Bosnier ließ sich nach Querschnittslähmung nicht entmutigen / Liebe zum Rollstuhl-Basketball entdeckt und jetzt in Rahden erfolgreich

Tarik Cajo führt Baskets Rahden in die zweite Liga

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Vom Erstligaspieler zum Trainer: Tarik Cajo

Rahden - Ab der nächsten Saison ist Rahden in der 2. Bundesliga zu finden - im Rollstuhl-Basketball. Die Baskets 96 Rahden können sich als ungeschlagener Tabellenführer der Regionalliga West über den Aufstieg und künftige Gegner aus Essen, Köln und Jena freuen. Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Erfolg hat Tarik Cajo, der die Mannschaft im Herbst 2011 als Trainer übernommen hat.

Wer mit Tarik Cajo spricht, der merkt nicht, welch schwere Zeiten er durchlebt hat. Der 34-Jährige ist voller Energie und Lebensfreude und brennt für seinen Sport, den Rollstuhl-Basketball. Tarik saß jedoch nicht immer im Rollstuhl: 1992, kurz nach Beginn des Bosnienkrieges, wurde der damals 13-Jährige von mehreren Granatsplittern getroffen. Nach der Diagnose „Inkomplette Querschnittslähmung“ und einer ersten Operation in Sarajevo kam der Junge ein halbes Jahr später zur Rehabilitation in die Dörenberg-Klinik nach Bad Iburg.

Mit seinem Schicksal, für immer auf den Rollstuhl angewiesen zu sein, haderte Tarik nicht lange. Stattdessen entdeckte er seine Liebe zum Rollstuhl-Basketball und erlebt damit bis heute große Erfolge. So spielte der junge Bosnier von 2000 bis 2011 in der 1. Bundesliga und fuhr dafür zweimal die Woche nach Bonn zum Training. Auch für die Nationalmannschaft war Tarik zeitweise nominiert, doch irgendwann wurde der Stress zu groß. „Mein Arbeitgeber, die Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde, hatte immer großes Verständnis für meinen Sport, aber irgendwann kommt man mit der Doppelbelastung von Hochleistungssport und normalem Beruf an seine Grenzen“, gesteht der Datenverarbeitungskaufmann, der seit 1996 in dem Integrierten Herzzentrum tätig ist.

Deswegen wendete er sich vor zwei Jahren einer neuen Herausforderung zu: dem Trainerjob. „Von der 1. Bundesliga in die Regionalliga, das war schon erst eine Umstellung. Aber ich freue mich sehr, dass ich in meinem neuen Ehrenamt meine Erfahrungen an jüngere Spieler weitergeben kann“, so der 34-Jährige. Und dass die Baskets 96 Rahden jetzt sogar den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft habe, sei ein überwältigender Erfolg, betont Cajo.

Tatsächlich können die jungen Spieler viel von ihrem Trainer lernen: Nicht nur, was die Spieltaktik angeht, sondern auch, wie eine Strategie für ein glückliches Leben aussehen kann, das zwar durch ein Handicap beeinflusst, aber nicht überschattet oder geschmälert wird. Die soziale Komponente des Sports ist Tarik Cajo ganz wichtig, doch er verspricht dem Publikum auch: „Wir werden packende, dynamische Spiele sehen und unser Bestes geben, den Klassenerhalt zu schaffen.“ · DK

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