon dabei, den Vertrag für einen Wechsel in unsere erste Herren auszuhandeln (lacht).

Ist das Wiedersehen mit einigen der Ex-Kollegen auf dem Platz eine Art „Klassentreffen“?

Klasnic: So fühlt es sich an. Es ist immer schön, die Jungs wiederzusehen, mit denen ich zusammengespielt habe. Wir werden uns sicherlich auch nach dem Spiel lange unterhalten und ein bisschen über alte Zeiten austauschen. Klar ist aber auch, dass wir immer noch in jedem Spiel gewinnen wollen.

Wie bereiten Sie sich denn auf die Partie vor?

Klasnic: Ich bin in den vergangenen Jahren natürlich etwas kürzer getreten, habe aber auch immer wieder an Charity-Spielen teilgenommen. Außerdem halte ich mich bei Croatia Hamburg in der Altherren-Verbandsliga fit. Im letzten Spiel habe ich da immerhin noch drei Tore gemacht.

Würden Sie sich denn als Werder-Fan bezeichnen und verfolgen Sie die Spiele der Mannschaft?

Klasnic: Natürlich fiebere ich mit. Ich bin auch noch ab und zu in Bremen im Stadion zu Besuch.

Obwohl Sie auf professioneller Ebene zuletzt 2013 aktiv waren, haben Sie nie Ihren Rücktritt verkündet. Ist eine Rückkehr auf die große Bühne denkbar?

Klasnic: Ein Comeback wie bei Claudio Pizarro wird es nicht geben (lacht). Ich habe mir ein paar Mal Gedanken darüber gemacht. Aber wenn ich ehrlich bin, ist der Zug für mich abgefahren. Ich bin nicht mehr so spritzig wie früher, wüsste aber natürlich noch, wo das Tor steht. Ich bin einfach glücklich, nach meiner dritten Nierentransplantation im vergangenen Jahr gesund zu sein, einen normalen Alltag zu haben und wieder gelegentlich Fußball spielen zu können.

Es hat nie ein Abschiedsspiel für Werder gegeben. Gibt es da Pläne?

Klasnic: Meine Zeit bei Werder Bremen war super und der Verein bedeutet mir sehr viel. „Baumi“ und ich haben schon über das Thema „Abschiedsspiel“ gesprochen. Konkret ist da aber noch nichts geplant.

Könnten Sie sich vorstellen, wie Ihre ehemaligen Kollegen Baumann und Tim Borowski als Funktionär für den SV Werder Bremen aktiv zu werden?

Klasnic: Auch darüber haben „Baumi“ und ich uns unterhalten. Ich habe darüber nachgedacht, als Stürmertrainer einzusteigen. Diese Rolle wird wohl nun eher Claudio Pizarro für diese Saison ausfüllen. Ich will aber nichts ausschließen.

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