Europameister Weber unterstützt Sprinter

In vielen Disziplinen weit von Weltspitze entfernt

Harmut Weber (Mitte) erläuterte den Stemweder Freunden der Leichtathletik sein Förderprojekt, FdL-Vorsitzender Hans G. Schulz (links) sprach über die Defizite in der deutschen Leichtathletik. Bürgermeister Kai Abruszat hörte als bekennender Leichtathletik-Fan interessiert zu.  - Foto: Russ

Stemwede - Die Zeiten, in denen deutsche Leichtathleten eine feste Größe in der Weltspitze waren, seien längst vorbei, bedauert Hans G. Schulz. Der Bundesvorsitzende des Fördervereins Freunde der Leichtathletik (FdL) war am Wochenende mit seinen Vorstandskollegen beim Stemweder Ortsverein zu Gast, erlebte drei unterhaltsame Tage und informierte über aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten.

Ziel des Fördervereins ist es, das Niveau der Nachwuchsathletik durch Unterstützung einzelner Projekte zu verbessern. Dem Verein geht es vor allem auch um die Förderung von Nischensportarten. Einziges Kriterium für die Unterstützung ist die Leistung der Sportler. Weitere Bedingungen stellt der bundesweit rund 1 100 Mitglieder zählende Verein nicht. Die Stemweder stellten lange die größte Ortsgruppe, bevor sie von Wolfsburg überholt wurden.

Während eines Abschlussgesprächs am Sonntag, an dem auch Karl-Heinz Eikenhorst, Kreisvorsitzender des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen, und Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat teilnahmen, erläuterten Schulz und sein Stellvertreter Hartmut Weber die Probleme, die aus ihrer Sicht im Nachwuchsbereich bestehen. Deutschland sei in vielen Disziplinen abgehängt, im Hammerwurf der Männer etwa fehlten zehn Meter zur Weltspitze. Viele Trainer stellten die Fähigkeiten ihrer Athleten zu wenig in den Fokus. Man müsse vielleicht auch mal die Disziplin wechseln, wenn man international erfolgreich sein wolle, dies aber in der Lieblingsdisziplin nicht schaffe, so Schulz.

Im Deutschen Leichtathletikverband sieht er keine große Hilfe. Die Strukturen seien verhärtet, Projekte Außenstehender würden zu wenig unterstützt. Im Blick hat er dabei auch ein Projekt von Hartmut Weber, das junge Athleten und ihre Trainer an die schwierige 400-Meter-Strecke heranführen soll und bereits einige Erfolge vorzuweisen hat. In dieser Disziplin könne man viele Kleinigkeiten falsch machen, weiß Weber, der sich mit der Materie bestens auskennt. Die 400-Meter-Distanz war in den 1970ern die Paradedisziplin des ehemaligen Sprinters, in der er 1982 in Athen Europameister wurde und wenig später auch mit der Staffel EM-Gold holte.

Das vom FdL mit jährlich etwa 5 000 Euro geförderte Projekt hatte Weber 2013 gemeinsam mit dem DLV-Trainer Jörg Peter gestartet. Der Deutsche Leichtathletikverband und die Landesverbände hätten bislang aber wenig Interesse daran, bedauert Weber.

Bürgermeister unterstützt Projekt

Auch Bürgermeister Kai Abruszat schaute als bekennender Leichtathletik-Fan am Sonntag kurz vorbei. Er könne sich gut erinnern, wie er als Junge gebannt vor dem Fernseher gehockt und miterlebt habe, wie Weber Europameister wurde, so Abruszat. Bei aller Wertschätzung für den Fußball plädiert er dafür, die anderen Sportarten stärker zur Geltung zu bringen. Hier sieht er insbesondere den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit seinem Grundversorgungsauftrag in der Pflicht, denn Fernsehpräsenz generiert Sponsorengelder.

„Es nutzt nichts, die Distanz zur Weltspitze zu beklagen, aber solche Projekte nicht zu unterstützen“, sagt er mit Blick auf Webers Engagement. Er sicherte zu, seine Kontakte auf Landesebene zu nutzen, um für dieses Projekt zu werben. Eikenhorst begrüßt Initiativen wie die Webers ebenfalls und bot sich als Ansprechpartner bei Problemen an.

mer

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