Fußballkreis zieht bei Arbeitstagung Zwischenbilanz / Würdigung des Ehrenamts

Mehr Fairness auf dem Platz

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Wilfried Müller informierte über den bisherigen Verlauf der Kreisliga-Saison. ·

Vehlage - Von Melanie RussEine gute Kommunikation, verbesserte Qualifizierung, mehr Fair Play und eine höhere Wertschätzung des Ehrenamtes – das sind die Dinge, die den Vorstand des Fußballkreises Lübbecke in den kommenden Monaten beschäftigen werden. Während der Arbeitstagung am Donnerstagabend im Gasthaus Rose stellten die Offiziellen ihre Ziele vor und warfen zugleich einen kritischen Blick zurück.

Der Statistik der abgelaufenen Hinrunde ließ Wilfried Müller, Vorsitzender des Fußballausschusses, einen Appell zu mehr Fairness und weniger Regelverstößen folgen. Allein 63 Mal seien Spieler ohne Pass oder Ausweis aufgelaufen – manchmal in voller Absicht, um zu verschleiern, dass ein nicht spielberechtigter Spieler im Kader steht. Wenn sich ein Verein dadurch verstärken könne, werde die Strafe von zehn Euro gerne in Kauf genommen, so Müller.

„Der Manipulation ist hier Tür und Tor geöffnet. Daran werden wir in der kommenden Saison etwas ändern“, kündigte der Vorsitzende des Fußballausschusses an. Einem Spieler ohne Pass die Spielteilnahme zu untersagen oder ihn nach dem Spiel eine schriftliche Erklärung zu seiner Person abgeben zu lassen, seien zwei Möglichkeiten, die diskutiert würden.

Ein besonderes Augenmerk lenkte Müller auf den Fair-Play-Gedanken. Er müsse auf neue, hohe Füße gestellt werden – und zwar schon bei der Jugend. Schockiert sei er von dem, was Eltern von D- und E-Junioren ihren Schützlingen manchmal vom Spielfeldrand zuriefen. „Knüppelt sie nieder“ und ähnliches sei da zu hören.

Müller schlägt vor, faires Verhalten stärker zu fördern, etwa durch ein „Shake-Hands“ vor und nach jedem Spiel oder Monatspreise für die fairsten Spieler. Anregungen aus den Vereinen seien immer willkommen. Bei den Senioren wurde das Fair Play in der Hinrunde beim BSC Blasheim (Kreisliga A), TuS Oppendorf (B), SV BW Oberbauerschaft II (C1), Spvg Union Varl III (C2) und Spvg. Union Varl IV (C3) besonders groß geschrieben. Sie kassierten die wenigsten Verwarnungen. In der Kreisliga A ist SC BW Vehlage, Gastgeber der Arbeitstagung, das Schlusslicht der Fairness-Tabelle, in der Kreisliga B ist es der FC Lübbecke II.

Kreisvorsitzender Karl-Heinz Eikenhorst informierte die Vereinsvertreter unter anderem über die Gespräche der ständigen Konferenz des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW). Neben ihm seien acht weitere neue Kreisvorsitzende dabei, wodurch die Kommunikationskultur deutlich verbessert sei. Eines der diskutierten Themen sind die Beiträge. Man plane künftig moderate Anhebungen von drei bis fünf Prozent. Eine Verdoppelung wie zuletzt werde es nicht mehr geben.

Besonders am Herzen liegt dem Kreisvorsitzenden die Stärkung des Ehrenamtes. „Es ist wichtig, dass man den Ehrenamtlichen ihre Arbeit honoriert. Sie üben enormen Freizeitverzicht zugunsten des Kinder- und Jugendfußballs.“ Der DFB dankt engagierten Menschen mit seinem Ehrenamtspreis. Der Lübbecker Fußballkreis hat von seinen Vereinen vier Vorschläge bekommen, doch leider habe man nur eine Person nominieren können, so Eikenhorst. Sein Name: Rainer Kütemann vom SV Schnathorst. Als Fußballfachwart habe er viele Projekte angestoßen, vor allem die Jugendförderung habe ihm am Herzen gelegen, berichtete Eikenhorst. Unter anderem habe er ein Projekt gestartet, bei dem Strafgefangene der JVA Herford einen Schiedsrichter-Schein machen und trotz Inhaftierung am Wochenende für den Verein Meisterschaftsspiele leiten.

In der engeren Auswahl war auch Jan Döhnert vom FC Oppenwehe. Vor zwei Jahren übernahm er das Amt des Jugendobmanns. Seither betreute er mehrere Mannschaften, organisierte einen Mädchenfußballtag, rief das Kinderfördertraining für vier- bis zehnjährige Kinder ins Leben und ist im organisatorischen Bereich für die JSG Oppenwehe/Pr. Ströhen/Oppendorf zuständig.

Der TuS Eintracht Tonnenheide hatte Andreas Rüter – seit 1997 Geschäftsführer und gute Seele des Vereins – vorgeschlagen. Er organisiert den gesamten Spielbetrieb und Veranstaltungen wie Sportwerbewochen und ist bei allen Fragen Ansprechpartner. Vierter im Bunde ist Peter Scheding vom TuS Tengern. Alle Fäden im Jugendbereich laufen bei ihm zusammen. Er ist für die Organisation verantwortlich und packt überall da an, wo es hakt.

Allen vier Ehrenamtlichen überreichte Karl-Heinz Eikenhorst als Anerkennung eine Urkunde und eine Uhr. An die Vereine appellierte er, dem Kreisvorstand mehr engagierte Menschen aus ihren Reihen für eine Ehrung vorzuschlagen und auch selbst etwas zu tun. „Macht euch Gedanken, wie ihr euren Ehrenamtlichen danken könnt.“

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