Tennis-Senioren 70 des TV Espelkamp erneut Deutscher Meister

Mit Schläger und Taschenrechner zum Pokal

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Mit einem Ersatzpokal jubeln Herman Smidt (v.l.), Folker Seemann, Alexander Cernoch, Eltjo Sasker, Harald Koglin, Stepan Koudelka und Roland Schlehahn über die Deutsche Meisterschaft.

Berlin - Von Tyler Larkin. Die Tennis-Senioren 70 des TV Espelkamp sind zum zweiten Mal nach 2010 Deutscher Meister. In einer am Ende kuriosen Begegnung gegen den Seriensieger der vergangenen Jahre TC Rot Weiss Karlsdorf setzten sich die Ostwestfalen am Sonntagnachmittag auf dem wunderschön gelegenen Clubgelände des TC Blau-Weiß Berlin mit etwas Glück durch. Vor dem Matchpoint im entscheidenden Doppel gab es jedoch einige Verwirrung mathematischer Natur.

Nach vier Einzelbegegnungen lag die Mannschaft aus Espelkamp mit 1:3 in Rückstand und musste mit viel Druck in die beiden abschließenden Doppel gehen. Dazu verschlechterte sich auch noch das Wetter und Nieselregen ging über der Anlage im Stadtteil Grunewald nieder. Doch Eltjo Sasker und Harald Koglin spielten ihre ganze Routine aus und gewannen klar gegen Karl-Heinz Schäfer und Klaus Haas (6:3, 6:4). Zeitgleich setzte das Espelkamper Duo Stepan Koudelka/Alexander Cernoch ein Ausrufezeichen auf dem Nachbarplatz und gewann den ersten Satz (6:0) gegen Richard Johnson/Eric Loliee.

Schon zuvor hatte man auf Espelkamper Seite den Taschenrechner bemüht. „Wenn wir dieses Doppel gewinnen, steht es Unentschieden 3:3“, sagte Teamchef Folker Seemann. „Dann entscheiden die gewonnenen Sätze. Deswegen dürfen wir jetzt keinen Satz mehr abgeben, sonst ist es vorbei.“

Genau dies geschah jedoch. Die beiden Karlsdorfer Johnson und Loliee schafften ein Comeback und gewannen den zweiten Satz mit 6:4. Hängende Köpfe und teilweise Entsetzen waren beim TV Espelkamp die Folge. „Es wäre so schön gewesen“, war aus der Runde am Rande zu hören.

In diesem Moment schaltete sich jedoch der Oberschiedsrichter ein und legte sein Zahlenwerk offen. Demnach war der Satzverlust für Espelkamp nicht entscheidend, was er nachvollziehbar darlegen konnte. „Gewinnt Espelkamp dieses Match, steht es nach Sätzen immer noch unentschieden. Dann entscheiden die gewonnen Spiele“, sagte der Mann mit dem mathematischen Überblick.

Passend zu der verwirrenden Situation gingen Alexander Cernoch und Stepan Koudelka am Ende auch noch in einen Tie-Break, den sie mit etwas Glück knapp 13:11 gewannen. Doch selbst dann wollten es einige im Team noch nicht glauben und jubelten quasi unter Vorbehalt mit beiden Doppelsiegern.

Der Oberschiedsrichter nahm dann aber die letzten Zweifel mit der Veröffentlichung des Spielberichts. Durch das klar gewonnene Einzel von Alexander Cernoch (6:1, 6:0) am Vormittag hatten die Ostwestfalen die Statistik auf ihrer Seite.

Harald Koglin machte daraufhin kurzen Prozess und nötigte die Teamführung des TC Rot Weiss Karlsdorf zur Begleichung der ersten Runde Bier auf der Terrasse des Berliner Vereinsrestaurants. Denn der Deutsche Meister der vergangenen drei Jahre hatte sich so sehr an den Besitz des Wanderpokals gewöhnt, dass sie ihn gleich zu Hause vergessen hatten.

Für das obligatorische Siegerfoto organisierte man schnell einen Ersatz aus der Vitrine des Gastgebers TC Blau-Weiß Berlin. „Darüber können wir heute entspannt hinwegsehen“, sagte ein überglücklicher Teamchef Folker Seemann, der noch vor der offiziellen Siegerehrung die Telefonnummer von Paul Gauselmann auf seinem Mobiltelefon wählte. Die gute Nachricht erreichte den Espelkamper Geldgeber der TVE-Senioren noch vor dem Nachmittagskaffee, den er sich danach besonders gut schmecken ließ.

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