59:80 – Hurricanes unterliegen Wasserburg erstmals in Scheeßel / „Wir haben nicht kapituliert“

Mankertz ärgert Meister mit Dreiern

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Packende Duelle: Pia Mankertz (am Ball) nimmt es mit Wasserburgs Amerikanerin Shey Peddy, immerhin ehemalige WNBA-Spielerin, auf. Hinten schaut MVP Emma Cannon zu.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Das größte Kompliment kam vom Meister-Trainer höchstpersönlich: „Es würde mich wundern, wenn die nicht in die Play-offs gehen“, urteilte Bastian Wernthaler, der Coach des amtierenden Basketball-Titelträgers TSV Wasserburg, über die Avides Hurricanes. Zwar unterlag der Aufsteiger den Überfliegern aus Bayern gestern in Scheeßel mit 59:80 (28:40), doch sah Wernthaler den „mit Abstand“ besten Gegner der bisherigen Saison.

Hurricanes-Coach Christian Greve wollte sich von den netten Worten des Kollegen nicht erst blenden lassen: „Es geht weiter um den Klassenerhalt“, stellte er betont fest. Und er ergänzte: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir länger drangeblieben wären. Aber die haben schon nicht unerheblich Druck aufgebaut.“ So jedenfalls gab es im dritten Vergleich in Scheeßel den ersten Wasserburger Sieg überhaupt. Allerdings vor „nur“ 410 Zuschauern, die ein intensives, interessantes und hochklassiges Duell sahen. Und obendrein eine Pia Mankertz in Gala-Form. „Ich war motiviert“, kommentierte die Kapitänin der Hurricanes ihren Auftritt. Sechs Dreier versenkte sie im Laufe der Partie, nur der siebte Versuch in der Schlussphase verfehlte sein Ziel. „Unglaublich stark“ nannte Coach Greve diese Leistung.

Auch bei Katarina Flasarova zeigt die Leistungskurve nach oben. Mehrfach zog die Tschechin clever zum Korb, ohne sich aufhalten zu lassen. Am Ende kam sie auf zwölf Punkte. „Sie kommt immer besser rein“, bemerkte Greve. Eigengewächs Andrea Baden hatte ebenfalls gute Szenen, wird immer selbstbewusster und rechtfertigte ihre 15 Einsatzminuten mit vier Punkten und drei Rebounds. Unglücklich agierte derweil die Amerikanerin Ashley Harris, die sich in der 16. Minute erst ihr drittes und dann in der Offense ihr viertes Foul abholte. Nach einer längeren Bankphase verabschiedete sie sich in der 37. Minute mit der fünften Regelwidrigkeit. „Ich weiß trotzdem, was ich an ihr habe“, stärkt der Coach ihr den Rücken. Immerhin kam durch Harris’ Ausfall Youngster Birte Riebesell zu ihrer ersten Minute im deutschen Oberhaus.

Auch sonst waren es mitunter schon einzelne Taten, die für Glücksgefühle bei den Beteiligten und Jubelstürme auf den Rängen sorgten. Etwa als die 17-jährige Cherina Kaiser die jüngst als MVP ausgezeichnete Amerikanerin Emma Cannon klasse blockte (19.). Was den Hurricanes ebenfalls anzumerken war: Sie steckten nie auf. „Wir haben nicht kapituliert“, drückte es Greve in seinen Worten aus. So warf Mankertz mit zwei Dreiern in nur wenigen Sekunden ihr Team wieder auf 11:14 heran (6.), so verkürzten im dritten Viertel Flasarova und Mankertz aus der Distanz wieder auf zehn Punkte (34:44/24.).

Dann zog Wasserburg jedoch wieder weg, insbesondere die aus Scheeßel stammende Svenja Brunckhorst war Dreh- und Angelpunkt und brachte per Freiwurf erstmals eine 20-Punkte-Führung 57:37 (28.). Derweil kamen die Großen im Team des Abonnement-Meisters – sprich Cannon, Tiina Sten oder Anna Jurcenkova – nicht so recht zum Zuge. „Die Mannschaft hat gegen ein starkes Hurricanes-Team aber gut gearbeitet“, fand Wernthaler. Und Pia Mankertz meinte: „Wir haben uns gut geschlagen, aber Wasserburg hatte immer die richtige Antwort.“

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