Fußball: Kreisspruchkammer verhängt Geldstrafe gegen BW Vehlages Coach Heinrich Dyck / Urteil nicht angenommen

Ein Schiedsrichter, ein Trainer, zwei Versionen

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Hörte zwei Versionen: Spruchkammervorsitzender Dietmar Meier (mit Herbert Felderhoff, r.).

Stemwede - Von Andreas GerthEin Trainer, ein Schiedsrichter, zwei grundverschiedene Wahrnehmungen und ein angeblich verweigerter Handschlag: Die Spruchkammer des Fußballkreises Lübbecke unter Vorsitz von Dietmar Meier hörte am Montagabend zwei Versionen darüber, was sich am 3. November während und nach dem Meisterschaftsspiel der Kreisliga A zwischen dem SC Isenstedt und SC BW Vehlage zugetragen haben soll und kam „nach längerer, kontroverser Beratung“ (so Meier) zu folgendem Urteil: 400 Euro Geldstrafe gegen Vehlages Trainer Heinrich Dyck unter Mithaftung seines Vereins, der das Urteil nicht annahm und sich die Rechtshilfebelehrung zum Zwecke einer möglichen Berufung aushändigen ließ.

Es ging hoch her während der von Schiedsrichter Uwe Wiehe geleiteten Partie zwischen den Isenstedtern und Vehlagern, das ist klar. Vehlages Spieler Sergej Lauer hatte die Rote Karte zu sehen bekommen, diese dem Schiedsrichter aus der Hand genommen, zerkleinert, umweltbewusst im Mülleimer entsorgt und dafür von der Kreisspruchkammer in einem vorangegangenen Verfahren eine mehrmonatige Spielsperre aufgebrummt bekommen. Auch das ist geklärt. Doch was ereignete sich noch ?

„Es kamen Kommentare von außen, die unter der Gürtellinie waren“, erklärte Schiedsrichter Uwe Wiehe, der nach dem Spiel einen Sonderbericht angefertigt hatte. In diesem präzisierte er die gegen ihn gerichteten Vorwürfe, die Spruchkammervorsitzender Dietmar Meier zu Beginn der Verhandlung verlas: „Der kann nicht besser pfeifen“, „der manipuliert doch bewusst das Spiel“ und „der wartet nur darauf, solche Entscheidungen gegen uns zu treffen“. Auf Nachfrage des Spruchkammervorsitzenden, ob er zweifelsfrei habe wahrnehmen und feststellen können, von wem diese Aussagen kamen, legte sich Uwe Wiehe fest: „Sie sind zweifelsfrei von Heinrich Dyck gekommen.“

„Ich war es definitiv nicht, der das gesagt hat. Mir werden hier Dinge in den Mund gelegt, die ich so nie gesagt habe“, widersprach Dyck energisch und brachte noch einen anderen Punkt zur Sprache. „Ich bin nach dem Spiel zum Schiedsrichter gegangen, der meinen Handschlag verweigert hat.“

Zeugen waren nicht benannt worden für die Verhandlung, auch die Befragung Wiehes durch eine Vehlager Vereinsvertreterin brachte keine weiterführenden Erkenntnisse, und somit standen am Montagabend im Gasthaus Jobusch in Stemwede zwei grundverschiedene Versionen der Geschehnisse im Raum.

„Ich bitte Herrn Wiehe noch einmal in sich zu gehen, denn das, was mir vorgeworfen wird, habe ich nicht gesagt. Was er gehört haben will, kam nicht von mir. Er hat den Handschlag verweigert, dass er das nicht zugibt, ist unglaublich. Dazu fällt mir nichts mehr ein“, lautete Dycks Plädoyer, bevor sich die Mitglieder der Kreisspruchkammer zur Beratung zurückzogen.

„An der Darstellung des Schiedsrichters gibt es keine Zweifel, sie ist glaubhaft vorgetragen worden“, betonte Dietmar Meier bei der Urteilsverkündung. Zudem habe Dyck seine Pflichten als Mannschaftsverantwortlicher und Trainer verletzt, indem er nicht auf seine Spieler eingewirkt habe, die aus Protest das Spielfeld verlassen wollten.

„Sie repräsentieren den Verein und sind verantwortlich dafür, beruhigend auf ihre Mannschaft einzuwirken“, so Dietmar Meier an die Adresse Dycks. „Wir sind der Meinung, dass eine Geldstrafe angemessen ist“, so Meier zum Urteil, „das höher hätte ausfallen können.“ · ag

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