Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke holt Fünf-Tore-Rückstand auf – 23:22

Nichts für schwache Nerven

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TuS-Keeper Nikola Blazicko war der Mann des Spiels. Mit 15 Paraden gab er seiner Mannschaft Stabilität.

Lübbecke - Von Melanie RussNicht nur die Spieler mussten am Samstagabend starke Nerven beweisen, auch die 2080 Zuschauer hatten einiges auszuhalten. Nach gutem Start und zwischenzeitlichem Fünf-Tore-Rückstand drehte Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke sein erstes Heimspiel des Jahres gegen den VfL Gummersbach in einem Herzschlagfinale noch zu einem knappen 23:22 (13:16)-Sieg. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte Lübbeckes Keeper Nikola Blazicko (15 Paraden), der allein in der Schlussphase vier Siebenmeter hielt. Das wussten auch die Fans zu würdigen, die es in den letzten Minuten des Spiels nicht mehr auf ihren Plätzen hielt. Lauthals skandierten sie seinen Namen.

Auch TuS-Trainer Dirk Beuchler erlebte ein Wechselbad der Gefühle. „Das Spiel hat viele Nerven gekostet“, bekannte er. „Wir haben sehr gut angefangen, es dann aber einreißen lassen. Beim Stand von 14:19 hat wohl kaum noch einer an uns geglaubt, aber wir sind zurückgekommen. Dafür muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen“, lobte Beuchler, ohne zu verhehlen, dass sich die Lübbecker das Leben über weite Strecken selbst schwer gemacht hatten. Viele leichtfertig verworfene Bälle ermöglichten den Gästen Konterchancen, die diese meistens auch eiskalt ausnutzten. Hinzu kamen vier vergebene Siebenmeter.

Dabei hatte das Spiel vielversprechend begonnen für den TuS, der nach zwei Paraden Blazickos gleich mit 3:0 in Führung ging. Der VfL kam zwar heran, doch Jens Schöngarth, der mit einigen Kurzeinsätzen für etwas Entlastung sorgte, und Maximilian Schubert per Siebenmeter stellten in der 20. Minute den Drei-Tore-Vorsprung wieder her.

Dann allerdings häuften sich die Fehler auf Lübbecker Seite. Ales Pajovics Pass kam nicht an, Schöngarths schwacher Wurf war kein Problem für den starken VfL-Keeper Carsten Lichtlein, zweimal ging der Ball knapp am Tor vorbei und jedes Mal trafen die Gäste im Gegenzug. So wurde in zehn Minuten aus einer Drei-Tore-Führung ein Drei-Tore-Rückstand, mit dem es auch in die Pause ging.

In der zweiten Halbzeit schien sich ein Desaster für die Gastgeber anzubahnen. Doch nach einem Blitzstart mit drei Toren per Tempogegenstoß ging beim VfL ab der 36. Minute nur noch wenig zusammen. Sechs hundertprozentige Torchancen landeten neben dem Kasten oder in den Händen Blazickos. Entsprechend zerknirscht war VfL-Trainer Emir Kurtagic nach dem Schlusspfiff. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Was gefehlt hat, ist die Effektivität. Unsere Abwehrleistung war überragend, aber wir fahren trotzdem mit leeren Händen nach Hause. Das ist sehr schade.“

Die Wende kam nach der von Beuchler beim Stand von 14:19 genommenen Auszeit. Drago Vukovic, Schubert und Pajovic brachten den TuS wieder in Schlagdistanz, in der 53. Minute glich Vukovic zum 22:22 aus. Als Pajovic zwei Minuten später zur Führung traf, stand die gesamte Halle. Drei verworfene Bälle in den Schlussminuten hätten fast noch die hauchdünne Führung gekostet. „Gott sei Dank hat sich Gummersbach genauso schusselig angestellt wie wir“, sprach Beuchler die in der zweiten Halbzeit schwache Torausbeute der Gäste an.

Während die Gummersbacher mit hängenden Köpfen die Heimreise antraten, blickt der TuS N-Lübbecke mit Selbstvertrauen auf die nächste Partie. Beuchler: „Das erste Heimspiel zu gewinnen, war für die Moral enorm wichtig, weil wir gerade eine schwierige Phase haben.“ Schwierig geht’s am Mittwoch weiter. Dann ist der TuS bei der SG Flensburg-Handewitt zu Gast.

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