„The Crazy One“ lässt die Jungen los

27:22 – Rotenburg bringt Tempospiel gegen Neerstedt durch

Auch zu zweit war Spielmacher Fabian Knappik (am Ball) nur schwer zu stoppen. Hier versuchen es die Neerstedter Niklas Lüdeke (M.) und Eike Kolpack. - Fotos: Freese
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Auch zu zweit war Spielmacher Fabian Knappik (am Ball) nur schwer zu stoppen. Hier versuchen es die Neerstedter Niklas Lüdeke (M.) und Eike Kolpack.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Ähnlichkeit war frappierend. Nils Muche trug sein Portrait auf der Brust – zwar stilisiert, aber die orangen Linien, die nur Haare und Vollbart nachzeichneten, ließen keinen anderen Schluss zu. „The Crazy One“ stand noch auf schwarzem Hintergrund drauf – auch das irgendwie passend. Thomas Zudse, „Chefausstatter“ der Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg, hatte das Shirt dem Coach vor dem Spiel überreicht. „Ich habe mich sehr darüber gefreut“, betonte Muche. Genau wie über den anschließenden 27:22 (13:9)-Heimsieg gegen den TV Neerstedt.

Die Wümme-Sieben ist nach einem kleinen Zwischentief in die Erfolgsspur zurückgekehrt, behauptet Platz fünf und steht mit nunmehr 20 Pluspunkten auf der Habenseite wohl kurz vorm Klassenerhalt. Auf der anderen Seite verharrte beim direkten Verfolger Neerstedt Coach Björn Wolken noch einige Minuten nach dem Abpfiff sprachlos und nachdenklich auf seiner Bank. 

„Keine Einstellung, keine Punkte“, bemerkte er hadernd. Die Siegesserie seiner Mannen mit zuletzt drei Erfolgen in Folge endete abrupt, obwohl die Neerstedter im Hinspiel den Aufsteiger noch mit 31:21 düpiert hatten. Dass in der Pestalozzihalle ohne Harz gespielt werden muss, wollte Wolken nicht als Grund anführen. „Seit Montag haben meine Jungs keine Backe mehr gesehen. Und in Elsfleth haben wir auch zwei Punkte geholt. Das ist einfach nur Kopfsache“, fand er.

Nils Muche trägt sich selbst.

Den Rotenburgern gelang es derweil, ihr Tempospiel aufzuziehen und über die erste und zweite Welle zum Erfolg zu kommen. Und das, obwohl Muche die Trainingsarbeit nicht gerade erleichtert worden war. Jens Behrens (Schulterprobleme) und Sören Heyber (Handgelenksprobleme) hatten kaum trainiert und gingen lädiert ins Spiel. 

Hinzu kam der Ausfall der drei Skiurlauber Johann Knodel, Jens Koch und Christian Hausdorf. Was wiederum auch eine Umstellung für Abwehrchef Klaas-Marten Badenhop mit sich brachte. „Das war schon anstrengend in dem Sinne, dass man mehr reden musste. Mit ‚Hausi‘ läuft es sonst ja intuitiv. Aber Kilian und Jens haben ihre Sache super gemacht“, lobte der Kapitän seine Ersatzpartner, die beide Behrens mit Nachnamen heißen.

Vorne versuchte es Heyber zwar auf der halblinken Position, war aber spürbar gehemmt. Also schickte Muche Patrick Zahn auf die Platte. „Und er hat Sören sehr gut ersetzt“, urteilte der Coach. Fünf Tore von Zahn untermauern das. Starke Szenen sahen die gut 300 Zuschauer auch von Rechtsaußen Luka Bruns, der den Ball immer wieder in den Winkel pfefferte. 

Einen richtig guten Job lieferte auch wieder Keeper Yannick Kelm ab. Er zeigte nicht nur etliche Paraden, sondern leitete auch immer wieder die Gegenstöße ein. Beim 10:6 durch Lukas Misere hatte sich Rotenburg erstmals etwas abgesetzt (22.), um den Vorsprung nach der Pause kontinuierlich auszubauen. Und als sich Neerstedts Linksaußen Paul Schröder, der bis zur C-Jugend noch für den TuS Rotenburg gespielt hatte, eine Zeitstrafe abholte, nutzte Fabian Knappik die Überzahl zum 20:12 (41.).

Etliche Zwei-Minuten-Strafen auf beiden Seiten störten in der Folgezeit etwas den Spielfluss, doch die Rotenburger behielten stets den Überblick. Und Muche gönnte in den letzten drei Minuten quasi der nächsten Generation ihren Auftritt. Er verhalf den A-Jugendlichen Tim Kesselring und Daniel Barkholdt zu ihrem Debüt und stellte ihnen mit Kilian Behrens, Max Nowosadtko und Michel Misere noch drei weitere Jungspunde an die Seite. So gingen zwar die letzten drei Tore auf das Neerstedter Konto, doch das störte den Trainer nicht. „Wir wollten einfach definitiv diese fünf, sechs Tore mehr“, stellte „The Crazy One“ ganz beruhigt fest.

Ob das Trainer-Shirt nun nach erfolgreicher Premiere auch in Serie geht? Gut möglich. Zumindest wurde es schon mal im Eingangsbereich zum Erwerbe angeboten – das Zeug zum Verkaufsschlager hat es allemal.

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