63:70 gegen Halle trotz Zehn-Punkte-Führung

Hurricanes fehlen Mallards Punkte

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Während im Hintergrund noch Pia Mankertz das 29:30 von Andrea Baden bejubelt, schaut Kierra Mallard (vorne) skeptisch drein.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Kierra Mallard wirkte nicht glücklich – weder in den Auszeiten noch in den Viertelpausen, als sie mit ihrem rosa-weißen Handtuch um den Hals stets den letzten Platz auf der Bank einnahm. Kein Wunder.

Der sonst so zuverlässig zweistellig punktenden Centerin der Avides Hurricanes gelang im Heimspiel der Basketball-Bundesliga gegen den SV Halle nur wenig. Zehn Fehlwürfe produzierte die Amerikanerin in Halbzeit eins, ehe sie erstmals punktete. Am Ende kam sie noch auf acht Zähler und 13 Rebounds – ihr Team kassierte mit dem 63:70 (29:30) gegen die Saalestädterinnen aber die vierte Niederlage am Stück.

Es lief an diesem Samstagabend in der Rotenburger Pestalozzihalle von Beginn an nicht rund. Die 24-Sekunden-Anlage über den Körben funktionierte nicht, sodass das herkömmliche Boden-Modell aus Scheeßel geholt werden musste. Auch die Fouls wurden nicht wie gewohnt an der modernen Anzeigetafel eingeblendet, und mit nur 270 Zuschauern gab es auch für Schatzmeister Utz Bührmann eine eher unbefriedigende Zahl zu notieren.

Schlimmer aber wiegt das Ergebnis, dass die Hurricanes auf dem Feld erzielten. Ein paar Zahlen untermauern, warum es dazu kam. So etwa die miserable Freiwurfquote der ersten Halbzeit, die bei nur knapp über 50 Prozent lag. Das Ungewöhnliche: In Hälfte zwei wurde den Gastgeberinnen kein einziger Freiwurf mehr zugesprochen. Auffällig ist auch die Reboundbilanz, die mit 42:29 an Halle ging.

Coach Tomas Holesovsky vermied es aber, die Gründe der Niederlage bei Kierra Mallard zu suchen. „So etwas kann passieren, wir sind nur Menschen. Sie ist nicht gut ins Spiel gekommen, hat aber ihre Verteidigung durchgezogen“, betonte der Tscheche, der bereits nach fünf Minuten Eigengewächs Birte Riebesell für Mallard aufs Feld geschickt hatte, nachdem diese ihr zweites Foul kassiert hatte. Holesovsky sah die Probleme vielmehr woanders: „Wir haben keinen Schlüssel gegen Halles Zonenverteidigung gefunden.“ Routinier Laura Rahn stimmte zu: „Wir waren zu statisch und haben uns auf den verlassen, der den Ball hatte.“

Dabei hatte Andrea Baden per Buzzerbeater noch für einen versöhnlichen 29:30- Halbzeitstand gesorgt, nachdem Holesovsky sechs Sekunden zuvor eine Auszeit genommen hatte, um seinen taktischen Schachzug zu besprechen. Auch mit Wiederbeginn lief es zunächst vorzüglich. Die Hurricanes trieben Gäste-Coach René Spandauw zu einem wahren Wutausbruch und setzten sich nach Dreiern der formverbesserten Angela Rodriguez und der stark agierenden Nationalspielerin Maggie Skuballa mit zehn Punkten ab – 46:36 (26.). Halle reagierte gefrustet, Top-Scorerin Aliaksandra Tarasava rannte Pia Mankertz über den Haufen und kassierte ihr viertes Foul (28.). „Sagenhaft, danach spielt sie mit der Gefahr, das fünfte Foul zu bekommen, weiter und wird immer stärker“, staunte auch Christoph Treblin, Vorstand Sport der Hurricanes, über die Weißrussin.

Halle, wieder von Spandauw auf Kurs gebracht, drehte die Partie mit einem 22:5-Run zurück. „Wir haben uns die Butter wieder vom Brot nehmen lassen“, ärgerte sich Rahn. „Und wir hatten Angst, unter den Korb zu ziehen“, stellte Holesovsky fest. Rodriguez brachte die Hurricanes per Dreier 1:17 Minuten vor dem Ende zwar auf 63:66 heran, doch damit war das Pulver auch verschossen.

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