Rückblick auf den 18. Spieltag der Lübbecker Fußball-Kreisliga A

Uhligs Comeback und „Gerrys“ Gala

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Christopher Bänsch harkt sich ein, doch Gerald Grabenkamp (l.) war am Sonntag nicht zu stoppen. Mit drei Toren lieferte der VfB-Kapitän den Löwenanteil beim 4:1 gegen Ströhen. ·

Lübbecke - Von Michael MeierWährend in der Fußball-Bundesliga vielleicht schon am nächsten Wochenende der Meister gekürt wird, bleibt es in der Lübbecker Kreisliga A spannend. Zwar spielt dort der SC Isenstedt bislang ähnlich souverän wie Bayern München, doch im Gegensatz zu Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen lassen die Verfolger im Kreisoberhaus nicht locker.

Der 18. Spieltag war auch der Spieltag der „Dreierpacks“. Mit Gerald Grabenkamp (VfB Fabbenstedt), Kaoa Omar (SV Hüllhorst) und Leonard Pieper (SuS Holzhausen) gelang gleich drei Spielern das Kunststück, in einem Spiel drei Mal einzunetzen. Nicht zu vergessen das ebenfalls mit einem Treffer erfolgreiche Comeback von Leverns Thomas Uhlig nach über einjähriger Verletzungspause.

Tor beim Comeback

Es hätte ein rundum gelungener Tag werden können für den TuS Levern im allgemeinen und Thomas Uhlig im speziellen. Wenn, ja wenn da nicht Gerd Penner kurz vor Schluss noch für Vehlage getroffen und damit Uhligs Treffer zur 1:0-Führung egalisiert hätte. Ein Dämpfer in Uhligs Comebackspiel nach über einjähriger Verletzungspause, doch Leverns Spielertrainer Holger Binder trauerte dem verpassten Dreier nicht lange nach: „Die Leistung in der zweiten Halbzeit war in Ordnung. So müssen wir uns auch in den nächsten Spielen präsentieren, wenn wir den Abstieg verhindern wollen.“

Mehr Qualität

Wenn eine Mannschaft fast schon abgeschlagen auf einem Abstiegsplatz steht, dann in der Winterpause zehn Spieler holt, ist das erste Spiel von großer Bedeutung. So auch für den SV Hüllhorst/Oberbauerschaft. Umso erleichterter war Trainer Enrico Held nach dem Sieg gegen den VfL Frotheim mit einer klaren Erkenntnis: „Wir haben jetzt auf alle Fälle mehr Qualität im Kader.“ Der SVHO-Coach musste kurzfristig den Ausfall von Andreas Derksen hinnehmen. In ungewohnter Rolle fand sich Neuzugang Ali Ali Oglou wieder. Der war nicht im Angriff oder zentralen Mittelfeldposition zu finden, sondern in der Viererkette. Den Unterschied machte ein anderer aus: Kaoa Omar. Nach dem Blitztor von Sebastian Bollmeier zum 0:1 drehte Omar mit seinem Hattrick die Partie. „Mir hat gefallen, dass die Mannschaft trotz des frühen Rückstands zurückgekommen ist“, betont Enrico Held, dessen Team am kommenden Sonntag das nächste wegweisende Spiel vor der Brust hat: Das Kellerduel beim HSC Alswede.

Gelungene Revanche

Die 2:3-Niederlage im Hinspiel beim FC Lübbecke war für den SuS Holzhausen nach gutem Start ein erster Nackenschlag. Diese offene Rechnung beglichen die Holzhauser nun mit einem 4:1. „Es war ein guter Start. Wir haben wenig zugelassen“, freute sich Trainer Jörg Bohlmann. Überragender Mann war Leonard Pieper, der mit seinem Hattrick kurz nach der Halbzeit die Weichen zum Heimsieg stellte. Eine kleine Überraschung gab es zwischen den Pfosten beim SuS. Routinier Lars Pollert erhielt den Vorzug vor Pascal Klapper, der in der Hinrunde im Tor gestanden hatte. In der Trainerfrage wurde in der Winterpause ebenfalls Klarheit geschaffen. Der „Trainer-Dino“ der Kreisliga, Jörg Bohlmann, wird den SuS auch in der kommenden Saison coachen, dann in seinem 13. Jahr in Folge. Damit wird „Bohle“ zum Thomas Schaaf vom Bahndamm.

In der Zwickmühle

Holt er die Torwarthandschuhe wieder raus oder fällt Daniel Bönker eine andere Lösung ein ? Nach dem Spiel gegen TuRa Espelkamp (0:1) haben Bönker und sein SV BW Oberbauerschaft ein Torhüterproblem. Stammkeeper Daniel Kruse kugelte sich im Abschlusstraining einen Finger aus und fehlt nun. Dafür stand Jack Baldin im Kasten und machte seine Sache im Duell gegen den Tabellenzweiten auch ordentlich – bis zur 90. Minute. Da sah Baldin nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums die rote Karte. „Ich werde unter der Woche mal schauen, ob ich es noch kann“, so Daniel Bönker, der sich eigentlich in den Torwart-Ruhestand verabschiedet hat.

Klassenunterschied

SC Isenstedt gegen HSC Alswede – das war am Sonntag ein Klassenunterschied. „Allein Alexander Koch hätte sein Torkonto um einiges aufstocken können“, erklärte ein zufriedener Axel Krüger nach dem 5:1-Sieg. Vielleicht lag es beim Isenstedter Angreifer an der ungewohnten Rolle, mal wieder ein Spiel von Beginn an zu bestreiten. Fast in der kompletten Hinrunde war der angeschlagene Stürmer des ISC nicht über Kurzeinsätze hinausgekommen. Jetzt ist Koch wieder fit und könnte im Kampf um die Meisterschaft ein wichtiger Faktor sein, zumal es in zwei Wochen gegen den TuS Dielingen geht.

„Ergebnis zählt“

Mit dem Ertrag zufrieden, mit dem Spiel und der Leistung der eigenen Mannschaft nicht unbedingt. So sah am Sonntag das Fazit von Dielingens Spielertrainer Tom Westerwalbesloh aus, der schon im Vorfeld vor dem BSC Blasheim gewarnt hatte. „Nicht ohne Grund, wie man gesehen hat. Blasheim war der erwartet kampfstarke Gegner. Am Ende zählt für uns nur das Ergebnis“, fasste Westerwalbesloh nach dem 1:0-Arbeitssieg zusammen. Mit Wessel, Sporleder (beide verletzt), Akti (gesperrt) und Neumann (nicht mehr im Kader) fehlten den Dielingern einige Spieler.

Pleite und Verletzte

Kai Sander, Trainer des TuS Tengern III, hatte sich etwas ausgerechnet gegen Türk Gücü Espelkamp. Nach dem Auftaktsieg gegen Vehlage wollten die „Kleeblätter“ nachlegen, doch das ging gründlich daneben. „Das war vor allem in der ersten Halbzeit eine ganz schwache Leistung. Wir sind eigentlich erst ins Spiel gekommen, als wir 0:3 zurücklagen. Am Ende ist es noch einmal eng geworden, doch der Sieg von Türk Gücü ist absolut verdient“, zeigte sich Sander als fairer Verlierer. Noch bitterer als die Niederlage schmerzen ihn die Verletzungen von Daniel Kröger (Wadenbeinbruch) und Marcel Nuyken (Schulterbruch), für die die Saison wohl beendet ist.

Grandioser „Gerry“

Früher war Gerald Grabenkamp beim VfB Fabbenstedt die personifizierte Torgefahr. Im Laufe seiner Karriere zog er sich aber weiter ins Mittelfeld zurück und entwickelte sich zum Spielmacher und Vorlagengeber. In dieser Saison war es bislang wie verhext. In 17 Partien traf der VfB-Kapitän nicht ein einziges Mal. Doch am Sonntag beim 4:0-Erfolg im Heimspiel gegen den SSV Pr. Ströhen war der Knall des geplatzten Knotens umso lauter: „Gerry“ traf drei Mal. Trainer Jens Gerdom hob jedoch vielmehr die gute Mannschaftsleistung seiner Mannen hervor, die vor allem in der Anfangsphase mit laufintensivem Forechecking auch den Gegner beeindruckten. Nach dem Sieg freut man sich beim VfB jetzt auf das Derby gegen den VfL Frotheim. „Das haben wir noch etwas gutzumachen“, betont Gerdom.

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