Fußball-Kreisliga A: VfL Frotheim hat Abstieg und Abgänge zu verdauen

Kleinere Brötchen nach Jahren der Euphorie

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Keine einfache Saison mit dem VfL Frotheim: Trainer Holger Sarres (l.) und seine neuen Spieler Pascal Januschewski, Marcel Piewitt und Torhüter Steffen Haake. ·

Minden-luebbecke - Von Michael MeierFROTHEIM · Eine imposante Erfolgsgeschichte hat der VfL Frotheim in den letzten Jahren geschrieben: Von der Kreisliga B in die Bezirksliga binnen drei Jahren. Nicht wenige schauten mit neidvollem Blick in Richtung Frotheim. Jetzt stehen dem Bezirksligaabsteiger wohl andere Zeiten bevor.

Eine Mannschaft, die größtenteils schon seit der Jugend zusammenspielte und aus „Frotheimer Jungs“ bestand, mischte zunächst die Kreisliga auf und schaffte danach, was fast genau so hoch zu bewerten ist, den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Das Modell Frotheim galt vielen Vereinen im Fußballkreis Lübbecke als Vorbild. Allerdings zeigte sich in der vergangenen Saison die Kehrseite der Medaille. Die vielen Verletzungen und Ausfälle konnte der VfL Frotheim nicht kompensieren. Wenn auch unglücklich, ging das Kapitel Bezirksliga im Juni zu Ende.

Besonders traurig ist man darüber im Frotheimer Lager aber nicht, denn frühzeitig hatten sich die Wechsel der Führungsspieler Bastian Pott und Christoph Meyhoff abgezeichnet. Beide hatten bereits vor einem Jahr einen „Flirt“ mit Dützen, sich dann aber zu einem Verbleib beim VfL entschieden. Jetzt konnten Pott und Meyhoff dem Werben der Freien Turner nicht widerstehen. Statt eine Klasse tiefer geht es für das Duo hoch in die Landesliga.

Auch Willi Olfert verlässt den Verein nach nur einem Jahr in Richtung Preußen Espelkamp. Außerdem entschied sich Torwart Daniel Löwen kurzfristig für Aufsteiger BW Vehlage. Zudem werden die beiden Langzeitverletzten Simon Depping und Jannis Hußmann noch geraume Zeit nicht zur Verfügung stehen. „Wir haben also quasi sechs Abgänge zu beklagen. Und mit diesen Spielern ist uns richtig Qualität verloren gegangen“, gibt der Frotheimer Trainer Holger Sarres zu.

„Richtig Qualität

verloren gegangen“

Trotz der sicherlich nicht gerade erfreulichen Situation hat Sarres seinen Humor nicht verloren. „Normalerweise taucht ein Bezirksliga-Absteiger bei den genannten Titelanwärtern auf. Wir wurden diesmal noch nicht einmal genannt, und damit liegen meine Kollegen auch goldrichtig“, meint Sarres. Aber auch diese Rolle nehmen der langjährige Coach (im sechsten Jahr) und seine verbliebenen Mannen ohne großes Murren an. Sarres: „Nach erfolgreichen Jahren mit jeder Menge Euphorie müssen wir jetzt erst einmal wieder kleine Brötchen backen.“

Die Klasse hat sich geändert, die Probleme bleiben. „Unsere personelle Situation ist wirklich prekär. Wenn wir alle Mann an Bord hätten, würde ich mir keinerlei Sorgen machen. Dann hätten wir eine schlagkräftige Kreisligamannschaft. Doch die Verletztenliste ist fast schon wieder so lang wie die der Spieler, die trainieren können“, berichtet Holger Sarres, der in der Vorbereitung sogar selber wieder mitspielen musste.

Im Tor streiten sich nach dem Weggang von Daniel Löwen Markus Meier und Neuzugang Steffen Haake um die Nummer eins. Haake ist der einzige externe Neuzugang. Zudem verstärken Pascal Januschewski und Marcel Piewitt aus der zweiten Mannschaft den Kader. Keine Probleme sieht der VfL-Coach in der Offensive – nicht zuletzt dank Goalgetter Sebastian Bollmeier, der sich trotz Angebote höherklassiger Vereine für einen Verbleib in Frotheim entschied. Zusammen mit Dennis Brandenburg und Marvin Stierle bildet Bollmeier die starke VfL-Offensivabteilung.

Allerdings wird sich wohl erst im Laufe der Saison zeigen, wer die Stürmer mit Bällen „füttert“. Besonders hier dürften Pott und Meyhoff als Ideen- und Vorlagengeber vermisst werden. Einer, der beim VfL in diese Rolle schlüpfen soll, ist David Simonyan, der nach einer langwierigen Verletzung mit dem Lauftraining begonnen hat. Doch darin sieht Holger Sarres auch eine Chance für die Mannschaft: „Die Vorbereitung zeigt, dass Spieler hervortreten, die bislang eher im Hintergrund waren. Genau das hatte ich mir erhofft.“

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