SC Hollwede feiert 50-jähriges Bestehen / In Schützenhalle auf Steinboden begonnen

Ruhestand ? Nicht für Fricke und Grewe im Tischtennis

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Schon lange im SC Hollwede dabei: Für Wolfgang Fricke (l.) und Reinhard Grewe hat der Tischtennissport auch nach Jahren noch nichts von seinem Reiz verloren. ·

Stemwede - Von Sonja RohlfingBeruflich haben beide den Ruhestand erreicht. Sportlich wollen sie davon nichts hören. Tischtennisspielen ist keine Frage des Alters, meinen Wolfgang Fricke und Reinhard Grewe. Darüber hinaus ist es der gute Zusammenhalt im Verein, der die beiden SC Hollwede-Mitglieder motiviert weiter zu spielen. Dass ausgerechnet Tischtennis einmal das Aushängeschild des Sportclubs sein wird, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, habe sich bei der Vereinsgründung wohl kaum jemand träumen lassen.

Am 7. März 1964 gegründet, wurde im SC Hollwede zunächst Fußball gespielt. Ausgetragen wurden in den Sommermonaten allerdings nur Freundschaftsspiele. „Das sah der Verband nicht gern, und so standen wir vor der Frage, was nun ?“, erinnern sich Wolfgang Fricke und Reinhard Grewe. Bei Wilhelm Piel in Hollwede habe eine Tischtennisplatte in der Schützenhalle gestanden. Die SC-Mitglieder fanden Gefallen an dem temporeichen Rückschlag-spiel. Der Anschluss an den Westdeutschen Tischtennisverband folgte im August 1970. Der Weg in den Ligabetrieb war frei.

„Die ersten Spiele haben wir in der Schützenhalle ausgetragen auf Steinboden“, erzählt Reinhard Grewe. Das seien eigentlich keine zulässigen Bedingungen gewesen. Da aber zweite Kreisklasse gespielt wurde, sei man von offizieller Seite mit dem Verein nachsichtig gewesen. „Wir sind hoch motiviert in die ersten Spiele gegangen und haben uns auf jeden Gegner gefreut. Das reichte aber nicht, um die Spiele zu gewinnen“, berichten die beiden Niedermehner und schmunzeln. „Das erste Jahr war frustrierend, aber wir haben uns nicht entmutigen lassen.“

Recht schnell gewannen die Herren jedoch an Spielstärke. Zum neuen Spielort wurde die Gymnastikhalle der alten Schule (heute Lebenshilfe). Mit Einführung des Tischtenniskreises Minden-Lübbecke wurden die Fahrten weiter. „Im dritten Jahr sind wir aufgestiegen“, erzählen die Tischtennissportler. Dann sei ziemlich schnell die zweite Mannschaft hinzugekommen und dann die Jugendteams. „Wir hatten keine Schwierigkeiten, junge Leute zu gewinnen“, erklärt Reinhard Grewe. In Spitzenzeiten verfügte der Verein über sechs Herren-, zwei Damen- sowie Jugend- und Schülermannschaften. „Damit waren wir einer der größten Vereine im Kreis, was die Zahl der Mannschaften anging.“

Die beiden haben Regeländerungen erlebt, Sportler kommen und gehen sehen. „Dass Spieler wechseln, gehört dazu“, meint Reinhard Grewe. „Wenn man lange zusammen spielt, ist das für die Beteiligten schön. Es besteht aber die Gefahr, dass dann der Unterbau fehlt.“ Das sei beim SC Hollwede zum Glück nicht so, ergänzt Wolfgang Fricke. Nachwuchsarbeit sei wichtig. Noch gebe es im SC Hollwede Kinder und Jugendliche, die nachrückten. „Es werden schon weniger“, merkt Grewe an. Über Schnupperkurse versuche der Verein, Kinder für den Tischtennissport zu gewinnen.

Die beiden Ruheständler erlauben sich, das Training hier und da schon mal zu schwänzen. „Irgendwie ist die Zeit immer weg“, stellt Reinhard Grewe fest, dem neben Familie und Garten Golf spielen wichtig ist. „Es ist der Spaß am Spiel und nicht der Ehrgeiz, der mich bei der Stange hält“, betont Wolfgang Fricke. Die Bewegung tue im körperlich und geistig gut, sagt der 65-Jährige, den man aus der Kommunalpolitik kennt.

Das Verletzungsrisiko bei dem schnellen Rückschlag-spiel, das Koordination und Reflexe fordere, sei nicht sehr hoch. „Außerdem ist es ein Mannschaftssport“, stellt Reinhard Grewe heraus.

Jung gegen Alt,

Eifer gegen Erfahrung

„Wenn man lange zusammen spielt, schweißt das zusammen.“ Auch wenn der 66-Jährige nicht mehr nach höheren Lorbeeren strebt, so ganz hat ihn der Ehrgeiz nicht verlassen. Spiele Jung gegen Alt reizen ihn. Bei dem Gedanken an ein Spiel Eifer gegen Erfahrung blitzen seine Augen. Tischtennis macht eben in jedem Alter Spaß – Ruhestand hin oder her.

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