Fußball-Bezirksliga: Personal-Situation bei Union Varl entspannt sich

Knappmeyer kann planen „wie ein richtiger Trainer“

Gut, dass es erst während des Spiels so stark zu regnen anfing, sonst hätte Union Varl wohl der nächste Spielausfall gedroht. Dabei hatten die Varler endlich mal wieder ein voll besetztes Team zusammen. Selbst Hichem Talbi (Mitte) war dabei. - Foto: Pollex

Varl - Es war ein ungewohntes Bild am Montag: Gleich sechs Männer, eingepackt in Trainingsjacken und Mützen, saßen im Fußball-Bezirksliga-Spiel der Spvgg Union Varl auf der Bank. Sie sahen das 2:2-Unentschieden gegen den SV Kutenhausen/Todtenhausen. Das Bild zeigte: Die prekäre Personal-Situation beim abstiegsbedrohten Klub entspannt sich allmählich. Wie wichtig das für Varl ist, zeigte sich bereits im Spiel am Montag.

„Ich habe in Varl noch nie eine Mannschaftsansprache vor so vielen Leuten gehalten“, freute sich Trainer Philipp Knappmeyer nach dem Spiel gegen den SV Kutenhausen/Todtenhausen. Bei der Mannschaftsplanung und Taktikbesprechung konnte er endlich mal wieder schieben und ändern: „Wie ein richtiger Trainer“, sagte Knappmeyer und lachte.

In den vergangenen Wochen hatte sich das Team fast von alleine aufgestellt. Das bedeutete eine große Kraftanstrengung für die Varler: Mit einem Kader so dünn, dass Knappmeyer sein Wechselkontingent in kaum einem Spiel ausschöpfen konnte, bestritt das Team sechs Spiele in nicht einmal drei Wochen – und verlor nur eines davon. Neun Punkte gab es insgesamt, mehr als in den 16 Spielen davor zusammengerechnet.

Allerdings gewann Varl die vergangenen beiden Spiele gegen die direkten Konkurrenten Windheim (1:1) und Kutenhausen/Todtenhausen (2:2) auch nicht. Der Abstand zum rettenden Ufer ist weiter groß: elf Punkte.

Am Freitag will sich Knappmeyer mit seiner Mannschaft auf den kommenden Monat einschwören, sich neu justieren, „und dann werden wir uns für April wieder ein mutiges Ziel setzen“, sagt der Trainer.

Dass einige Spieler jetzt zurückkehren, spielt Knappmeyer in die Karten. Wie wichtig ein breiter Kader ist, zeigte sich bereits im Spiel gegen Kutenhausen: Knappmeyer musste zweimal in der Pause wechseln, weil ein erkälteter Marvin Koch völlig erschöpft war und Mittelfeldmann Jens Meier einen Schlag auf den Fuß abbekommen hatte.

Jens Meier war mit seinen Treffern zuletzt die Lebensversicherung der Varler. Aber die Kollegen bewiesen, dass auch noch wer anders treffen kann – auch wenn die Torschützen gegen Kutenhausen ebenfalls beide auf den Namen Meier hören. Mit Lars Meier wechselte Knappmeyer das 1:1 ein. Pascal Meier, der gegen Kutenhausen auf drei verschiedenen Positionen spielte, schoss das 2:2.

Von Anfang an spielte außerdem Marcel Rosengarten, der nach langer Pause in den Kader zurückkehrte. Er musste sofort als Innenverteidiger durchspielen. Sein Nebenmann – erst Koch, danach der ebenfalls erkältete Nico Wehbrink – waren beide geschwächt. „Rosi hat einen guten Job gemacht“, lobte Knappmeyer nach dem Spiel. „Er hat die Kopfbälle gepflückt und das Spiel gut eröffnet. Seine Qualität hilft uns weiter.“

Rosengarten hatte in den vergangenen Monaten ein Auslandspraktikum in Baku absolviert. In Kürze geht es zum nächsten Praktikum nach Frankfurt. „Aber Frankfurt ist nicht Aserbaidschan“, sagte Knappmeyer. Er hofft, dass Rosengarten demnächst ab und an bei den Wochenendspielen dabei sein kann. Für das wichtige Match am kommenden Sonntag gegen den Tabellennachbarn TuS Lohe habe Rosengarten seinem Trainer schon die Zusage gegeben.

Kommende Woche steigt außerdem Dominik Wehbrink wieder ins Training ein. Er war in den vergangenen Monaten in England, kehrte jetzt zurück – allerdings verletzt. Beim Bolzen auf einem Soccer-Court hatte er sich in England einen Bänderriss zugezogen. Das ist vier Wochen her.

Auch Mario Niestrath steigt nach langer Pause wieder ins Training ein, wird bald wohl wieder voll dabei sein. Selbst Hichem Talbi, der mit einer Art Arthrose schon als quasi-sportinvalide galt, steht mit einem Mal wieder im Kader. Talbi war bei vielen Ärzten, berichtete Knappmeyer, und die sagten: „Mach, was geht.“ Talbi ist derzeit schmerzfrei, aber Knappmeyer bleibt vorsichtig. „Wir müssen den Ball flach halten.“

Für die Zukunft wünscht sich Knappmeyer vor allem eins: „Hoffentlich bleibt der Kader groß und stabil.“

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