Rollstuhl-Basketball: Baskets 96 Rahden träumen von der Bundesliga

Das Spiel des Jahres

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Seine Leistung wird entscheidend sein: Kann Martin Steinhart (am Ball) den Bonner Thomas Becker stoppen?

Rahden - Von Maik Hanke. Es ist das Spiel des Jahres. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn die Baskets 96 Rahden, Tabellenzweiter der zweiten Rollstuhl-Basketball-Bundesliga, heute um 17.30 Uhr in der Gymnasiums-Sporthalle den Tabellenführer ASV Bonn empfangen, gilt nichts als der Sieg. Mehr noch: Wenn die Baskets mit mehr als sieben Punkten Unterschied gewinnen, ist der Traum vom Aufstieg in die Bundesliga zum Greifen nah.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass es klappen wird“, sagt Stephan Rehling. „Wir kennen den Gegner zu genüge und wissen, was zu tun ist.“ In zwei kleinen Trainingslagern an den vergangenen Wochenenden habe sich die Mannschaft gut vorbereitet.

Entscheidend sei es, den Bonner Thomas Becker, Top-Scorer der Liga und Center der Rollstuhl-Basketball-Nationalmannschaft, in Griff zu bekommen. Das wird vor allem die Aufgabe von Martin Steinhart. „Der hat das definitiv drauf“, sagt Rehling.

Ein Vorteil für die Baskets könnte sein, dass vor dem Zweitligaspiel noch ein Regionalliga-Spieltag (ab 11 Uhr) ansteht. Dort spielen die zweiten Teams der Rahdener, Bonner und des RSC Osnabrück ihre Sieger aus. Bei den Bonnern kommen vermutlich die Leistungsträger Joel Schaake und Hanfrieder Briel zum Einsatz, die aufgrund ihrer Doppellizenz auch in der ersten Mannschaft mitspielen. Wie die beiden drauf sind, wenn sie schon zwei Spiele in den Knochen haben, sei die große Preisfrage, sagt Rehling.

So oder so: Es wird ein schweres Spiel für die Baskets, denn ein Sieg allein wird wohl zum Aufstieg in die Bundesliga nicht reichen. Das Hinspiel hatte Bonn mit 64:57 gewonnen, und bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich, wer vorne steht. Heißt: Die Baskets brauchen einen Sieg mit mindestens sieben Tore Abstand.

Noch stehen weitere Spiele in der Liga an, theoretisch kann auch der Tabellenführer nochmal stolpern. Aber das ist unwahrscheinlich. Rehling: „Wenn wir verlieren sollten, dann ist Bonn definitiv Meister. Bonn müsste dann dreimal verlieren. Darauf brauchen wir nicht zu hoffen. Das wird nicht passieren.“

Das Hinspiel gegen Bonn sei die mit Abstand schlechteste Saisonleistung seiner Mannschaft gewesen, sagt Rehling. „Wir waren keine Einheit. Wir haben nicht kommuniziert auf dem Feld. Es ist tödlich in der zweiten Bundesliga, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht. Das darf uns nicht nochmal passieren.“

Aber Rehling ist sich sicher, das wird es nicht. Die zweite Halbzeit im vergangenen Ligaspiel gegen den RSC Osnabrück habe gezeigt, dass die Mannschaft kapiert hat, um was es geht.

Die nötige Erfahrung haben die Spieler auch. Jens Wibbelt, Bert Freriks, Tan Caglar und die beiden Spielertrainer Tarik Cajo und Mimoun Quali haben schon Erstligaerfahrung.

Sollten die Baskets den Aufstieg in die Bundesliga schaffen, werden sie noch mehr Spieler von diesem Kaliber brauchen. Rehling muss bereits in alle Richtungen, also auch für die Bundesliga, planen. Er muss nach Verstärkungen Ausschau halten, wegen Geld mit dem Hauptsponsor sprechen und mit der Stadt wegen neuer Hallenzeiten.

Ein Aufstieg würde erheblichen Mehraufwand bedeuten, schließlich sei die Bundesliga die stärkste europäische Liga. Heute entscheidet sich, ob sich das Planen lohnt.

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