Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke blamiert sich gegen Großwallstadt

Trainer im Stich gelassen, die Zuschauer verprellt

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Maximilian Holst (r.) zeigt die Faust und lässt Drago Vukovic alt aussehen – symptomatisch für den Spielverlauf. ·

Lübbecke - Von Andreas GerthJeder blamiert sich so gut er kann. Und der TuS N-Lübbecke konnte das am Samstagabend ganz hervorragend. Nach leidenschaftsloser, phasenweise peinlicher Vorstellung verlor die Mannschaft ihr letztes Saisonheimspiel gegen den Abstiegskandidaten TV Großwallstadt mit 28:33 (15:17) – und ließ dabei ihren Trainer Gennadij Chalepo in dessen Abschiedsspiel brutal im Stich.

Den eigenen Trainer enttäuscht, die Zuschauer verprellt und Kreisnachbar GWD Minden die Hilfe im Abstiegskampf verweigert – das letzte Saisonspiel des TuS N-Lübbecke in eigener Halle war ein Sprung mit Anlauf kopfüber ins Fettnäpfchen. „Es tut mir leid, was wir geboten haben. Es tut mir leid für die Fans“, stammelte Gennadij Chalepo und konnte einem am meisten selbst leid tun.

Der vor dem Spiel offiziell verabschiedete Trainer stand nach dem Abpfiff Rede und Antwort, seine Spieler waren da schon längst in der Kabine verschwunden. Zuvor waren sie von den verbliebenen Zuschauern mit Pfiffen bedacht worden, doch das bekamen einige Besucher schon gar nicht mehr mit, nachdem sie die Halle vor Spielende verlassen hatten. Trotz durchgängig enttäuschender Leistung war die Mannschaft vom leidensfähigen Publikum rund 50 Minuten lang angefeuert worden, doch irgendwann war auch dieser Geduldsfaden gerissen.

„Bedenklich“ fand Geschäftsführer Uwe Kölling den Auftritt. „Die Mannschaft hat keine Aggressivität gezeigt, das gesamte Spiel über.“ Teammanager Zlatko Feric fehlten die Worte. Er hatte im Vorfeld ohnehin genug gesagt: „Das letzte Heimspiel der Saison ist besonders wichtig, weil man sich daran am längsten erinnert...“

Gleich nach dem Spiel hatte Feric einen Anruf vom VfL Gummersbach erhalten. Dort wollte man wissen, wie die Lübbecker Niederlage gegen Großwallstadt mit rechten Dingen hatte zustande kommen können. „Für so etwas muss man sich jetzt rechtfertigen“, ärgerte sich Feric.

Diese Peinlichkeit blieb Armin Gauselmann erspart. Er war am Samstag nicht in der Halle. Kaum auszudenken, wie der bekanntermaßen emotional mitgehende TuS-Chef auf diesen Auftritt reagiert hätte...

„Die Enttäuschung ist riesengroß“, gewährte Gennadij Chalepo nach der Pressekonferenz einen Einblick in seine Gefühlswelt, die vor dem Spiel bei der offiziellen Verabschiedung noch in Ordnung gewesen war. Der TuS-Coach erhielt großen, anerkennenden Applaus. Doch in den anschließenden 60 Spielminuten wurde Chalepo von seiner Mannschaft regelrecht hängen gelassen. „Keine Körpersprache, kein Wille. Die Jungs waren körperlich da, aber mit den Köpfen schon im Urlaub. Das ist Charaktersache“, sagte Chalepo.

Trotzdem hatte die Begegnung Gewinner. Den TV Großwallstadt („Die Hoffnung lebt noch, heute sind wir nicht abgestiegen“, so Trainer Peter David) und vor allem Daniel Svensson. Der an Krebs erkrankte TuS-Spieler wurde von den Zuschauern nach dem Spiel gefeiert – die anderen Spieler kamen dafür auch nicht in Frage.

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