81:76 – Hurricanes verspielen fast noch komfortable Führung / Greve rechtfertigt späte Auszeit

Young ist zur rechten Zeit zur Stelle

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Es ging zur Sache: Hier hilft Janae Young Oberhausens Lea Mersch hoch, die ihrer Dynamik zuvor weichen musste.

Scheesel - Von Matthias Freese. Das Schulterklopfen des Trainers nach dem Abpfiff war ein Zeichen der Dankbarkeit. Auch Christian Greve wusste, wer ihm und seinen Basketballerinnen der Avides Hurricanes den 81:76 (42:41)-Zittersieg gegen New Basket Oberhausen gerettet hatte: Janae Young! Die US-Amerikanerin im Team des Erstliga-Aufsteigers bewahrte in einer kribbeligen Schlussphase ihre zwischenzeitlich mit 20 Punkten Vorsprung führende Crew vor der Bruchlandung. Einzig die 27-Jährige hatte in der Scheeßeler Halle ein ruhiges Händchen. „Da hat sie uns sehr geholfen“, meinte Greve, dessen Team wieder auf Rang sechs hochkletterte.

Eine große Sorge wurde dem Coach vor dem Anpfiff genommen. Kierra Mallard, unter einer Achillessehnenreizung im rechten Fuß leidend, gab Greve grünes Licht. „Es ist okay“, bemerkte die Centerin auch nach der Partie, in der sie sich in prächtiger Form präsentiert hatte: 20 Punkte und zwölf Rebounds – Double-Double! Auch ein Verdienst von Physiotherapeutin Anna-Lena Meinke, die die Amerikanerin fast rund um die Uhr behandelt hatte. Zudem taten die Entzündungshemmer ihr Übriges.

Gehemmt wirkten die Hurricanes trotz der Serie von zuletzt drei Niederlagen keineswegs. Was die 350 Zuschauer zu sehen bekamen, war ein packendes Spiel. „Ein sehr hochklassiges und auch sehr intensives“, wie Christian Greve treffend anmerkte. Es wurde um jeden Zentimeter gefightet, notfalls auch am Boden. Und es war bisweilen sehr hart. Zu spüren bekam das besonders die junge Cherina Kaiser kurz vor der Pause, als Oberhausens Monique Reid – die Frau mit den komplett tätowierten Armen – die Lücke zumachte, ihre Schulter herausfuhr und das Hurricanes-Talent frontal mit dem Gesicht aufprallen ließ – der Pfiff der Referees Gintaras Grigisas-Elberfeld und Kasra Kaveh blieb aus. Mehrfach zu Boden ging auch Gästespielerin Lea Mersch, die dem dynamischen Antritt einer Janae Young mehrfach weichen musste.

Dennoch war es eine Halbzeit lang nahezu ausgeglichen. Vier Mal zogen die „BeeGees“ – bei denen Ashley Harris in dieser Phase besonders überzeugte – mit bis zu sechs Punkten weg. Doch jedes Mal kam das Team von Coach Stefan Mienack wieder heran. „Manchmal sind solche Spiele gut. Man lernt, Geduld zu haben“, fand Hurricanes-Aufbauspielerin Katarina Flasarova.

Das dritte Viertel war dann mit das Beste, was der Aufsteiger in dieser Saison bisher gezeigt hat – 26:7! Die Verhältnisse schienen bei einer 20-Punkte-Führung geklärt (68:48). Doch von wegen! Die Hurricanes fuhren mit ihren Zuschauern Achterbahn. Und Greve tat Cherina Kaiser keinen Gefallen damit, sie zu Beginn des letzten Durchgangs mit dem Ballvortrag zu beauftragen. „Oberhausen hat viel Druck auf sie ausgeübt“, kommentierte der Coach die Ballverluste. Hinzu kam ein unsportliches Foul von Kaiser – die Aufholjagd war im vollem Gange. Erst nach einem 14:0 der Gäste in nur drei Minuten nahm Greve die Auszeit. Zu spät? Er rechtfertigte sich hinterher: „Die Auszeit kam im richtigen Moment, ich hatte ja nur noch zwei.“ Zwar traf Young direkt danach zum 70:62, aber Oberhausen kam noch zwei Mal bis auf einen Zähler heran. Sechs Young-Punkte in den letzten zwei Minuten, einige Steals und Mallard mit dem 78:73 28 Sekunden vor dem Ende verhinderten jedoch eine große Enttäuschung.

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