63:87 – Pakulat und Mallard bieten Wasserburg Paroli / Meister spielt nur zu siebt und startet furios

Die Entdeckung der Courage

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Keine Angst vor großen Namen: Hannah Pakulat (am Ball) setzt sich gegen Wasserburgs Französin Soana Lucet durch.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Eine Halbzeit lang konnte sich Tomas Holesovsky am Auftritt seines Teams nicht erwärmen, dann zog der Coach der Avides Hurricanes doch noch die Anzugjacke aus – und schließlich wanderten auch die Ärmel seines schwarzen Hemdes nach oben.

Die Überraschung blieb aber aus – seine Erstliga-Basketballerinnen unterlagen dem Meister TSV Wasserburg in Scheeßel mit 63:87 (26:52). Die Gäste vom Inn erlaubten sich allerdings zwei Verstöße, die für Gesprächsstoff sorgen: Sie traten nur zu siebt statt wie vorgeschrieben zu acht an und hielten sich nicht ans Gentlemen’s Agreement, indem sie mehrere Minuten ohne deutsche Akteurin spielten.

Wasserburg hatte aufgrund des Personalnotstandes und des Euro-Cup-Spiels am Mittwoch bei Pinkk Pécsi in Ungarn um Verlegung gebeten – doch die Liga hatte es abgelehnt, die Partie erst im nächsten Jahr nachholen zu lassen. „Aber bis Jahresende spielen wir jede Woche doppelt – vielleicht wissen sie es nicht“, kommentierte Coach Georg Eichler bissig. Also reiste er nur mit sieben Spielerinnen an. Dass es mehr als eine Geldstrafe geben wird, glauben übrigens beide Teams nicht – auch die Spielordnung gibt das nicht her.

Trotz (oder gerade aufgrund?) des Ärgers im Vorfeld wirkten die Frühaufsteher aus Oberbayern, deren Wecker um 4.45 Uhr geklingelt hatte, ungemein ausgeschlafen. Ganz im Gegensatz zu den Hurricanes, die vor 350 Fans verängstigt und mit einer extrem hohen Fehlerquote agierten. Selbst den Einwurf brachten sie mehrfach nicht zur Mitspielerin. „Wir wollten es uns selbst beweisen und früh den Stempel draufsetzen“, erklärte die aus Scheeßel stammende und seit Jahren für Wasserburg spielende Svenja Brunckhorst, übrigens die einzige mitgereiste Deutsche.

Bis auf Marlou de Kleijn und Carla Bellscheidt hatte Wasserburg übrigens alle Top-Scorer an Bord – allen voran Soana Lucet, die in der ersten Hälfte gleich fünf Dreier erzielte, und Nayo Raincock-Ekunwe. „Ich habe das Gefühl, dass sie deutlich stärker als die Jahre zuvor sind“, bemerkte Hurricanes-Eigengewächs Hannah Pakulat über das Nonplusultra des Damen-Basketballs. So zogen die Überflieger nach einem 12:0- Start mit 31 Punkten Vorsprung davon (48:17/17.).

„Wir haben mit Angst gepasst. Deshalb haben wir in der Halbzeit über Teamgeist gesprochen – und über Courage“, erklärte Tomas Holesovsky. Und genau das schien sein Team nach der Pause wiederentdeckt zu haben. Ein Glücksmoment gesellte sich plötzlich zum anderen und Hallensprecher Christoph Treblin stellte in der 27. Minute fest: „Wenn wir uns die erste Halbzeit mal wegdenken, steht es jetzt 8:7!“ Bärenstark waren vor allem Kierra Mallard, der ein Double-Double gelang (16/10), und Pakulat, die auf zwölf Punkte und acht Rebounds kam. „Mit ihnen war ich wirklich zufrieden. Kierra könnte auch bei Wasserburg mitspielen. Ohne sie hätten wir mit 50 Punkten verloren“, meinte Holesovsky.

Bis auf 15 Punkte kam sein Team nach einem Freiwurf von Maggie Skuballa zum 50:65 sogar heran (34.). „Wir waren stehend k.o.“, wusste Georg Eichler, was Svenja Brunckhorst auf die dünne Decke und den verteidigungsintensiven Spielstil zurückführte. Am Ende war Wasserburg in dieser Saison noch kein Gegner so nah gekommen – wenn bei diesem Abstand von Nähe gesprochen werden kann …

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