96-Präsident Martin Kind spricht über das Freundschaftsspiel beim RSV und seine soziale Ader

„Wir kommen zum Nulltarif“

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Martin Kind, Präsident des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, möchte dem Rotenburger SV mit dem kostenlosen Freundschaftsspiel zu einer „gesunden Basis“ verhelfen.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Martin Kind hatte gestern das Publikum bei seinem Besuch im Rotenburger Rathaus sofort auf seiner Seite. „Ich darf Sie daran erinnern, dass Hannover Ihre Landeshauptstadt ist“, erzählte der Präsident des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 lachend und spielte damit auf die Nachbarn Hamburger SV und SV Werder Bremen an. Um die „Roten“ auch in dieser Region weiter in den Fokus zu rücken, ist das Freundschaftsspiel am 24. Mai (15 Uhr) beim Oberligisten Rotenburger SV „eine sehr gute Sache“. Doch das ist nicht der Hauptgrund, warum der 70-Jährige dem Wümme-Club das „Ja-Wort“ gegeben hat. Im Interview verrät er die Hintergründe.

Herr Kind, warum haben Sie sich dazu entschieden, gegen den Rotenburger SV ein Freundschaftsspiel zu bestreiten?

Martin Kind: Paul Metternich (Marketingbeauftragter des Rotenburger SV, Anm. d. Red.) ist an mich herangetreten und hat mir erzählt, dass der Verein ein paar finanzielle Probleme hat und ein Freundschaftsspiel helfen könnte. Und wer ihn kennt, der weiß auch, dass Paul Metternich keine Ruhe gibt. Wenn man also seine Ruhe haben will, sagt man besser schnell ja (lacht).

Also haben Sie nur zugesagt, damit er nicht weiter nervt?

Kind: Nein, das war aus Überzeugung. Die Stadt Rotenburg hat es verdient. Wir wollen mit dem Spiel die Handlungsfähigkeit des Vereins erhöhen. Außerdem wollen wir hier die Bürger davon überzeugen, häufiger nach Hannover zu fahren. Unser Stadion ist schließlich viel schöner als das in Bremen oder Hamburg.

Wie erklären Sie es sich denn, dass Hannover 96 in Rotenburg längst nicht so präsent ist wie der HSV oder Werder Bremen?

Kind: Wir haben eine unruhige Vergangenheit und gehören erst seit 13 Jahren nachhaltig zur ersten Liga. Wir müssen 96 als symphatische Marke weiter vorantreiben. Wer weiß, vielleicht gibt es nach dem Freundschaftsspiel ja auch einen 96-Fanclub in Rotenburg.

Wie tief muss der RSV in die Tasche greifen?

Kind: Wir kommen zum Nulltarif. Es gibt für uns keine Gage. Der Fußball hat nicht nur eine sportliche, sondern auch eine gesellschaftliche Funktion. Wir wollen gerne dabei helfen, dass der RSV künftig wieder besser aufgestellt ist. Für mich ist es ein Selbstverständnis, Vereine in der Region zu unterstützen. Es ist mein Interesse, dem Verein somit eine gesunde Basis zu verschaffen.

Was dürfte denn für den RSV an Einnahmen übrig bleiben?

Kind: Wenn sich der Verein clever anstellt, ist ein Überschuss von mindestens 25000 Euro realistisch. Die Vorbereitungen erfolgreich umzusetzen, liegt nun in deren Hand. Wir sind aber gerne dazu bereit, die Verantwortlichen zu unterstützen. Sie müssen sich nur melden.

Mit was für einer Mannschaft tritt Hannover 96 überhaupt an?

Kind: Wir wollen ein Signal senden und kommen mit unserer ersten Elf. Wir sind bemüht, alle Stars mitzubringen. Die Spieler, die nicht auflaufen, kommen aber auf jeden Fall zum Autogramme schreiben.

Darüber dürfte die Mannschaft sicherlich nicht sonderlich erfreut sein, einen Tag nach dem letzten Bundesliga-Spieltag noch ein Freundschaftsspiel bestreiten zu müssen.

Kind: Wir haben deshalb oftmals heftige interne Diskussionen darüber, da es die Mannschaft und der Trainer nicht immer toll finden. Das sind aber rein sportliche Gründe. Es geht darum, inwieweit die Spieler zusätzlich belastet werden können.

Ex-96-Profi Deniz Kadah hat seine Wurzeln beim RSV. Besteht noch Kontakt zu ihm?

Kind: Wir verfolgen stets die Entwicklung unserer Spieler. Deniz ist noch nicht so alt, er könnte jederzeit zu uns zurückkommen. Wer ein Mal bei uns gespielt hat, der behält auch den Bezug zu uns.

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