Bezirksliga-Vorletzter Union Varl punktet wieder: Sieben Zähler aus drei Heimspielen

Mythos Heimspiel-Gesicht: „Hier ist immer was möglich“

Als Kollektiv mit guter Grundordnung, einem immensen Laufpensum und auch einem Quäntchen Glück feierten die Männer von Union Varl am Sonntag gegen den SV Werl-Aspe den zweiten Sieg in Folge. - Foto: Pollex

Varl - Jens Meier und Andre Lange waren buchstäblich platt. Nach dem Abpfiff des 2:1-Siegs gegen den SV Werl-Aspe in der Fußball-Bezirksliga am Sonntag lagen die beiden erst einmal eine Weile flach auf dem Rasen und pusteten durch. In den 90 Minuten zuvor hatten sie wie ihre Mitspieler bis zur Erschöpfung gerackert. Ihre Laufbereitschaft war Beleg für das aktuell ominös-gute Heimspiel-Gesicht von Union Varl.

Sieben Punkte hat Varl in den vergangenen vier Spielen geholt – alle davon im heimischen United Park. In den gesamten 16 Saisonspielen zuvor hatten die Varler gerade einmal ein Pünktchen mehr gewonnen. „Das fällt auf“, sagt Trainer Philipp Knappmeyer.

Heimspiel-Gesicht ist das Wort, das jetzt häufiger fällt. Einen Reim, warum es in Spielen vor heimischer Kulisse für Varl nun so viel besser läuft, kann sich keiner so recht machen. „Es ist eigentlich schon immer so, dass wir heimstärker sind“, sagt Mario Lange, Fußballfachwart und Sportlicher Leiter Senioren. Vielleicht liegt es an der gewohnten Umgebung, überlegt er, oder an der Unterstützung der Zuschauer, oder am tendenziell eher zerrupften Rasen, der einer Mannschaft, die über den Kampf statt über die spielerische Eleganz kommt, besser steht. „So ganz zu erklären ist es nicht.“

Auch Philipp Knappmeyer rätselt. Er meint zumindest eines beobachtet zu haben: „Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass die Jungs mit einem anderen Selbstverständnis, einem anderen Selbstbewusstsein auftreten. Mit einer Gewissheit: Hier ist immer was möglich.“

Bei Auswärtsspielen hätten die Spieler nicht diese Präsenz entwickelt, etwa zuletzt bei den desolaten Niederlagen gegen Union Minden (1:4) und SuS Holzhausen (0:5). Insgesamt holte Varl in Auswärtsspielen diese Saison nur zwei magere Punkte. In den Heimspielen jetzt gegen Bruchmühlen (1:1), Schötmar (2:1) und Werl-Aspe (2:1) legten die Varler eine ganz andere Einstellung an den Tag. Diesen Unterschied werde man im nächsten Training ansprechen müssen, sagte Knappmeyer.

Gerade mit der Laufleistung seines Teams war der Trainer am Sonntag sehr zufrieden. „Jeder schmeißt alles rein.“ Ob Jens Meier und Andre Lange, die mit viel Fleiß schon die Spieleröffnung der Gegner übers Zentrum erschwerten, oder die „Staubsauger“ Timo Meyer und Pascal Meier im defensiven Mittelfeld. Oder, was diese Saison erstmals wirklich geklappt habe, sagt Knappmeyer: die Bindung zwischen Außenverteidigern und Außenpositionen im Mittelfeld. „Die konnten sich aufeinander verlassen.“

Außerdem hatten die Varler endlich mal wieder Glück, sagt Mario Lange. „Glück, das uns diese Saison gefehlt hat.“ Konkret meint er das 1:0 von Jens Meier, der im Duell mit dem Torhüter der Gäste den Ball eigentlich schon verloren hatte, im Liegen aber noch irgendwie herankam und den Ball ins Netz stochern konnte.

Am Donnerstag geht es für Varl wieder in die Fremde: Gegner ist der Tabellenletzte TuS Windheim. Ist das die Chance, mit der guten Form jetzt auch mal auswärts zu punkten? Mario Lange warnt vor zu viel Euphorie. „Das ist ein Spiel wie jedes andere auch.“ Immerhin gewann Windheim am Sonntag mit 3:1 gegen Union Minden und verlor in der Vorwoche gegen den jetzigen Tabellenführer Preußen Espelkamp nur durch einen Last-Minute-Treffer. Und in der Hinserie schlug Windheim Varl: satt mit 5:0 – im United Park. Das Heimspiel-Gesicht aus dem September 2015 sollten die Varler besser zu Hause lassen.

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