Rückzug aus D-Junioren-Bezirksliga brisantes Thema bei Junioren-Arbeitstagung

Fair-Play-Liga kommt, Ärger über Preußen bleibt

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Gemeinsam im Kreisjugendausschuss tätig: Thomas Ehrich (r.) und Dr. Oliver Vogt.

Stemwede/Lübbecke - Von Andreas Gerth. Ärger über das Verhalten des FC Preußen Espelkamp beim Rückzug seiner D-Junioren aus der Bezirksliga und die Einführung der Fair-Play-Liga in den jüngeren Nachwuchsklassen: Die Junioren-Arbeitstagung des Fußballkreises Lübbecke am Dienstagabend in Stemwede-Haldem hielt interessante Themen bereit, die Auswirkungen auf den Spielbetrieb in der kommenden Saison 2014/ 2015 haben werden.

Das letzte Thema des Abends im Gasthaus Rosengarten sorgte für Emotionen. Der FC Preußen Espelkamp hat bekanntlich seine D-Juniorenmannschaft vom Spielbetrieb der D-Junioren-Bezirksliga zurückgezogen und wurde damit von den Vereinsvertretern während der Arbeitstagung konfrontiert. Eine Stellungnahme wollte Dr. Oliver Vogt, Stellvertretender Vorsitzender des Kreisjugendausschusses, Koordinator Spielbetrieb sowie Präsident des FC Preußen, aber nicht abgeben.

Das tat Thomas Ehrich als Vorsitzender des Lübbecker Kreisjugendausschusses. „Ich bedaure das sehr. Dass wir als einziger Kreis keine Mannschaft in der D-Junioen-Bezirksliga stellen, ist aus sportlicher Sicht eine Katastrophe“, findet Ehrich deutliche Worte.

„Aus sportlicher Sicht

eine Katastrophe“

Er sei selber von der Entwicklung überrascht worden, dass der Verein, der sich über ein Zulassungsverfahren für den Startplatz in der D-Jugend-Bezirksliga bewerben musste und diesen auch erhielt, kurz vor Toreschluss seinen Rückzug erklärte, und zwar am 29. Juni 2014, zwei Tage vor Ende der Wechselfrist. Daraufhin sei sehr kurzfristig der VfB Fabbenstedt als Nachrücker angesprochen worden, der wiederum – wohl nicht zuletzt wegen der fehlenden Aussicht überkreislich anzutreten – Spieler verloren hatte und sich deshalb gegen den Bezirksligaplatz entschied, „was ich sehr gut nachvollziehen kann“, ergänzt Thomas Ehrich.

„Der freie Platz ist an den Kreis Hagen gewandert“, so Ehrich, der „sehr unglücklich“ ist, dass „wir in Lübbecke jetzt mit leeren Händen dastehen“. Dies bedeute zudem einen Nachteil für die Stützpunktspieler, von denen einige nach Kutenhausen und Rödinghausen gewechselt seien. In der neuen Saison gibt es das Zulassungsverfahren übrigens nicht mehr, sondern eine sportliche Qualifikationsmöglichkeit für den Lübbecker D-Jugend-Kreismeister, der – wie bei den A-, B- und C-Junioren üblich – an einer Aufstiegsrunde teilnimmt.

Zuvor war im Rahmen der Arbeitstagung über Fair-Play gesprochen worden. Genauer gesagt über die „Fair-Play-Liga“, die im Zuge einer Verbandsvorgabe im E- und F-Jugendbereich sowie bei den Mini-Kickern nun auch im Fußballkreis Lübbecke umgesetzt wird. Konkret bedeutet das für die Vereine, dass sie mit Beginn dieser Saison so genannte „Fan-Zonen“ für Eltern und Zuschauer am Sportplatz einzurichten haben – 15 Meter entfernt vom Spielfeldrand, so die Vorgabe.

„In anderen Kreisen gab es deswegen große Vorbehalte, aber mittlerweile möchte diese Neuerung niemand mehr missen“, berichtet Thomas Ehrich. Die Spiele der Jüngsten würden mit dieser Maßnahme deutlich ruhiger und fairer ablaufen – darüber würde sich nicht zuletzt Herbert Zahnhausen freuen. Der Vorsitzende der Lübbecker Kreisjugendspruchkammer berichtete von neun Verfahren, in denen auch Trainer und Übungsleiter, also „Vorbilder“ der ihnen anvertrauten Jugendfußballer, negativ auffällig wurden. Und diese Fälle würden alle Altersklassen betreffen, auch die der E- und F-Junioren. „Freude im Jugendsport sieht anders aus“, kommentiert Herbert Zahnhausen.

Fan-Zone für Eltern

und Zuschauer

Im Laufe der neuen Serie werde man vom Kreisjugendausschuss stichprobenweise überprüfen, ob die Einrichtung der „Fan-Zone“ (beispielsweise durch Markierung mit Hütchen) umgesetzt wird. „Wir werden die Vereine nicht im Regen stehen lassen. Es geht nur gemeinsam“, so Ehrich.

Dabei handelt es sich um den ersten von insgesamt drei Schritten zur „Fair-Play-Liga“. Zur Rückserie folge die Umsetzung der „Coaching-Zone“, in der Trainer und Betreuer der Mannschaften als gemeinsame Unterstützer und Partner der Spieler agieren. Ab August 2015 sollen in besagten Altersklassen dann auch die Schiedsrichter wegfallen und durch Spielbegleiter ersetzt werden.

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