Fußball-Bezirksliga: Union Varl gewinnt Derby beim FC Preußen Espelkamp

Zwei rote Karten und ein überraschender Sieger

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Gut verteidigt: Hier retten Marvin Koch (r.) und Jens Meier vor dem Espelkamper Valentin Dück. Mit Torhüter Marcel Redeker hatten die Varler zudem einen starken Torwart als Rückhalt.

Minden-luebbecke - Von Andreas GerthESPELKAMP · Nur ein Tor, dafür aber zwei Rote Karten, ein ausgewechselter Spieler, der dem Schiedsrichter an die Wäsche will, viel Aufregung und ein überraschender Sieger: Das Derby der Fußball-Bezirksliga gestern Nachmittag zwischen dem FC Preußen Espelkamp und der SpVg. Union Varl hatte einiges zu bieten und wurde durch einen Treffer von Kapitän Andre Lange aus der 12. Spielminute zugunsten der Varler entschieden.

Der erste Kommentar von Gästecoach Sebastian Numrich fiel prägnant aus: „Das war eine großartige kämpferische Leistung. Eine Leistung, auf die ich stolz bin.“

Seine Mannschaft sammelte durch den Coup in Espelkamp die Saisonpunkte 22 bis 24 – Bigpoints im Rennen um den Klassenerhalt. Katzenjammer dagegen bei den Gastgebern. Die Espelkamper verloren nicht nur die Punkte und den Kontakt zu den Spitzenplätzen, sondern mit Torhüter Till Wriedt und Benjamin Rossel auch zwei wichtige Spieler. Beide sahen rot.

„Die erste wegen eines Bodychecks, die zweite wegen Beleidigung des Schiedsrichters“, erklärte der Unparteiische, der sich auch nach Spielende von Espelkamper Akteuren umringt sah. Sie diskutierten und hatten zumindest die Situation mit Torwart Wriedt anders gesehen. Der war kurz vor Schluss bei einem Konter der Varler aus dem Strafraum gestürmt und hatte dabei Pascal Meier abgeräumt, beteuerte aber seine Unschuld und lag damit auch nicht ganz daneben. „Er hat sowohl den Ball gespielt als auch den Gegenspieler getroffen“, erklärte der Schiedsrichter.

Letzterer hatte gestern einen Fulltimejob im Pürsten-Stadion. Er sprang für den angesetzten, jedoch nicht erschienen Unparteiischen ein und pfiff das Altkreis-Derby mit 30-minütiger Verspätung an.

Die erste gute Aktion besaßen die Gastgeber mit einer Flanke von Daniel Penner und anschließendem Kopfball von Sascha Manske (Redeker pariert), das Tor fiel jedoch auf der anderen Seite bei der ersten Chance für Union Varl: Einen scharf geschossenen Freistoß von Jens Meier lässt Torhüter Till Wriedt nach vorne abprallen, wo Varls Torjäger Andre Lange am schnellsten schaltet – 0:1 (12.).

Die anderen Möglichkeiten gibt es auf der anderen Seite, wo sich Varls Schlussmann Marcel Redeker mit einer Faustabwehr auszeichnet, dann aber den folgenden Eckstoß unterläuft und Glück hat, dass Manske den Ball neben das Tor köpft. Auf dem Kopf haben die Espelkamper den Ausgleich auch in der 35. Minute, als Daniel Penner sein Ziel um Zentimeter verfehlt.

Diese Chancen täuschen aber nicht darüber hinweg, dass die Espelkamper ein ganz schwaches Spiel zeigen. Trainer Uwe Korejtek ist entsprechend sauer und lässt die Spieler seinen Ärger spüren: „Löst endlich die Handbremse. Wovor habt ihr Angst, ihr spielt Fußball ohne Leidenschaft !“

Mehr Leidenschaft kommt nach Wiederanpfiff ins Spiel des Favoriten, dem die spielerische Linie jedoch weiterhin abgeht. Das Fehlen mehrerer Spieler (Kreienbrock, Warkentin, Wittig, Patrick Rossel) ist nicht zu übersehen. Später wechselt Korejtek mit Refik Salihi und Axel Benus zwei Akteure ein, die vorher 90 Minuten für die zweite Mannschaft gespielt haben, und Benus – der Torhüter der Reserve – führt sich als Stürmer mit zwei guten Gelegenheiten auch prompt gut ein.

Espelkamps erfolgreichster Torschütze Watschagan Harutjunjan war angeschlagen ausgewechselt worden, tauchte jedoch noch einmal auf dem Spielfeld aus. Er eilte in bedrohlicher Manier auf den Schiedsrichter zu, nachdem dieser Wriedt und Rossel vom Platz gestellt hatte, und musste zurückgehalten werden. Hier hatten die Espelkamper sogar Glück, dass es nicht die dritte Rote Karte gab.

Kurz darauf war Schluss und die Varler lagen sich in den Armen. Abwehrspieler Marvin Koch und Co. belohnten sich für eine kämpferisch starke Leistung mit drei Bigpoints im Rennen um den Klassenerhalt. Applaus von den zahlreich mitgereisten Anhängern gab es als Bonus dazu.

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