Kreisvorsitzender Harald Wiese will seinen Sport wieder populärer machen / Schulungen für Vereine

Tischtennis auf den Straßen und im Kino

+
Kreisvorsitzender Harald Wiese packt an.

Lübbecke - Von Michael Meier. Der Tischtennissport im Kreis Minden-Lübbecke hat schon bessere Tage erlebt. Im Vergleich zu anderen Kreisen im Bezirk Ostwestfalen-Lippe hat der Mühlenkreis besonders im Nachwuchsbereich den Anschluss verloren. Jetzt will der Kreisvorstand in Zusammenarbeit mit den Vereinen den Sport mit einer Reihe von Aktionen wieder populärer machen.

Größere Tischtennis-Erfolge auf westdeutscher Ebene gibt es momentan höchstens bei den Senioren – der Jugendbereich hängt hinterher. Auch schwache Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen wie Kreismeisterschaften oder -ranglisten sind ein Beleg dafür, dass sich Tischtennis im hiesigen Raum in einem Tief befindet.

Seit dem vergangenen Mai ist Harald Wiese als neuer Kreisvorsitzender tätig, und bereits bei seiner Wahl hatte Wiese angekündigt, viele neue Sachen anzustoßen. Getreu dem Motto „Wer den Kopf in den Sand steckt, hat schon verloren“. Kürzlich stellte Wiese mit seinen Kollegen aus dem Kreisvorstand die ersten Ideen vor.

Ab sofort läuft die Aktion „Von Mund zu Mund“. Ein speziell entwickelter Flyer stellt die Vielfältigkeit des Tischtennissports dar. Auch Vereine können über einen eigenen Flyer Werbung für sich machen. Die erste Auflage beträgt 10000 Stück.

„In den Vereinen sollen Spieler gefunden werden, die im Freundes- oder Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft Werbung für unseren Sport machen. Da ist jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Klinkenputzen angesagt“, sagt Wiese.

Bei der Ideen-Vorstellung präsentierten Nachwuchsspieler des TuS Petershagen-Friedewalde auch die ersten beiden Großbanner für eine Werbeoffensive. „Unser Ziel ist es, dass jeder Verein drei bis fünf Stück davon bezieht und diese im Ort oder in der Stadt an verschiedenen Stellen verbreitet. Die Motive werden dabei in der Zukunft immer wieder wechseln“, erklärt Wiese.

Eine weitere Aktion, den Tischtennissport mehr in die Öffentlichkeit zu bringen, hatte seinen Anfang im November 2015. Vor dem Preußenmuseum in Minden drehten Spieler aller Altersklassen aus dem Kreis Minden-Lübbecke einen aufwendigen Videoclip. Dabei kam auch eine Drohne zum Einsatz. Das Video ist im Internet zu sehen.

Auch dem westdeutschen Tischtennisverband wurde der Werbefilm bereits vorgestellt. „Die Resonanz vom WTTV war beeindruckend. Auch hier hat man erkannt, dass man die Öffentlichkeitsarbeit umstellen muss“, freute sich Wiese über das Lob von höchster Stelle.

Wie die Banner soll auch das Video in den kommenden Monaten immer wieder überarbeitet und vervollständigt werden. Wenn alles nach Plan läuft, ist der Videoclip demnächst als Kino-Spot zu sehen. In Kürze soll es auch Autoaufkleber mit dem Logo des Tischtennis-Kreises Minden-Lübbecke geben.

Der Kreisverband will zukünftig auch die Vereine in Sachen Vereinsentwicklung und Marketing besser unterstützen, zum Beispiel, wenn sich Vereine auf Stadtfesten oder vergleichbaren Veranstaltungen vorstellen wollen. Bereits im vergangenen Jahr hatten das die Vereine aus Bad Oeynhausen gemacht. In diesem Jahr wird es etwa einen Stand auf dem Hiller Markt geben.

Aber nicht nur in der Öffentlichkeit soll Tischtennis anders wahrgenommen werden, auch für die Vereine soll einiges an den Start gebracht werden. So wird es in diesem Jahr Assistenztrainer-Lehrgänge geben sowie ein Tagesseminar, das sich mit dem Aufschlag und Rückschlag beschäftigt.

Motivationsarbeit

auch in den Vereinen

Außerdem soll die Zusammenarbeit mit Kreissportbund, Landessportbund und dem WTTV ausgebaut werden. Und der neue Kreiskadertrainer Stephan Giesbrecht will das Kadertraining unter regionalen Aspekten wieder nach vorne bringen. Auch zwei Jugendcamps des „Club 4 live“ der Sparkassen sind in der Planung. Auch Nicht-Tischtennisspieler können daran teilnehmen.

Harald Wiese und seine Mitstreiter wissen, dass sich das komplette Programm nicht von heute auf morgen umsetzen lässt. „Es wäre toll, wenn wir alle Aktionen in den nächsten zwei Jahren durchbekommen“, sagt Wiese.

Der Kreisvorstand weiß auch, dass viel Überzeugungs- und Motivationsarbeit in den Vereinen zu leisten ist. „Es wird einige Vereine geben, die super mitziehen werden, andere, die es im Rahmen ihrer Möglichkeiten machen werden, und auch die Vereine, die gar nicht mitmachen. Darüber sind wir uns im Klaren.“

Durch Wieses Verbundenheit zum Raum Minden wurden die ersten Maßnahmen auch dort umgesetzt, doch der Kreisvorsitzende stellt klar, „dass ab sofort auch die Gespräche mit den Vereinen aus dem Lübbecker Raum gesucht werden“.

Der Kreisvorstand hat ein weiteres Zukunftsprojekt ins Auge gefasst. Vor ein paar Jahren hatten Jugendspieler des TSV Hahlen in Zusammenarbeit mit der Big Band des Mindener Ratsgymnasiums Tischtennis-Elemente in das Stück „Elis Pong“ einfließen lassen. Durch gute Kontakte von Wiese nach Malta wird darüber nachgedacht, eine ähnliche Aktion im Rahmen der Kulturveranstaltungen 2018 in Valletta zu realisieren. 2018 ist Valletta Europas Kulturhauptstadt.

Aber dieses Projekt liegt erst einmal noch in weiter Ferne. Der Beginn soll erst einmal vor der eigenen Haustür gemacht werden. Dennoch hat Wiese mit seinem Team schon jetzt bewiesen, dass man über den eigenen Tellerrand schauen muss, um Tischtennis im Kreis Minden-Lübbecke wieder attraktiver zu machen. Für 2016 heißt das Motto erst einmal: Ärmel hochkrempeln und auf geht‘s.

www.tt-milk.de

Entsetzen bei Bad Boys nach WM-Aus

Entsetzen bei Bad Boys nach WM-Aus

Retter geben Hoffnung auf Lawinen-Überlebende nicht auf

Retter geben Hoffnung auf Lawinen-Überlebende nicht auf

Verabschiedung der „Churchville"-Diakonin Sarina Salewski

Verabschiedung der „Churchville"-Diakonin Sarina Salewski

XXL-Faschingsparty in Bothel

XXL-Faschingsparty in Bothel

Kommentare