Mindener möchte mit Vierspänner zurück in die europäische Spitze/„Top-Ten-Platzierung wäre schön“/Pferde selber ausgebildet

Daumen drücken für Duen: Start bei EM in Aachen

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Steht in den Startlöchern: Der Vierspännerfahrer Rainer Duen aus Minden darf bei der Europameisterschaft in Aachen die deutschen Farben vertreten. Über eine Platzierung unter den Top Ten würde sich der Fahrer vom 1. FRV Nettelstedt freuen.

Minden-Lübbecke - In Aachen, dort wo sonst der berühmte CHIO ausgetragen wird, haben die europäischen Titelkämpfe in fünf Pferdesport-Disziplinen begonnen. Eine so große Europameisterschaft gab es noch nie. Mittendrin als Teilnehmer wird Rainer Duen aus Minden sein. Damit ist der Vierspännerfahrer, der für den 1. FRV Nettelstedt startet, nach seinem Neuanfang in Minden zurück in der europäischen Spitze.

„Aachen ist eine Nummer für sich“, schwärmt Rainer Duen. Die Veranstaltung in der Soers sei ein super Turnier mit Atmosphäre und Zuschauerzahlen wie sonst nirgendwo. „Da ist es schön, wenn man dabei sein darf“, unterstreicht der 44-Jährige, der 2006 in Aachen Mannschaftsweltmeister geworden ist. „Es war mein Ziel, wieder dort anzutreten“, betont der Mindener, der vor rund vier Wochen noch einmal Vater geworden ist.

Den nächsten Grund zum Freuen gab es nach dem Nationenpreisturnier in Riesenbeck, als der Ausschuss Fahren des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) ihn als Einzelfahrer für die EM in Aachen benannt hat. „Sechs Fahrer dürfen für Deutschland bei der Europameisterschaft an den Start gehen“, berichtet Duen. „Wir haben eine gute Leistungsdichte unter den deutschen Fahrern. Die wollen natürlich alle zu so einem bedeutenden Championat“, freut er sich, dass es für ihn geklappt hat.

Geboren im niedersächsischen Friesoythe in eine Fahrerfamilie, ist Duen nun seit drei Jahren in Minden ansässig. Seitdem startet er für den 1. FRV Nettelstedt im Altkreis Lübbecke. 2013 und 2014 gewann er Gold bei der Fahrmeisterschaft in NRW. 2015 wurde er in den Championatskader berufen. Damit knüpft Rainer Duen, Träger des Goldenen Fahrabzeichens, Mannschaftsweltmeister und mehrfacher Medaillen-Gewinner bei Deutschen Meisterschaften, an alte Erfolge an.

Zu seinem Gespann für Aachen gehören drei Oldenburger und ein Württemberger Wallach, alle vier zwischen sieben und 16 Jahren alt, sowie eine achtjährige Westfalenstute. „Ich habe die Pferde selber eingefahren und ausgebildet“, erzählt der 44-Jährige, der in seiner Karriere schon mehrere Sieger beim Bundes-championat Fahrpferde hervorgebracht hat. „Bis ein Vierspänner eine richtige Einheit ist, geht Zeit ins Land“, merkt Duen an.

Mit vier Pferden und den Beifahrern ein Team zu sein und das auf Turnieren zu präsentieren, mache für ihn den Reiz am Fahrsport aus. „Gerade vor einer Kulisse wie in Aachen macht es richtig Spaß.“ Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie aufwändig besonders der Vierspänner-Fahrsport ist.

Zu jedem Turnier fahren fünf Pferde, zwei Kutschen und ein Team von vier bis fünf Leuten. Zum festen Stamm gehören bei Rainer Duen neben seiner Lebensgefährtin Kathrin Lövenich auch Carolin Horst, Heiko Bremer und Björn Freese. Die Pferde hat Familie Weber zur Verfügung gestellt, auf deren Anlage der Fahrsportler ansässig ist. Unterstützt wird er darüber hinaus durch Horse-Pferdesportsysteme.

Neben der eigenen sportlichen Karriere konzentriert sich der Pferdewirt und Trainer A, der auch Erfolge im Springen bis zur Klasse S vorweisen kann, auf das Einfahren und die Korrektur von Fahrpferden. Seit 2004 ist er Kadertrainer für Westfalen. Zusätzlich gibt er Fahrkurse. „Zu uns darf jeder kommen, egal welcher Leistungsstand oder welche Anspannungsart.“

Nach Aachen wird das Team einschließlich jüngstem Duen-Spross am Sonntag aufbrechen. Nach der Veterinärkontrolle für die Pferde stehen am Mittwoch bzw. Donnerstag die Dressur, am Freitag das Kegelfahren und zum Abschluss am Samstag die Marathonfahrt mit Geländehindernissen an. Vorgenommen hat sich Duen, vorne mitzufahren. „Man muss aber realistisch bleiben. Die Leistungsdichte ist hoch“, hebt der Mindener hervor.

„Eine Top-Ten-Platzierung wäre schön“, wünscht sich Rainer Duen. Im Kreis Minden-Lübbecke drückt man ihm dafür bestimmt die Daumen.

sor

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