Wechsel an der Spitze des Tischtennis-Kreises Minden-Lübbecke/Viererteams auf Vormarsch

Böhmert geht, Visionär Wiese tritt an

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Von seinen Vorstandskollegen mit einem Präsent zum Genießen verabschiedet: Carsten Böhmert.

Minden-Lübbecke - „Ich habe über zwei Jahrzehnte das Sportliche vor das Private gestellt. Ab jetzt wird es anders sein. Ich werde mich zurückziehen und das auch genießen“. Carsten Böhmert, langjähriger und nun verabschiedeter Vorsitzender des Tischtennis-Kreises Minden-Lübbecke, stand beim Kreistag in Rothenuffeln noch einmal im Mittelpunkt und sorgte für die emotionalen Momente.

Nicht nur, dass mit dem Ausscheiden von Böhmert eine Ära zu Ende geht, auch die Länge der Sitzung der Vereinsdelegierten bewegte sich mit weit über drei Stunden auf Rekordniveau.

Nachfolger von Böhmert wird der Mindener Harald Wiese. Der 68-jährige Visionär hatte schon im Vorfeld viel Arbeit in sein Projekt investiert und letztlich auch die Vereinsvertreter mit „ins Boot geholt“.

Fast auf den Tag genau vor 27 Jahren, am 19. Mai 1988, folgte Carsten Böhmert als Kreisjugendwart auf Horst Drews. Kein leichter Start, denn Drews hatte die Nachwuchsarbeit weit nach vorne gebracht. „Auch wenn es eine Menge Arbeit war, hat es viel Spaß gemacht. Es war schön, Menschen wie Horst Drews, Rudolf Tellermann, Hans-Dieter Gröting, Peter Hunke oder Harald Rumke kennengelernt zu haben. Sie haben mich in meinen ersten Jahren geführt und angeleitet“, blickte Böhmert noch einmal zurück.

„Wir hatten damals zwei Ranglisten im Jugendbereich pro Saison. 120 Starter bei den Jungen und Schülern waren keine Seltenheit. Kreismeisterschaften mit 600 Startern in zwei großen Hallen. Zudem wurde noch alles von Hand organisiert.“ Besonders der gesellige Aspekt sei früher mehr beachtet worden, so Böhmert weiter. „Heute ist durch Computer und Online-Systeme vieles vereinfacht worden. Oft aber steht das Ich im Vordergrund und nicht die Belange aller. Der Zusammenhalt, den es früher gab, ist heute nicht mehr so stark zu spüren“, so Böhmerts nicht nur schöngefärbter Abschlussbericht.

Besonders im Jugendbereich müsse der Kreis Minden-Lübbecke wieder mehr machen. Nach „goldenen Jahren“ habe man den Anschluss im Vergleich zu anderen Kreisen verloren. „Unstrittig ist, dass uns mindestens eine Generation im Kreis fehlt“, macht Böhmert deutlich. Auch im Kreisvorstand seien „Nachwuchstalente“ nicht vorhanden.

Begonnen hatte der Kreistag mit der Entscheidung über drei Anträge, die vom TuS Stemwede, RW Unterlübbe und Staffelleiter Peter Snethlage eingereicht wurden. Lange Zeit wurde kontrovers darüber diskutiert, in der 2. und 3. Kreisklasse ab der kommenden Saison mit Vierermannschaften zu spielen. Durch die bestehende Auf- und Abstiegsregelung sei dies zumindest in der 2. Kreisklasse nicht umzusetzen. Angenommen wurde letztlich der Antrag der TuS Stemwede. So wird ab der Spielzeit 2015/16 in der 3. Kreisklasse mit Viererteams gespielt, die 2. Kreisklasse soll ab der Saison 2016/17 folgen.

„Dienstleister

der Vereine“

Anschließend erklärte Harald Wiese, wie er sich die Zukunft des Kreises Minden-Lübbecke im Tischtennis vorstellt. „Die Basis bilden die Vereine. Der Kreis ist weiter der Dienstleister der Vereine. Zudem ist klar, dass ich die Arbeit des Vorsitzenden nicht in der Form abbilden kann, wie es Carsten gemacht hat“, gab Wiese klar zu verstehen. Neben Maßnahmen für die Jugendarbeit machte Wiese auch deutlich, dass in Sachen Öffentlichkeitsarbeit Nachholbedarf bestehe. Dabei baut der neue Vorsitzende auf ein starkes Team. „Wir können nicht alles sofort umsetzen. Aber wir müssen es zumindest versuchen. Eine andere Alternative haben wir nicht“, so Wiese.

Bereits vor den Neuwahlen des Vorstandes wurde Carsten Böhmert offiziell verabschiedet. Dazu bekam er von Sportwart Carsten Kucks ein Präsent der Vorstandskollegen überreicht. Zudem wurde Böhmert von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Als Versammlungsleiter wurde Peter Hunke vom TTV Lübbecke gewählt. Auch Hunke würdigte noch einmal die Arbeit von Böhmert und warf zudem einen Blick voraus. „Du hast dich in den 27 Jahren mit viel Herzblut für alle Belange eingesetzt. Dafür gilt es dir recht herzlich zu danken. Es freut mich aber auch, dass mit Harald Wiese ein Nachfolger gefunden wurde, der mit viel Engagement an die Sache herangeht“, so Hunke. Keine Überraschung war danach die einstimmige Wahl Wieses in der Position des Kreisvorsitzenden.

„Ich bedanke mich für die Vorschusslorbeeren. Ich habe viele tolle Menschen über den Tischtennissport kennengelernt. Jetzt möchte ich davon etwas zurückgeben. Doch dafür brauche eure Unterstützung“, wandte sich Wiese an die Vereinsvertreter.

mm

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