0:10 – Bothel erhält im Bezirkspokal gegen Heeslingen eine Lehrstunde und enttäuscht Coach Ullrich

Keeper Meinke im Stich gelassen

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Hinterhergelaufen: Stephen Famewo ist von Gianfranco Cusimano, Julian Prinz und Bastian Hollmann (v.l.) nicht zu halten.

Bothel - Von Matthias Freese. Als Peter Ullrich seine Mannen nach dem Abpfiff für einige Minuten im Mittelkreis um sich versammelte und nachdenklich dreinblickend die linke Hand an die Wange legte, wirkte es aus der Entfernung wie ein Einlauf, den der Coach seinen Kreisliga-Fußballern da verpasste. Laut wurde er nicht – doch die Worte waren deutlich. „Das Ergebnis ist mir wurscht, aber über das Wie wird noch zu reden sein“, erklärte er später angesichts der 0:10 (0:6)-Pleite in der ersten Hauptrunde des Bezirks- pokals gegen den Landesliga-Titelanwärter Heeslinger SC.

Ullrich verwies nicht darauf, dass ihm Leistungsträger wie Christoph Meinke und Cedric Ahrens fehlten und Neuzugang Willi Nowakowski zwar inzwischen spielberechtigt ist, sich aber im Abschlusstraining verletzt hatte. Er erwähnte als Ausrede auch nicht, dass er zwei Akteure aufgrund der Personalnot aus der Reserve einsetzte – Steven Richter sogar in der Startelf, Patrick Wichern ab der 71. Minute. Der Trainer des Kreisliga-Aufsteigers sagte stattdessen: „Ich hatte Heeslingen schon so stark erwartet, aber ich bin enttäuscht von unserer Leistung. Wir haben zu viele Fehler ohne Druck gemacht und falsche Entscheidungen getroffen. Und der Fitnesszustand einiger Spieler ist auch mangelhaft! Vielleicht ruhen sich manche noch auf den Lorbeeren aus – aber das zählt nicht mehr.“ Rumms, das saß!

Die ärmste Sau auf dem Platz war da ohne Frage Keeper Hendrik Meinke, der sich mit rund einem halben Dutzend erstklassiger Paraden auszeichnete, aber trotzdem zehn Mal hinter sich greifen musste, weil ihn seine überforderten Vorderleute mehrfach im Stich ließen. „Seine Leistung war okay“, stellte auch Ullrich fest.

Freilich machte auch Heeslingen von Beginn an den Eindruck, diese Partie nicht auf die leichte Schultern nehmen zu wollen. Der Landesligist zeigte den rund 180 Zuschauern attraktiven und engagierten Fußball, der durchaus Oberliga-Format hatte. Schwer zu bändigen war insbesondere Neuzugang Stephen Famewo im offensiven Mittelfeld, aber auch der schnelle, über rechts angreifende Oliver Gerken. „Es ist doch klar, dass wir eine Runde weiterkommen müssen“, stellte auch Abwehrspieler Ole Bruns hinterher fest. „Und der Ball lief auch ganz gut. Bei den Standards sind wir ohnehin stark, über die Außen auch.“

Die Spannung war denn auch schon nach einer knappen Viertelstunde raus aus dem Spiel. Da führte Heeslingen nach Toren von Kevin Rehling und Janis Müller mit 2:0 (7./14.). Bis zur Pause erhöhten Gerken (18./21.), Jannis Oberbörsch nach Bruns-Flanke (42.) und Famewo (45.) auf 6:0.

Nach der Pause ließ es die Elf von Trainer Sören Seidel etwas lockerer angehen, siegte aber dennoch zweistellig. Oberbörsch (52.), Marco Sobolewski (67.), Rehling (85.) und Dominik Bremer per Foulelfmeter (90.) hießen die Schützen. Wenngleich der letzte Treffer nicht mehr gefallen wäre, wenn Mirko Lippold beim regulären Zweikampf gegen Kevin Altmann fairerweise nicht geschrien und den Strafstoß damit bei Referee Faruk Maulawy (TSV Bülstedt/Vorwerk) auch nicht provoziert hätte.

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