RSV-Offensivkräfte packen Sachen, üben Kritik an Duray und erhalten dafür die Kündigung / „Schlag in die Fresse“

„Abflug“ – Heins-Brüder sorgen für Eklat

+
Zwei Plätze blieben frei: Colin und Jannick Heins verließen das Stadion noch vor dem Spiel, sodass Yannik Malende, Henner Lohmann und Jelle Röben (v.l.) viel Platz hatten.

Rotenburg - Solch einen „Abflug“ haben sie beim Rotenburger SV noch nicht erlebt: Sportlich in der Krise, plant das Schlusslicht der Fußball-Oberliga künftig ohne die Brüder Colin und Jannick Heins. Die hatten vor der Partie gegen den 1.

SC Göttingen ihre Sachen gepackt und das Sportgelände verlassen, nachdem sie in der Besprechung erfahren hatten, dass sie nicht zur Startelf gehören sollten. „Die bekommen von uns die Kündigung. Nach so einem Vergehen ist das legitim“, erklärte Vorstandsmitglied Thorsten Bruns.

Unmittelbar nach dem Spiel hatte Coach Benjamin Duray Klartext geredet: „Für jeden, der sich hier engagiert, ist das Verhalten ein Schlag in die Fresse. Unter meiner Regie werden sie nicht mehr auflaufen!“ Colin Heins konterte auf Nachfrage: „Das hätten wir wahrscheinlich eh nicht mehr.“ Unterstützung erhält Duray aus dem Team. Routinier Björn Mickelat meinte: „Unkollegial – so etwas macht man nicht, auch wenn man sauer auf den Trainer ist.“

Auslöser war die aktuelle Nichtnominierung, aber schon seit Wochen fühlen sich die Brüder nicht genügend berücksichtigt. Während Jannick Heins bisher nur die Rolle des Ersatzspielers blieb (insgesamt 110 Einsatzminuten), stand Colin Heins acht Mal in der Startelf – zuletzt jedoch kaum noch. In einer schriftlichen Stellungnahme äußerten sie sich gestern: „Wir wissen selbst, dass es prinzipiell nicht richtig war, einfach wegzufahren. Jedoch können wir auch versichern, dass dafür einiges passieren musste.“ Sie verweisen auch auf die erfolgreiche Vorbereitung. „Ruft man sich die Aufstellung aus diesen Spielen ins Gedächtnis und beachtet, wer diese teils entschieden hat, ist es schon komisch, dass in keinem einzigen Punktspiel der aktuellen Saison mit einer dieser Aufstellungen gespielt wurde. Colin spielte fortan nicht ein einziges Mal im Zentrum, obwohl es in der Vorbereitung wunderbar funktionierte“, schreiben sie. „Jeder einzelne Spieler des Kaders hat bislang die Chance bekommen, sich von Spielbeginn an zu zeigen, außer Jannick.“ Dabei habe er bis zum zehnten Spieltag als einziger jedes Training bestritten.

Kritik gibt es auch an den Systemwechseln, nachdem „die gesamte Vorbereitung ein 4-2-3-1 eingespielt“ worden war. „Im Endeffekt sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass anscheinend die Chemie nicht stimmt. Wir wollen etwas anderes als die Mannschaft und der Trainer“, erklären sie und werfen Duray „menschliche Defizite“ vor – so wie es einst Klaas Rathjen tat.

Ihr Amt als U 18-Trainer wollen sie übrigens bis zum Winter ausüben. Wenn sie dürfen. „Da werden wir im Vorstand drüber sprechen“, legt sich Thorsten Bruns noch nicht fest. · maf

Wunderschöner Winter: Das sind die besten Leserfotos 

Wunderschöner Winter: Das sind die besten Leserfotos 

Unfall an Stauende: Lkw-Fahrer tödlich verletzt

Unfall an Stauende: Lkw-Fahrer tödlich verletzt

Bericht: Amri war nahezu wöchentlich Thema bei Behörden

Bericht: Amri war nahezu wöchentlich Thema bei Behörden

Florian Grillitsch: Sein Weg bei Werder

Florian Grillitsch: Sein Weg bei Werder

Meistgelesene Artikel

Schmitz angelt sich Fadiga und Kösling und feiert Turniersieg

Schmitz angelt sich Fadiga und Kösling und feiert Turniersieg

Marvin Meyer verlässt die RSV-Reserve: „Football geht jetzt vor“

Marvin Meyer verlässt die RSV-Reserve: „Football geht jetzt vor“

Hurricanes am Abgrund - frühe Fouls frustrieren Young

Hurricanes am Abgrund - frühe Fouls frustrieren Young

Die Nimmermüden

Die Nimmermüden

Kommentare