Sportler des Jahres hat große Ziele / Irgendwann Herren-Nationalmannschaft

Steven Schweiger lebt Floorball zu 100 Prozent

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Das schnelle Spiel ist seins: Tempo und Teamgeist machen für Steven Schweiger den Reiz des Floorballs aus. Gespielt wird mit einem speziellen Kunststoffschläger und einem leichten, durchlöcherten Plastikball.

Rahden - Von Sonja Rohlfing. Floorball gehört zu den schnellsten Mannschafts-Hallensportarten. Technik und Taktik stehen bei dem dynamischen und durch viele Torszenen spannenden Sport im Vordergrund. „Mir bringt Floorball vor allem Spaß“, sagt Steven Schweiger vom TuSpo Rahden. Das klingt nach Breitensport. Der 15-Jährige jedoch gehört zu den Spitzen-Nachwuchstalenten in seinem Fach. Anfang 2016 wurde er in die U17-Nationalmannschaft berufen. Die Rahdener kürten ihn auf der Sportlerehrung in der vergangenen Woche zum „Sportler des Jahres“.

„Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt Steven Schweiger. „Der Titel bedeutet mir viel. Er ist eine große Ehre für mich. Er ist aber gleichzeitig eine tolle Werbung für meinen Sport.“ Noch viel zu wenig Menschen würden Floorball überhaupt kennen, bedauert der Schüler. Der auch Unihockey genannte, dem Eishockey ähnliche Sport wurde in den 1970er-Jahren in Schweden entwickelt und breitete sich von dort schnell aus. Obwohl in Deutschland ein systematisches Stützpunkttraining aufgebaut wurde, sei die Zahl der Nachwuchsspieler rückläufig. Schweiger: „Ich hoffe, das bessert sich.“ In vielen europäischen Nachbarländern boomt der Sport, der für die olympischen Spiele 2024 in den Startlöchern steht.

Die Frage, wie der 15-Jährige zum Floorball gekommen ist, erübrigt sich. Sein Vater Andreas Schweiger hat die Floorball-Abteilung 2011 im TuSpo Rahden aufgebaut. Der ehemalige Eishockey-Spieler, der sowohl in der estnischen Juniorennationalmannschaft als auch in Herford und Bielefeld gespielt hat, stieß auf der Suche nach einer ähnlichen Sportart auf Floorball. Seitdem hat der Sport in Rahden Erfolgsgeschichte geschrieben. Die U15-Mannschaft, zu der auch Steven Schweiger gehört, hat in der Saison 2014/15 in der Regionalliga Nord-West den Meistertitel geholt. Bei der Deutschen Meisterschaft ist das Team knapp an einer Medaille vorbeigeschrappt.

Den Sprung in die U17-Nationalauswahl hat Steven Schweiger über seine Auftritte in Regionalliga und mit der Nord-Auswahl bei der Wintertrophy geschafft. Insgesamt gehören dem Nationalteam 25 Jugendliche an. Die Spieler kommen vor allem aus den Floorball-Hochburgen in Nord- und Ostdeutschland. Trainiert wird mit den U19-Nationalspielern.

Im TuSpo Rahden trainiert Steven Schweiger zwei- bis dreimal pro Woche. Zusätzlich arbeitet er an Technik, Ausdauer und Schnelligkeit. „Man kann viel für sich selbst trainieren. Man muss nur wollen“, erklärt der Schüler, der auch für Hannover 96 in der 2. Floorball-Bundesliga spielt. „In Rahden ist man abgeschnitten von großen Events.“ Um voranzukommen, müsse man sich dort aber zeigen. Dafür nimmt er oft weite Wege in Kauf. „Das ist neben der Schule nicht immer einfach“, stellt der Gymnasiast fest.

Ausprobiert hat der Rahdener auch schon Fußball und Leichtathletik. „Beim Fußball war ich einer der Kleinsten und kam nicht so richtig zum Einsatz.“ Leichtathletik sei ganz gut gelaufen. „Wenn man erfolgreich sein möchte, muss man sich irgendwann für eine Sache entscheiden.“

Der Erfolg zeigt, dass seine Wahl richtig war. In den vergangenen beiden Jahren hat er jeweils die Top-Scorer-Wertung gewonnen. „Aktuell liege ich wieder auf Rang eins“, freut er sich. Platz zwei nimmt in der Regel sein jüngerer Bruder Leon ein. Der jüngste der drei Schweiger-Jungs spielt inzwischen ebenfalls Floorball. „Es gibt schon gewisse Konkurrenz unter uns. Jeder möchte der Beste sein, aber insgesamt vertragen wir uns ziemlich gut.“ Das besondere an Steven sei sein Leistungswille und seine positive Einstellung, merkt Andreas Schweiger an, der gemeinsam mit Antoli Löwen die Rahdener Floorballer trainiert. „Steven ist Perfektionist. Er lebt den Sport zu 100 Prozent.“

Dementsprechend hat der 15-Jährige klare Vorstellungen zu seiner sportlichen Zukunft. Mittelfristig würde er gern in einem der Top-Liga-Vereine in Bremen spielen. „Und ich möchte die Herren-Nationalmannschaft erreichen“, erklärt Steven Schweiger. Seine Familie und der TuSpo Rahden drücken ihm dafür bestimmt die Daumen.

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