Rekordsieger TuS Tengern holt wieder den Kreispokal / Preußen-Trainer Korejtek ärgert sich über „peinliche Vorstellung“

In allen Belangen überlegen

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Schöne Geste: Beim Jubeln dachte die Mannschaft aus Tengern an ihren schwer verletzten Mitspieler Alexander Knicker.

Espelkamp - Von Melanie Russ. FC Preußen Espelkamps Trainer Uwe Korejtek war bedient. Dass seine Mannschaft als Bezirksligist gegen den Landesligisten TuS Tengern verlieren darf, ist keine Frage. Dass sie sich im Finale des Fußball-Kreispokals aber in der zweiten Halbzeit so einfach ihrem Schicksal ergab, zumal im eigenen Stadion, konnte Korejtek nicht nachvollziehen und sprach nach dem Schlusspfiff von einer peinlichen Vorstellung. 0:7 hieß es am Samstag nach 90 Minuten.

Rekord-Pokalsieger Tengern beendete damit eindrucksvoll seine kleine Negativserie gegen Espelkamp – 2010 bis 2012 gab’s jeweils eine knappe Niederlage – und ließ von Anfang an keine Zweifel daran aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde. In 18 Jahren war es der zwölfte Erfolg für die Kleeblätter, die damit im kommenden Jahr erneut im Westfalen-Pokal starten dürfen.

Zum ersten Mal wurde es bereits in der fünften Minute brenzlig vor dem Tor von Preußen-Keeper Dorian Beil. Erdal Gökcen spielte den Torwart aus, legte sich den Ball aber zu weit vor. Drei Minuten später klingelte es dann im Tor der Gastgeber, als Tengerns Neuzugang Marius Helmich einen Abpraller von Yasin Köse aus etwa sieben Metern zum 0:1 verwertete.

Nach rund einer Viertelstunde hatte Helmich das 0:2 auf dem Fuß, schloss alleine vor dem Espelkamper Torwart aber nicht sofort ab, sondern legte sich den Ball noch einmal zurecht und gab dem Keeper damit Zeit, sich in Position zu bringen und den Gegentreffer zu verhindern. Die Vorarbeit hatte der dieses Mal über links kommende Yasin Köse geleistet, der kurz darauf wieder auf der rechten Seite wirbelte und das 0:2 mit einem Schuss ins lange Eck persönlich besorgte (27.).

Helmich hatte kurz vor dem Pausenpfiff eine weitere Großchance, nachdem sich der für den verletzten Gökcen eingewechselte Magnus Giersdorff über links an der Torauslinie stark durchgesetzt und zu dem ehemaligen Leverner zurück gepasst hatte. Bei dessen Torschuss stand allerdings ein Gegenspieler im Weg.

Die Espelkamper hielten in der ersten Halbzeit zwar insgesamt ordentlich dagegen, konnten sich aber keine hochprozentigen Torchancen erarbeiten. Nach dem Seitenwechsel verlief das Spiel dann über weite Strecken nur noch in Richtung Espelkamper Tor. Nach einem verwandelten Foulelfmeter durch Tengerns Kapitän Wojtek Kosecki (50.) war die Partie praktisch entschieden. Giersdorff (56.), Köse (73.), Helmich (80.) und noch einmal Kosecki per Foulelfmeter besiegelten Espelkamps 0:7-Niederlage, die durchaus noch höher hätte ausfallen können, wenn die Kleeblätter ihre Chancen noch konsequenter genutzt hätten.

„Man kann hier gegen Tengern verlieren, aber damit bin ich überhaupt nicht einverstanden“, ärgerte sich Espelkamps Trainer Uwe Korejtek nach dem Schlusspfiff und zweifelte die angemessene Arbeitsauffassung des ein oder anderen Spielers an. Bis zum 0:2 habe sich seine Mannschaft gut präsentiert, danach aber habe sie reihenweise Geschenke an Tengern verteilt. Im eigenen Stadion zu kämpfen, auch wenn ein Sieg unwahrscheinlich ist, „das hat was mit Ehre zu tun“, so Korejtek.

Sein Gegenüber Holm Hebestreit war naturgemäß rundum zufrieden. „Der Sieg war wohl auch in der Höhe verdient. Wir waren in allen Belangen überlegen“, resümierte der Tengern-Trainer. Er freue sich, dass die Mannschaft mit dem Pokal-Erfolg seinem Top-Stürmer Alexander Knicker eine Freude habe machen können.

Knicker hatte sich am vergangenen Sonntag in der Liga mehrere Brüche im Gesicht zugezogen und wird in diesem Jahr nicht mehr spielen können. Zumindest in den Gedanken der Spieler war er am Samstag aber trotzdem dabei. Als schöne Geste hatten sie bei der Pokalübergabe sein Trikot gleich in doppelter Ausführung dabei. Abzuwarten bleibt, ob die Verletztenliste nach dem Pokalfinale um einen weiteren Spieler erweitert werden muss. Erdal Gökcen musste den Platz nach einer halben Stunden verlassen, erste Diagnose: schwere Zerrung im linken Unterschenkel.

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