Fußball-Kreisliga A: Anzeige und Entschuldigung im „Fall Rüter“

TuRa und Levern suchen das Gespräch

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Da war die Fußball-Welt in Alt-Espelkamp noch in Ordnung: Die Leverner (hinten Tobias Hafer) freuen sich über einen Torerfolg, was Frederik Rüter (r.) und Thomas Suckau ärgert. ·

Minden-luebbecke - Von Andreas GerthALT-ESPELKAMP/LEVERN · Die Hand zur Versöhnung ist ausgestreckt. Die Beteiligten des Wellen schlagenden Kreisliga A-Spiels zwischen TuRa Espelkamp und TuS Levern (3:3) am vergangenen Sonntag wollen aufeinander zugehen. Die Heftigkeit der Attacke und deren Auswirkungen sind allerdings noch spürbar.

TuRa-Spieler Frederik Rüter ist 14 Tage krankgeschrieben. Er war in der Halbzeitpause von einem Spieler des TuS Levern – laut TuRa-Trainer Klaus Schmitz soll dies Salvatore Ronzetti gewesen sein – angesprungen und mit einem Faustschlag in den Nacken niedergestreckt worden sein. Rüter verlor daraufhin für kurze Zeit das Bewusstsein und wurde ins Krankenhaus gebracht. Weitere Besuche bei Ärzten schlossen sich am Montag an.

Bei TuRa Espelkamp wurden die Geschehnisse am Montag in einer Vorstandssitzung aufgearbeitet. Hier beschlossen Vereinsvorsitzender Jörg Winkelmann und seine Kollegen, keine eigenen Schritte gegen die Spielwertung einzuleiten. Auch die während des Tumults von Schiedsrichter Dr. Oliver Vogt verhängte Rote Karte gegen TuRa-Spieler Johann Sudermann werde der Verein akzeptieren.

Darüber hinaus ruft TuRa Espelkamp zur Deeskalation auf, mit konkreten Vorschlägen: Steven Hafer, Betreuer des TuS Levern und Arbeitskollege von Frederik Rüter, soll als Vermittler fungieren. Frederik Rüter, so die Vorstellungen des TuRa-Vorstandes, soll mit Hafer ein Gespräch führen, in das später dann auch die Leverner im allgemeinen und Salvatore Ronzetti im speziellen einbezogen werden.

Bereits am Sonntagabend nach dem Spiel hätten Spieler des TuS Levern versucht, den verletzten TuRaner telefonisch zu erreichen. „Wir wollen uns für den Vorfall entschuldigen. Das ist auch mit unserem Vorsitzenden Berthold Brinkmeier so abgesprochen. Diese Entschuldigung ist uns wichtig und wird von der Mannschaft auf den Weg gebracht“, erklärte dazu gestern Leverns Trainer Ciro Ronzetti. „Beide Seiten haben Mist gebaut. So etwas kann man nicht schönreden. Ich hoffe, dass sich die Beteiligten zusammensetzen und das klären“, so Ronzetti weiter.

Am Montag stellte Frederik Rüter Anzeige wegen Körperverletzung, diese Anzeige steht nach wie vor im Raum. Auch die Sportgerichtsbarkeit könnten die Geschehnisse noch beschäftigen. „Als Kreisfußballobmann bleibt mir nichts anderes übrig, als den Fall an die Kreisspruchkammer abzugeben“, erklärte gestern Wilfried Müller, der zudem bekanntlich bei TuRa Espelkamp als Vorstandsmitglied tätig ist. „Eine Verhandlung ist wahrscheinlich unvermeidlich“, so die Einschätzung Müllers.

„Eine Verhandlung ist wohl unvermeidlich“

Da der Vorsitzende der Lübbecker Kreisspruchkammer, Dietmar Meier, derzeit im Urlaub ist, kann eine mögliche Verhandlung jedoch nicht zeitnah stattfinden – die Uhr im Abstiegskampf der Kreisliga A steht zwei Spieltage vor Saisonende allerdings auf fünf Minuten vor zwölf.

Levern holte im besagten Spiel einen Punkt, da jedoch ein Spieler der Gastgeber mutwillig aus dem Spiel genommen wurde, würde bei einer Verhandlung vor der Spruchkammer vermutlich auch über eine Spielwertung zu sprechen sein. Denkbar ist sogar, dass der TuS Gehlenbeck, der mit seiner Mannschaft zwei Punkte hinter Levern auf einem Abstiegsplatz rangiert, als Nebenkläger auftritt.

Und wenn es ganz dumm läuft, wird die Abstiegsfrage erst nach Saisonende endgültig geklärt.

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