70:91 – Hurricanes brechen gegen Saarlouis ein

Im Irrgarten ohne Ausgang

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Kierra Mallard (vorne rechts) ging angeschlagen ins Spiel – kann hier aber Amanda Dowe stoppen.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Angela Rodriguez und Kierra Mallard überlegten kurz. Sollten sie? Dann drehten die beiden Amerikanerinnen wieder ab, als sie sahen, dass ihre Teamkolleginnen keine Anstalten machten, ihnen zu folgen. Das obligatorische Abklatschen mit den Fans ließen die Avides Hurricanes in Scheeßel also ausfallen.

Zu tief saß der Frust über die sechste Niederlage in Folge – 70:91 (33:55) gegen die TV Saarlouis Royals, die nächste Klatsche in der Basketball-Bundesliga. Womit auch klar ist: Ab sofort geht’s nur noch gegen den Abstieg. Reicht diese Leistung für die erste Liga? „Nee, wir haben ja verloren“, meinte Kapitänin Pia Mankertz mit viel Frust in der Stimme. „Naja“, fand hingegen ihr Coach Tomas Holesovsky, „wir haben am Ende 70 Punkte gehabt und mehr als nur ein paar Minuten gut gespielt.“ Blöd nur, dass zwischen einem ordentlichen ersten und letzten Viertel zwei ziemlich verkorkste lagen. Vor allem der zweite Durchgang war defensiv wie offensiv ein Albtraum für die nur 200 Zuschauer – 13:32!

Natürlich waren die Hurricanes geschwächt. Eigengewächs Hannah Pakulat musste schwer erkältet passen – ihre Aggressivität, ihr Kampfeswille fehlten dem Team spürbar. Und Centerin Kierra Mallard schleppte sich mit Hustenanfällen durch die Partie – immerhin gelang ihr am Ende noch ihr sechstes Double-Double. Beste Akteurin war indes Maggie Skuballa, die sich nach zwei Wochen bei der Nationalmannschaft mit 19 Punkten zurückmeldete. Allerdings war sie ebenso wie Shay Selby frühzeitig foulbelastet, bereits Anfang des zweiten Viertels kassierten beide ihre dritte Verwarnung, Anfang der zweiten Halbzeit die vierte.

„Wir geben uns zu schnell auf, wenn es nicht funktioniert und schaffen es nicht, über ein ganzes Spiel hart zu verteidigen“, monierte Pia Mankertz. Holesovsky nannte zudem die nervliche Belastung: „Wir sind schon ein bisschen unter Druck. Dann haben wir erst einmal Probleme, die Fastbreaks zu stoppen und bekommen früh Foulprobleme.“ Und zu allem Überfluss hatten die Hurricanes auch noch Saarlouis’ Corinne Costa nicht auf dem Zettel. Warum auch? Gerade einmal 6,6 Punkte gelangen der amerikanischen Centerin bisher, nun waren es gleich 24 – und das mit einer Wahnsinns-Zweier-Quote von 100 Prozent! „Das hatten wir nicht eingeplant“, gestand Holesovsky.

Die Hurricanes machten es den Royals aber auch sehr leicht, waren meist einen Tick zu langsam, sodass die Gäste sich ihren Weg zum Korb wie ein heißes Messer durch Vanilleeis bahnten. Im Gegensatz dazu verfing sich die BG ’89 offensiv wie in einem Irrgarten – ohne den Ausgang zu finden. Auf das 18:9 im letzten Viertel zu verweisen, wäre wie Sand in die Augen streuen. Nun wird’s ernst, nun geht es zu den Kellerkindern ChemCats Chemnitz und Osnabrück Panthers – die Gefahr, sich weitere Kratzspuren zu holen, ist groß. Christoph Treblin, Vorstand Sport, ist sich dessen bewusst: „Es wird ganz schwierig, sich in den nächsten beiden Spielen aus dem Loch rauszugraben. Aber davon hängt vieles ab.“

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