RSV feiert 2:0 beim TB Uphusen

Ab die Post – Bolm liefert im Derby

Peter Bolm (r.), Uphusens Keeper Maximilian Hentrich sowie Nico Drummer schauen dem Ball hinterher.
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Das hätte sein Premieren-Tor in der Oberliga sein können: Peter Bolm (r.) schaut dem Ball hinterher, Uphusens Keeper Maximilian Hentrich hat ihn aber noch entscheidend zur Ecke abgelenkt. In der Mitte zu sehen: Innenverteidiger Nico Drummer.

Im Oberliga-Derby gegen den TB Uphusen lief der RSV das erste Mal im gelben Dress auf und kam prompt zum ersten Dreier in dieser Saison.

Uphusen – Wenn Maximilian Hentrich eines aus diesem Spiel gelernt haben dürfte, dann das: Mit einem Björn Mickelat sollte kein Keeper ein „Tänzchen“ wagen. Als der bis dato tadellos haltende Schlussmann des TB Uphusen in der vierten Minute der Nachspielzeit vor seinem Strafraum ins Dribbling mit dem Routinier des Rotenburger SV ging, hatte er verloren. Der 40-Jährige luchste ihm den Ball ab und vollendete zum 2:0 (1:0)-Endstand für die Gäste von der Wümme. Der RSV – erstmals in knallgelben Trikots unterwegs – verließ dadurch das Tabellenende der Fußball-Oberliga, wo sich nun die Mannen vom Arenkamp wiederfinden.

„Es hat so gewirkt, als wenn wir gar nicht richtig hochgekommen sind“, wunderte sich Uphusens Mittelfeldakteur Abdullah Dogan selbst über den behäbigen Auftritt seines Teams. „Ich weiß nicht, ob da Valium im Tee war“, rätselte auch Christian Ahlers-Ceglarek, Coach der Platzherren, von denen die meisten nach dem Abpfiff schnell das Spielfeld verließen. Lediglich die vier Einwechselspieler liefen sich noch aus.

Zeit zum Abheben: Björn Mickelat (l.) bejubelt sein 2:0 – Marcello Muniz ist der erste Gratulant.

Ahlers-Ceglarek sprach von einem „mäßigen Oberligaspiel“ – doch das lag ja in erster Linie an seinen Jungs. Die Rotenburger hatten sich höchstens eines vorzuwerfen: „Wir haben zu wenig aus unseren Chancen gemacht, das war das einzige Manko“, meinte Kapitän Stefan Denker, der einen kurzen Weg zum Platz hatte – er wohnt in Achim. Viele Meter machte derweil Rechtsaußen Peter Bolm, der sein Startelf-Debüt gab. „Gerade auf der rechten Seite hatten wir viele Vorstöße mit ihm“, betonte Denker. „Peter hatte gute Aktionen und hat den Außenverteidiger oft überlaufen“, ergänzte Mitspieler Lucas Chwolka. In der Tat hatte Burak Yigit spürbare Probleme mit Bolm, der in Anlehnung an die Trikotfarbe abging wie die Post und die erste dicke Chance besaß, aber an Hentrich scheiterte (12.). „Peter hat gut trainiert und seinen Startelf-Einsatz bestätigt, auch wenn er manchmal noch etwas grün hinter den Ohren ist“, lobte Coach Tim Ebersbach.

Ohnehin war sein Team lange Zeit dominierend, ließ Uphusens Stürmern Philipp-Bruno Rockahr und Pedro Güthermann kaum Freiheiten und erspielte sich selbst gute Offensivaktionen. Die logische Konsequenz war das längst überfällige 1:0 durch Jan Friesen – eingeleitet von Björn Hakansson und Arthur Bossert (36.). „Ein Mustertor“, meinte Ebersbach.

Voll erwischt: Uphusens Jonathan Bondombe-Simba trifft Joel Schallschmidt mit dem Ellenbogen.

RSV-Innenverteidiger Yannik Funck saß zu diesem Zeitpunkt bereits mit Adduktorenproblemen und einem verbundenen Oberschenkel auf der Bank – „vielleicht gerissen“, vermutete er. Später musste auch Joel Schallschmidt runter – aber nicht, weil ihm Uphusens Jonathan Bondombe-Simba mit seinem Ellenbogen einen Cut auf der stark blutenden Nase verpasst hatte (52.). „Ist doch nur meine Nase“, meinte der RSV-Mittelfeldakteur, spielte nach einer Behandlungspause zunächst weiter und schied dann mit Oberschenkelproblemen aus (69.).

Trotz Derby-Charakters blieb es übrigens recht fair und ruhig auf und neben dem Feld. Nur ein einziges Mal spielten die Emotionen kurz verrückt, als in Uphusens Drangphase Christoph Drewes ein wenig ungestüm und unnötig mit seinem ganzen Körper auf Rockahr fiel (84.) und dieser daraufhin folgenlos beleidigend wurde: „Mein Gott, der stinkt aus dem Maul.“ Uphusens beste Chance, sich trotz schwachen Auftritts noch einen Punkt zu erhaschen, vereitelte Keeper Jeroen Gies gegen Mirco Temp (82.).

Hatte Uphusens Torhüter Hentrich mehrfach das 0:2 verhindert – etwa gegen Lucas Chwolka (51.) und Noel Lohmann (84.) –, unterlief ihm der Fehler zum endgültigen Knock-out. „Das passte zu unserem Spiel“, fand Ahlers-Ceglarek. Ebersbach sah sich wiederum in der Wahl für das 4-3-3-System bestätigt: „Von der Spielanlage waren wir klar die bessere Mannschaft, unser Zentrum war gerade in der ersten Hälfte extrem stark. Das war unser erstes Endspiel – die Jungs waren da und haben abgeliefert.“ Wie die Post eben.

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