Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke begeistert Fans / Zu wenig Konstanz

Versöhlicher Abschluss

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Grenzenloser Jubel herrschte am Donnerstagabend nach dem Sieg des TuS N-Lübbecke gegen Wetzlar bei (v.l.) Ramon Tauabo, Gabor Langhans und Dennis Wilke. ·

Lübbecke - Von Melanie RussMit einer verspäteten Bescherung für seine Fans hat der TuS N-Lübbecke das Jahr 2013 am Donnerstagabend beim 34:29-Sieg gegen Wetzlar beendet. Doch auf dem Weg zum versöhnlichen Abschluss mussten viele Schlaglöcher umfahren werden. Nicht immer klappte das. Positiven Überraschungen wie dem Sieg gegen den Bergischen HC stehen unter anderem eine Niederlage gegen den Tabellenletzten TV Emsdetten und das frühe Pokal-Aus gegen Lemgo gegenüber. Auch die Zuschauerzahlen entwickelten sich nicht so, wie Trainer Dirk Beuchler zu Saisonbeginn gehofft hatte.

Am zweiten Weihnachtstag allerdings herrschte beste Stimmung in der Merkur-Arena. 2 634 Zuschauer sahen den verdienten Sieg der Rot-Schwarzen, die damit ein hartes, von vielen Verletzungen geprägtes Jahr zu einem guten Ende brachten. 19:20-Punkte und Tabellenplatz zehn ist eine Bilanz, mit der der TuS N-Lübbecke leben kann – auch wenn ein paar Punkte mehr drin gewesen wären.

Angefangen hatte die Saison am 1. September mit einem Paukenschlag. Mit 32:22 fegten die Lübbecker MT Melsungen von der Platte. Danach begann eine muntere Achterbahnfahrt. Ärgerlich waren vor allem die Niederlagen gegen Balingen und GWD Minden. Gerade gegen die Grün-Weißen hatte man sich nach dem starken Punktgewinn gegen Hannover-Burgdorf mehr erhofft – schließlich geht es im Kreisderby nicht nur um Zählbares, sondern auch um die Ehre.

Mit dem völlig unerwarteten 23:22-Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen Mitte Oktober begannen die Wochen des Erfolgs. Nach sieben Punkten aus vier Spielen machte der Blick auf die Tabelle (14:10 Punkte) richtig Spaß. Mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet wäre den Rot-Schwarzen am 16. November fast die nächste Sensation gelungen. Doch dieses Mal war das Glück nicht auf ihrer Seite. In allerletzter Sekunde unterlagen sie den Füchsen Berlin – auch das der Beginn einer Trendwende.

Zunehmend von Verletzungssorgen geplagt, holte der TuS aus sieben Pflichtspielen nur zwei Punkte. Zugegeben: Gegen den Tabellenführer THW Kiel und den amtierenden Champions-League-Sieger HSV Hamburg, der innerhalb weniger Wochen gleich zweimal auf der Matte stand, ist eine Niederlage keine Schande. Auch, dass einige Leistungsträger nach zum Teil langwierigen Verletzungen noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden haben und Trainer Dirk Beuchler seine Mannschaft immer wieder umstellen musste, trug verständlicherweise nicht zur Stabilität bei. Doch gleich fünfmal hintereinander mindestens 30 Gegentore zu kassieren, wirft auch unter widrigen Umständen kein gutes Licht auf das Abwehrverhalten und auf den Einsatzwillen der TuS-Spieler.

So platzte Beuchler nach der deutlichen Pokal-Pleite gegen Lemgo denn auch der Kragen. Mit dem Schmusekurs sei es vorbei, kündigte er eine härtere Gangart im Training an. Der frische Wind, der seit einigen Wochen beim TuS weht, trägt nun offenbar die ersten Früchte. Gegen Melsungen bewiesen die Lübbecker Moral und drehten einen Drei-Tore-Rückstand kurz vor Schluss noch in einen Punktgewinn, am Donnerstag sorgten sie mit einem vor allem in der zweiten Halbzeit aufopfernden Kampf für eine verspätete Bescherung ihrer Fans. Auch Beuchler schien wieder versöhnt: „Ich möchte mein Team ausdrücklich loben. Es war vorbildlich, was heute abgelaufen ist.“

Kann es der TuS N-Lübbecke in der zweiten Saisonhälfte, die am 8. Februar mit dem Auswärtsspiel gegen Balingen-Weilstetten beginnt, schaffen, mehr Konstanz in sein Spiel zu bekommen und dauerhaft die Leidenschaft an den Tag zu legen, mit der er im Oktober und in den letzten Partien begeisterte, dann gelingt es vielleicht auch, das einzige Ziel zu erreichen, das Dirk Beuchler zu Saisonbeginn ganz klar formuliert hat: die Merkur-Arena wieder voller zu bekommen. Trotz zwischenzeitlich starker Leistungen der Mannschaft kamen in dieser Saison oft nur 2 000 Zuschauer zu den Heimspielen. Vielleicht hat der zweite Weihnachtstag ja Lust auf mehr gemacht.

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