Greve mit untypischen Maßnahmen

Abseits des Mainstreams

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In einem kräftezehrenden Spiel agierte Hurricanes-Leistungsträgerin Janae Young (l.) am effektivsten. Hernes Ireti Amojo gehörte in ihrem Team ebenfalls zu den Besten.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Am Ende blies der Wirbelsturm nur noch wie ein laues Lüftchen. Oder wie es Kapitänin Pia Mankertz beschrieb: „Die haben immer wieder gut gekontert und uns damit den Wind aus den Segeln genommen.“

Fakt ist: Die Bundesliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes können gegen den Herner TC einfach nicht gewinnen! Der Tabellenzweite aus dem Ruhrpott hatte insbesondere im letzten Viertel mehr zuzusetzen und entführte mit einem 80:72 (37:37) die Punkte aus der Pestalozzihalle, in der es einmal mehr wie Hechtsuppe zog.

Auch wenn es im vierten Erstliga-Duell mit Herne die vierte Niederlage setzte und Christoph Treblin, Vorstand Sport der Hurricanes, schon von einem „Herne-Fluch“ sprach, bleibt der Aufsteiger bei noch zwei ausstehenden Punktspielen auf Rang fünf. „Und da bleiben wir auch – das ist unser Ziel“, verkündete Pia Mankertz selbstsicher mit Blick auf die Play-offs. Schließlich würde ihr Team dann im Viertelfinale Herne aus dem Weg gehen. Mindestens Platz sechs ist seit gestern übrigens sicher, Rang vier inzwischen aber nahezu ausgeschlossen.

Ein wenig komisch verlief die Partie vor rund 350 Zuschauern schon. Herne machte den kompakteren Eindruck, hatte in Quenice Davis einen kaum zu stoppenden Guard (25 Punkte, zehn Rebounds) und ließ sich doch immer wieder von den Hurricanes einfangen, obwohl die Gastgeberinnen abgesehen von ihrer 96-Prozent-Quote bei Freiwürfen (!) eine ganz schwache Wurfausbeute besaßen. Nur vier von 25 Dreierversuchen sausten durch den Ring, insbesondere Katarina Flasarova fiel gegen ihre Ex-Kolleginnen mit einer ungewohnt unterirdischen Quote auf. Nachdem die Tschechin noch per Dreier die 3:0-Führung besorgt hatte (1.), gelang ihr bis zur 33. Minute kein Punkt mehr aus dem Spiel heraus – sechs Mal aus der Distanz und acht Mal aus der Nähe versuchte sie es in dieser Zeit vergeblich. „Wir haben gekämpft, aber nichts getroffen“, haderte Pia Mankertz. Trotzdem führte ihr Team kurzfristig sogar mit 41:39 durch die gut aufgelegte Janae Young (21.) und blieb auch bis Ende des dritten Viertels mit 54:56 dran.

Coach Greve hatte übrigens schon da seinen Ruf als Trainer abseits des Mainstreams manifestiert, indem er von Beginn der zweiten Halbzeit bis zur 34. Minute Mankertz, Flasarova, Young, Kierra Mallard und Laura Rahn ohne einen einzigen Wechsel durchspielen ließ. „Das war ungewöhnlich“, räumte er ein. „Aber die Fünf waren gut drauf und haben uns im Spiel gehalten.“ Als jedoch die Bulgarin Radostina Slavova-Naneva zwei Dreier zum 64:56 für Herne einstreute (33.), wirkte das wie ein Nackenschlag für die Hurricanes. „Das hat uns weh getan“, wusste auch Greve, der sich in der Schlussphase immer wieder nachdenklich in seinen Vollbart griff – das eigentlich in so einer Phase probate Mittel des Stop-the-clock-Spiels jedoch nicht wählte. „Das war für mich keine Überlegung. Das ist für mich wie Ballhalten an der Eckfahne beim Fußball – das ist einfach nicht schön“, erklärte der Coach seine Denkweise und ergänzte: „Ich habe vielmehr an unsere Chance geglaubt, es über eine gute Verteidigung hinzukriegen.“ Doch am Ende waren vielleicht auch die Kraftreserven aufgebraucht.

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