Verdienter Mindener Heimsieg im 64. Derby/Beuchler-Team ohne Einstellung

TuS hat Vukovic, GWD das Kollektiv und den Willen

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Blankes Entsetzen: Dirk Beuchler scheint erschrocken über die Leistung seiner Mannschaft – die spielt morgen gegen Lemgo.

Minden - Von Andreas Gerth. Sollte GWD Minden am Ende der Saison in die 2. Handball-Bundesliga absteigen, kann es unmöglich am TuS N-Lübbecke liegen. Nach der 23:26-Niederlage im Hinspiel überließen die Lübbecker den abstiegsgefährdeten Mindenern auch im Rückspiel die Punkte. 29:27 (15:13) lautete am Samstagabend in der ausverkauften Kampa-Halle das Endergebnis im 64. Mühlenkreisderby, in dem Gastgeber GWD Minden den Rettungsanker warf – jetzt funkt auch der TuS N-Lübbecke SOS.

16:22-Punkte und das Abrutschen auf Platz 14 sind die nackten Fakten und Auswirkungen der verdienten Niederlage in Minden. Doch unter der Oberfläche schmerzt der enttäuschende Lübbecker Auftritt im „Spiel der Spiele“ noch viel mehr.

Mit Ausnahme des überragenden Drago Vukovic (elf Tore) fand kein Spieler des favorisierten TuS den „Derby-Modus“, wie Trainer Dirk Beuchler nach der vierten Pflichtspielniederlage in Folge vielsagend einräumte. Morgen Abend im „Game-Before-Christmas“ in eigener Halle gegen den TBV Lemgo (19 Uhr) müssen er und seine Mannen den Baum unbedingt wieder gerade rücken.

Nur Vukovic im

„Derby-Modus“

Durchatmen dagegen bei GWD Minden. Der sechste Saisonsieg verschafft dem Tabellen-16. (12:26-Punkte) und dem in die Kritik geratenen Trainer Goran Perkovac ein wenig Luft. Die gerupften Mindener (ohne Bilbija, Südmeier, Kozlina und Rambo) traten im 64. Derby als Kollektiv auf und warfen mehr Emotionen in die Waagschale. Dalibor Doder, Torhüter Gerrie Eijlers und ausgerechnet der Ex-Lübbecker Arne Niemeyer (sieben Tore) brachten diese dann zum Kippen.

Aus Sicht der mitgereisten Lübbecker Fans schwer nachzuvollziehen: Es ist Derbyzeit und die Halle mit rund 4000 Zuschauern ausverkauft – und die eigene Mannschaft verschläft den Start. Erst in der 5. Minute trifft Drago Vukovic, da führt GWD schon mit 3:0 und erhöht wenig später auf 5:1 (8.). Damit hat der grün-weiße Anhang die gewünschte Vorlage bekommen, während die Gäste erst einmal dem Rückstand hinterher hecheln. „Meine Spieler waren top motiviert, wacher und auch bereiter als Lübbecke“, brachte es Mindens Coach Goran Perkovac auf den Punkt.

Doch immerhin: Der TuS kämpft sich mit Verzögerung in die Partie und ist beim 8:6 (13.) wieder dran. Die Siebenmetertore von Ramon Tauabo und Alleinunterhalter Drago Vukovic sorgen dafür, dass Lübbecke im Spiel bleibt.

Anfang der zweiten Halbzeit dann wieder die gleiche Leier. Der TuS braucht zu lange, um auf Derby-Temperatur zu kommen, die Gastgeber ziehen mit einem 4:0- Lauf von Niemeyer und Doder auf 19:14 (37.) davon. Als GWD zehn Minuten vor Spielende noch immer mit 24:19 und 25:21 die Nase vorn hat, scheint die Vorentscheidung gefallen.

Doch nach dem 28:24 (57.) von Oneto bekommen die Hausherren kalte Füße. Vukovic und Langhans verkürzen auf 28:26. Auf der anderen Seite hat Svitlica bei einem Siebenmeter den Matchball in der Hand, scheitert aber an Blazicko. Dem besten Spieler des Derbys, Drago Vukovic, gelingt das 28:27 (60.). Zehn Sekunden vor Schluss ist es dann Aljoscha Schmidt, der die Mindener mit einem Dreher zum 29:27 erlöst.

„Der Sieg war verdient, GWD war immer in Führung“, gibt TuS-Trainer Dirk Beuchler zu, dessen weitere Analyse kein gutes Licht auf die Mannschaft wirft. „In der ersten Halbzeit waren wir nicht im Derbymodus. In der zweiten haben wir viel versucht, aber hatten auch damit keinen Erfolg. Insgesamt war über die gesamte Spielzeit die nötige Aufmerksamkeit nicht so da, das baut den Gegner zusätzlich auf.“ Ein Armutszeugnis in einem Derby.

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