TuS N-Lübbecke ringt Magdeburg nieder und feiert ersten Heimsieg der Saison

Den „Heimspiel-Mist“ aus der Halle gefegt

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Im Hintergrund jubeln die Kids, im Mittelpunkt steht Drago Vukovic. Sein frecher Treffer zum 29:25-Endstand war das Bonbon beim ersten Lübbecker Heimsieg der Saison.

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Jens Schöngarth ist bekannt dafür, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Doch am Samstag nach dem Spiel gegen den SC Magdeburg wurde er in Sachen Direktheit übertroffen. Von seinem Mitspieler Tim Remer, der sich nach dem ersten Heimsieg des TuS N-Lübbecke in dieser Saison wie folgt Luft verschaffte: „Endlich ist dieser Heimspiel-Scheiß vorbei!“

Ja, es hatte sich einiges aufgestaut bei den Mannen von Dirk Beuchler, die nicht einmal mehr in Ruhe durch die Stadt hätten gehen können, „ohne auf dieses leidige Thema angesprochen zu werden“, wie Kapitän Nikola Blazicko vor dem Spiel berichtete. Da sagte Blazicko auch: „Wir Spieler können das Thema beenden.“ Und genau das taten sie am Samstag in beeindruckender Manier.

„Es hat die Mannschaft gewonnen, die den Sieg mehr wollte“, fasste Christian Dissinger treffend zusammen. Das Geburtstagskind – Dissinger wurde am Samstatg 23 Jahre jung – beschenkte sich selbst mit sechs Toren und einem bärenstark herausgespielten Mannschaftserfolg. Dissinger: „Etwas Schöneres zum Geburtstag gibt es nicht.“

Heimsieg und sechs Tore zum Geburtstag

„Lübbecke wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen, das hat man in jeder Phase des Spiels gemerkt“, pflichtete ihm Geir Sveinsson bei. Der Trainer des SC Magdeburg, mit 15:9-Punkten als Favorit angereist, erkannte die Überlegenheit der ostwestfalen an diesem Tag neidlos an. „Ein verdienter Sieg für Lübbecke. Sie waren von Beginn an da.“

Das Ventil öffnet sich: Jens Schöngarth schreit Freude und Erleichterung nach dem ersten Heimsieg der Saison heraus. Er und seine Mitspieler zeigten eine bärenstarke Leistung.

Und wie. Zwei Ballgewinne in der Abwehr, eine Parade von Nikola Blazicko, vorne Tore von Dissinger, Vukovic und Schöngarth und schon stand es 3:0 (4.). Vor allem Lübbeckes Nummer eins war sofort im Spiel. Erst parierte Blazicko einen Siebenmeter von Weber, kurz darauf entnervte er Rojewski. „Wir hatten eine sensationelle Abwehr und einen Top-Torhüter“, lobte Ramon Tauabo. Der Rechtsaußen gehörte ebenfalls zu den Aktivposten und steuerte die Treffer zum 10:5 und 11:5 (22.) bei. Höhepunkt einer famosen ersten Halbzeit: Ein „Strahl“ von Gabor Langhans aus rund zwölf Metern bei angezeigtem Zeitspiel zum 14:8.

Ernsthaft bangen musste man um den TuS N-Lübbecke und dessen ersten Heimsieg nur Anfang der zweiten Halbzeit. Tauabo ließ die Chance zum 17:11 aus, und Magdeburg verkürzte in der Folge auf 16:14 (38.). Doch anders als in den Heimspielen zuvor knickten die Gastgeber diesmal nicht ein, sondern antworteten mit Toren von Dissinger (2) und Vukovic zum 19:14 (42.).

„Die Mannschaft war aufgrund der bisherigen Ergebnisse in den Heimspielen unter Druck. Doch diesmal war jeder bereit, alles zu geben. Auch die Bereitschaft, die Fehler des anderen auszubügeln, war da“, hob Dirk Beuchler hervor. Der Trainer des TuS N-Lübbecke ließ nicht unerwähnt, dass ihm die Pfiffe der Zuschauer im Spiel gegen Berlin missfallen hatten. „Diesmal ist die Mannschaft sofort in Vorleistung gegangen, die Stimmung in der Halle war sehr gut.“

Bereits einige Minuten vor Spielende honorierten die 1940 Zuschauer (sofern sie nicht aus Sachsen-Anhalt angereist waren und enttäuscht in den Bus stiegen) den leidenschaftlichen Auftritt von Drago Vukovic und Co. mit stehenden Ovationen. „Nach dem 28:22 hatte ich richtig Glückshormone. Da wusste ich, dass dieser Mist mit den Heimspielen endlich vorbei ist“, grinste Jens Schöngarth.

Als Bonbon ein Rückhandwurf

„Wir haben Magdeburg einfach nicht mehr zurück ins Spiel kommen lassen“, freute sich Ramon Tauabo. Spätestens mit dem 27:22 durch den gegen Berlin enttäuschenden und diesmal ganz starken Drago Vukovic war der Bock im sechsten Heimspiel der Saison umgestoßen. Doch ein Bonbon gab es noch: Richard Wöss bediente Vukovic, der mit einem Rückhandwurf zum 29:25 vollendete – der freche Schlusspunkt nach dem ganzen Heimspiel-Mist.

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