Weniger Schiedsrichter und mehr Verfahren im Fußballkreis Lübbecke

Kreis legt Spielern Fair-Play in die Hand

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Im Rahmen der Senioren-Arbeitstagung als Vertreter der Meisterteams und Staffelsieger geehrt: Bastian Wandtke (SV Schnathorst, v.l.), Christian Assmann (TuSpo Rahden), Andre Koch (SuS Holzhausen) sowie Cornelius Walde und Pascal Peper (beide TuRa Espelkamp).

Bad Holzhausen - Von Andreas Gerth. Das Thema ist nicht neu. „Doch wir wollen es aufrechterhalten, weiterhin dafür eintreten und es in den Vereinen hoch aufhängen“, betont Karl-Heinz Eikenhorst. Der Vorsitzende des Fußballkreises Lübbecke meint damit die „Fair-Play-Kampagne“, die bei der Senioren-Arbeitstagung in Bad Holzhausen einen wichtigen Tagesordnungspunkt bildete und mit dem Anpfiff zur Saison 2015/ 2016 eine Fortsetzung findet.

Die Abschlussveranstaltung in Alt-Espelkamp mit der Übergabe des Fair-Play-Pokals an den SV Schnathorst sei nur eine Zwischenstation gewesen. Eine weitere Etappe gab es jetzt beim Staffeltag selber, in dessen Rahmen die fairsten Mannschaften der Kreisliga C – Union Varl II, TuSpo Rahden II und SC Isenstedt III – ausgezeichnet wurden. Und das nächste Ziel ist die bevorstehende Saison, in der die Mannschaften das Fair-Play buchstäblich selbst in die Hand nehmen sollen.

Gewünscht ist der „Handshake“, der Handschlag aller beteiligter Spieler, der Trainer und Betreuer und Schiedsrichter, und zwar vor und nach jedem Spiel. „Ob es jedoch Sinn macht, auf das Händeschütteln zu bestehen, wenn man ein hektisches Spiel in der 89. Minute gerade erst beruhigt hat, erscheint mir nicht ratsam“, so der Einwurf von Jörg Uphoff, dem Vorsitzenden des Kreisschiedsrichterausschusses. „Das muss vor Ort im konkreten Fall entschieden werden, doch in der Regel ist die Umsetzung wünschenswert“, meint Eikenhorst und erhofft sich im Laufe der Saison weitere Ideen der Vereine sowie einen Runden Tisch mit Verantwortlichen und Trainern zum Thema fairer Umgang miteinander.

Dazu gehören auch die Schiedsrichter, von denen es im Fußballkreis Lübbecke immer weniger gibt. „124 müssten wir haben, 81 sind es, das sind 43 zu wenig“, rechnet Jörg Uphoff vor. Zum Lehrgang im Frühjahr seien fünf Anwärter gemeldet worden, von denen einer die Prüfung nicht bestand. „Vier neue Schiedsrichter, das reicht nicht“, macht Uphoff deutlich.

Weniger Schiedsrichter zu stellen, als im Soll berechnet, wird für die Vereine nun übrigens noch teurer. Negativbeispiel ist in dieser Hinsicht Union Varl, der Verein des Kreisvorsitzenden. Können die Varler ihr Schiedsrichterkontingent nicht erhöhen, werden sie mit 680 Euro zur Kasse gebeten. Deshalb wies Jörg Uphoff nachdrücklich auf die nächsten Anwärterlehrgänge Ende August und im Herbst hin, „um dem Trend entgegenzuwirken“.

Einen solchen hat auch Dietmar Meier ausgemacht, wobei der Vorsitzende der Kreisspruchkammer von einem leichten Anstieg von 17 auf 19 Verfahren im Vergleich zur Vorsaison berichtete. „Damit bewegen wir uns weiterhin auf einem niedrigen Level“, erklärt er mit Blick auf die 23 Verfahren 2012/13 und 2011/12.

Was den Oppenweher jedoch nach wie vor irritiert, sind die Fälle mit Tätlichkeiten. So jüngst beim Stemwederberg-Pokal seitens eines Spielers des TuS Levern und so auch im Fall des ehemaligen Alsweder Spielers Hüseyin Özal. Letzterer hat sich durch einen Vereinsaustritt dem Sportstrafverfahren entzogen, jedoch nur bis auf weiteres. „Sobald sich der Spieler einem Verein im DFB anschließt, wird das Verfahren wieder aufgenommen, und zwar dort, wo es angefallen ist, in diesem Fall also bei der Kreisspruchkammer Lübbecke. Und für die Kosten des Verfahrens haftet der Verein, dem der Spieler zum Zeitpunkt des Vorfalls angehört hat“, führt Meier aus.

Wohl auch wegen dieser geschilderten Fälle möchte der Vorstand des Fußballkreises Lübbecke seine Fair-Play-Kampagne fortsetzen und voranbringen.

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