Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke schlägt die Rhein-Neckar Löwen 23:22

„Sensationsieg“ allen Widrigkeiten zum Trotz

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Ales Pajovic ballt die Fäuste, die Zuschauer stehen: Der TuS ist durch den Slowenen mit 23:22 in Führung gegangen. Löwe Uwe Gensheimer (2.v.r.) rennt noch vergeblich nach vorn. ·

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Zwei Abwehrbollwerke mit überragenden Torhütern, fünf parierte Siebenmeter, eine Rote Karte gegen TuS-Spielmacher Drago Vukovic und Zeitstrafen, die die Merkur-Arena zum Hexenkessel werden lassen.

Und dann doch der Siegtreffer 16 Sekunden vor Spielende als emotionales Highlight auf eine „sensationelle Leistung“ (O-Ton Dirk Beuchler) – in einer packenden, hochspannenden Partie hat der TuS N-Lübbecke am Samstagabend vor 2100 begeisterten Zuschauern die Rhein-Neckar Löwen mit 23:22 (11:11) geschlagen, als erste Mannschaft in der laufenden Handball-Bundesligasaison überhaupt.

Rote Karte für Drago Vukovic, Trainer Dirk Beuchler und die Zuschauer können es nicht fassen. Doch es folgt eine Trotzreaktion der Extraklasse. ·

Immer, wenn die Rhein-Neckar Löwen nach Lübbecke kommen, gibt es ein Spektakel. So 2011, als Daniel Svensson den Siegtreffer mit der Schlusssirene erzielte, so im vergangenen Jahr beim 24:24-Unentschieden und so auch am Samstagabend, als Ales Pajovic kurz vor Schluss der letzte, entscheidende Treffer gelang, die Gäste noch einen siebten Feldspieler brachten, aber nur noch zu einem Freiwurf kamen, der im Block landete. Der Rest war ohrenbetäubender Jubel in der Lübbecker Kreissporthalle wie zu alten Zeiten.

Beuchler: „Immer an uns geglaubt“

„Die Mannschaft hat eine sensationelle Leistung gezeigt. Nur 22 Gegentore gegen ein solches Top-Team sagen alles aus“, ging sogar der für seine sachlichen Analysen bekannte TuS-Coach Dirk Beuchler aus sich heraus. „Wir haben den Kampf angenommen, eine super Abwehrleistung gezeigt und hatten zwei klasse Torhüter. Außerdem haben wir immer an uns geglaubt. Das war ein Sensationssieg.“

Sehr kurz fiel dagegen der Kommentar von Gästetrainer Gudmundur Gudmundsson aus: „Ich bin sehr enttäuscht. Das ist mein Statement. Mehr möchte ich nicht sagen.”

Seine Mannschaft hatte in der spektakulären Partie mit insgesamt neun Zeitstrafen (sechs gegen den TuS) und 13 Siebenmetern (zehn für die Löwen !) kurz vor Schluss mit 20:19 und 22:21 (59.) geführt, doch gegen den leidenschaftlichen Kampf der Lübbecker musste am Samstag selbst der Tabellenzweite kapitulieren.

Überragender Spieler der Rot-Schwarzen war Torhüter Malte Semisch. Der 2,08 Meter große Schlacks spielte tatsächlich groß auf und entnervte Nationalspieler Uwe Gensheimer mit drei parierten Siebenmetern. Gegen Andy Schmid kam für den „Siebenmeterkiller“ des TuS ein vierter Bigpoint dazu, womit er sogar den ebenfalls starken Löwen-Keeper Landin ausstach.

Im Angriff hatten die Lübbecker gegen die Löwen-Deckung den erwartet schweren Stand, doch dafür bauten sie ihrerseits eine Abwehrmauer auf. Richtig hoch her ging es ab der 45. Minute. Ausgangspunkt war die Rote Karte für Drago Vukovic. Der Kroate hatte eine Zeitstrafe kassiert und danach gemeckert. Somit hatte der TuS vier Minuten in Unterzahl zu überstehen. Beim Stand von 19:17 schickten die Schiedsrichter Gabor Langhans auf die Bank, eineinhalb Minuten später folgte ihm Jens Schöngarth, was die Arena endgültig in einen Hexenkessel verwandelte.

„Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie sich aus dieser Situation befreit und den Kopf oben behalten hat“, betonte Trainer Dirk Beuchler, in dessen Worten auch ein Schuss Genugtuung mitschwang: „Wenn man den Spielverlauf mit allen Widrigkeiten für uns sieht, haben wir am Ende auch verdient gewonnen.”

Mittwoch Pokalspiel gegen Bietigheim

Seine Mannschaft hat sich mit nun 11:9-Punkten eine positive Ausgangsposition geschaffen, doch schon am kommenden Mittwoch, 23. Oktober, muss der TuS N- Lübbecke die nächste Energieleistung abrufen. Dann nämlich geht es bei Zweitliga-Tabellenführer SG BBM Bietigheim darum, die dritte Runde zu erreichen.

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